Benjamin Franzil Partner bei AlleAktien. Studium von Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Trier und Clemson University. Digitalisierung bei Infineon.

AlleAktien Partner und Aktienanalyst. Benjamins Fokus liegt auf den Branchen Luxusgüter, Restaurants und Halbleiter. Er war vorher bei Infineon in der Digitalisierung und Forschungsstrategie angestellt und hat an der Hochschule Trier Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Seine Strategie ist, in Aktien mit den tiefsten Burggräben und stärksten Marken zu investieren — vorzugsweise Dividendenaktien.

Yum! Brands Update: Profitables Food-Imperium beweist, dass Fast Food zur Gewohnheit geworden ist

▲ Yum! Brands ist der größte Restaurantbetreiber der Welt. In rund 49.000 Filialen können die Kunden leckere Gerichte genießen. Yum! Brands fährt dabei eine Strategie von mehreren Marken im Gegensatz zu Pure Plays wie McDonald’s. So erobert Yum! den Markt diversifizierter und kannibalisiert sich nicht so stark. Seit 2020 gehört die Burger-Marke Habit Burger zu Yum! Brands. So will Yum den Eintritt in den attraktiven Markt für Premium-Burger erreichen. Das zukünftige Wachstum sollte davon profitieren. Lies in diesem wissenschaftlich recherchierten Update, warum die Yum-Aktie immer noch eine lukrative Chance für langfristige Anleger ist.

 

 

 

Update Yum! Brands
Hauptsitz USA
ISIN US9884981013
WKN 909190
Ticker-Symbol YUM
Branche Zyklischer Konsum
Kurs 108 USD
90 EUR
Ausstehende Aktien 302 Mio.
Marktkapitalisierung 32,5 Mrd. USD
Enterprise Value 43,0 Mrd. USD
Nettoverschuldung 10,5 Mrd. USD
Bruttomarge 50,3%
EBIT-Marge 33,8%
Gewinnmarge 23,1%
Free Cash Flow-Rendite 3,5%
Dividendenrendite 1,7%
Datum 20.01.2021

Yum! Brands Update

  • #1 Restaurantbetreiber. Yum! Brands ist der größte Restaurantbetreiber der Welt mit weltweit rund 49.000 Filialen. Zu Yum! Brands gehören die beliebten Marken KFC, Taco Bell und Pizza Hut. Die Restaurants werden im Franchising-Modell betrieben. Dadurch sinken die Risiken für Yum! und die Marge steigt.
  • Vierte Marke gekauft. Yum! Brands hat sich bisher auf seine drei Kernmarken fokussiert. 2020 wurde die Restaurantkette Habit Burger aufgekauft. Habit steht für qualitativ hochwertige Hamburger. Damit tritt Yum! Brands in den lukrativen Markt für Hamburger ein und diversifiziert sein Portfolio.
  • Aktie hat Corona hinter sich gelassen. Das Coronavirus hat Restaurantbetreiber ins Schwitzen gebracht. Yum! Brands konnte dagegen 2020 mit einem Umsatzplus abschließen. Yum! beweist, dass sie ein krisenresistentes Geschäftsmodell haben. Die Aktie ist trotzdem noch attraktiv bewertet.

 

 

Yum! Brands Update

  1. Yum! Brands Geschäftsmodell
  2. Was hat sich seit der letzten Analyse geändert?
  3. Yum! Brands Bewertung
    1. AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) von 4/10
    2. AlleAktien DCF- und FMV-Modell
    3. Rendite-Erwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs
  4. Yum! Brands Fazit

 

Yum! Brands Podcast

Nur für AlleAktien Premium Mitglieder

 

Aktienkurs von Yum! Brands

 

Podcast von Yum! Brands

 

1. Geschäftsmodell von Yum! Brands

Alle Abschnitte aus-/einklappen

Geschäftsmodell von Yum! Brands

 

 

Yum! Brands ist ein „ETF“ auf die Restaurantbranche

Yum! Brands (im Folgenden: Yum) ist ein amerikanischer Restaurantbetreiber, der Restaurants unter den Marken KFC, Taco Bell und Pizza Hut betreibt. Yums Strategie ist dabei, ein diversifiziertes Food-Imperium aufzubauen. Unternehmen wie McDonald’s und Starbucks beschränken sich sehr stark auf ihre Kernmarke. Wenn die Marke beschädigt wird, dann geht es den Unternehmen sehr schlecht.

Yum hat sich dagegen breiter aufgestellt und „Nischen“ erobert. Die Marken sind jeweils in ihrem Bereich die mächtigsten Marken. Weltweit führt kaum ein Weg an diesen Marken vorbei. Denn Yum serviert in 49.000 Filialen leckere Gerichte. Damit ist Yum nach Filialanzahl der größte Restaurantbetreiber der Welt.

Besonders in China hat Yum eine starke Präsenz. Sie waren eines der ersten Unternehmen, das nach China expandierte. Rund 10.000 Filialen stehen in China und treffen den Geschmack der Bevölkerung. Das China-Geschäft ist sogar separat an der Börse handelbar. Yum China ist ein Spin-Off aus dem Jahr 2016, das alle chinesischen Yum-Restaurants betreibt.

 

 

2. Was hat sich seit der letzten Analyse geändert?

Yum expandiert trotz Coronavirus

Seit der letzten Analyse von Yum, die im Dezember 2019 erschien, hat sich bereits einiges geändert. Grundsätzlich haben sich zwei Dinge bei Yum geändert:

1. Das Coronavirus: Hier wird heißer gekocht als gegessen

Seit März 2020 ist das Coronavirus auf der ganzen Welt präsent. Lockdowns und Reisebeschränkungen dämpfen die Konsumlaune der Leute. Viele Yum-Restaurants leben von Laufkundschaft in den Städten. Weil die Leute zuhause bleiben, fehlt die wichtige Kundschaft. Außerdem schmecken Hot Wings von KFC am besten, wenn man sie direkt vor Ort essen kann und nicht erst nach einer 20 Minuten langen Autofahrt.

Yum hat in vielen Filialen einen Drive Thru. Kombiniert mit Lieferungen in Großstädten konnten so die Probleme abgemildert werden. Außerdem hat sich die Präsenz in China gelohnt. Dort ist ein großer Teil des öffentlichen Lebens wiederhergestellt. Die Leute gehen wieder in Restaurants und belohnen sich mit Pizza Hut und Co. Alles in allem lief 2020 nicht so schlimm, wie anfangs erwartet. Yums Umsatz in bestehenden Restaurants ist nur um 5,8% eingebrochen.

 

▲ Yum hat das Coronavirus sehr gut überstanden. Die Umsätze in den Filialen sind um rund 6% gefallen. Besonders die Marken KFC und Taco Bell sind sehr beliebt und konnten ihre Stärke beweisen. Pizza Hut als Full-Service-Restaurant wurde dagegen etwas stärker von den Maßnahmen getroffen.

 

2. Habit Burger: Yum wird zum Burgerbrater

Im Februar 2020 hat Yum verkündet, dass sie das Unternehmen Habit Restaurants mit rund 300 Filialen übernehmen werden. Habit ist eine Restaurantkette, die hauptsächlich auf Hamburger setzt. Das ganze Konzept von Habit ist „Fast Casual“. Das bedeutet, dass Habit einerseits schnelles Essen serviert, also auf Kellner oder Teller verzichtet. Andererseits ist die Qualität des Essens höher und somit auch der Preis.

Die Übernahme war mit Februar 2020 schlecht getimt. Der Kaufpreis lag dennoch bei nur 375 Mio. USD. Das ist günstig für ein Restaurantunternehmen. Die Burger von Habit sind zwar sehr beliebt, aber das Unternehmen hat zu schnell expandiert und konnte den Erwartungen der Börse nicht gerecht werden. Die Habit-Marke wurde nicht perfekt gepflegt.

Yum sieht in Habit eine sehr gute Gelegenheit, ihr Imperium auszubauen. Bisher servieren sie Hähnchen, mexikanische und italienische Küche. Mit Habit haben sie eine Burgerkette. Die Konkurrenz der einzelnen Marken ist damit nicht so groß. Des Weiteren gehört Habit zu dem „Fast Casual“-Segment. Fast Casual ist eine Mischung aus Schnellrestaurants (Fast Food wie McDonald’s, KFC und Co.) und normalen Service-Restaurants (Casual Dining wie Pizza Hut, der Italiener um die Ecke und Co.). Bei Fast Casual erhalten die Kunden ein qualitativ hochwertiges Essen, jedoch fehlt der Service wie bei einem klassischen Restaurant. Es ist eine profitable Mischform, die immer stärker kommt.

Die Kunden können schnell bedient werden und sind trotzdem bereit, die Preise für hochwertiges Essen zu bezahlen. Die Burger-Restaurants Five Guys und Shake Shack sind mit dem Konzept bereits sehr erfolgreich. Für Yum ergibt sich hier die Chance, etwas vom Kuchen abzubekommen und das Wachstum der nächsten Jahre zu beflügeln. Die Übernahme ist aus strategischen Gesichtspunkten genial.

 

▲ Mit Habit Burger setzt Yum auf ein Burger-Restaurant mit anderem Konzept. Die Restaurants sind für Yum und die Franchisenehmer dadurch besonders lukrativ. Yums Knowhow und Kapital sollte Habit Burger zu altem Glanz verhelfen. Yum hat Five Guys‘ Marktanteile im Visier. Five Guys hat mittlerweile über 1.500 Filialen und ist immer noch im Wachstumsmodus. Mit den 300 Habit Burger-Filialen hat Yum deshalb eine komfortable Ausgangslage.

 

 

 

3. Bewertung der Yum! Brands-Aktie

AAQS: Yum! Brands erzielt 4 von 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore

▲ Die Yum! Brands-Aktie kommt nur auf einen AAQS von 4/10. Das wirkt im ersten Moment sehr gering. Ein Grund dafür ist die Abspaltung des Unternehmens „Yum China“ in 2016. Yum hatte sein China-Geschäft komplett selbst betrieben. Das hat nicht zu der Franchise-Struktur des restlichen Unternehmens gepasst. Deshalb wurde 2016 das China-Geschäft abgespalten. Durch diese Fokussierung wächst Yum auch wieder deutlich schneller. Ich sehe nur die Verschuldung von Yum als Problem. Yum expandiert schnell und kauft massiv Aktien zurück. Die Verschuldung ist allerdings noch im Rahmen dank der starken Cash Flows.

 

AlleAktien DCF- und FMV-Modell

AlleAktien DCF-Modell (Discounted Cashflow Modell) und FMV-Modell (Future Multiple Valuation)

AlleAktien DCF-Modell als Excel-Datei herunterladen »

Im AlleAktien DCF-Modell wird der Wert der Yum-Aktie basierend auf den zukünftigen Gewinnen berechnet. Ich nehme dabei an:

  • 2% Wachstum pro Jahr durch neue Filialen. Das Wachstum sinkt langfristig auf 1%.
  • 4% Wachstum pro Jahr durch Preiserhöhungen und mehr Filialbesuche. Das Wachstum sinkt langfristig auf 3%.
  • Margensteigerung durch Skalierung der Umsätze auf 35%.

Mit diesen Annahmen kommt die Yum-Aktie auf eine Renditeerwartung von 9% pro Jahr.

Im AlleAktien FMV-Modell nehme ich an, dass Yum in 2030 mit einem KGV von 25 bewertet wird und 75% seiner Gewinne ausschüttet. Somit kommt Yum ebenfalls auf 9% Renditeerwartung.

 

▲ Die Yum-Aktie erreicht im AlleAktien DCF- und FMV-Modell 9% Renditeerwartung pro Jahr bis 2030. Eine attraktive Bewertung für ein Unternehmen, das in der Krise so eine hohe Sicherheit bewiesen hat.

 

Bewertung der Yum Aktie: Derzeit unterbewertet?

Renditeerwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs

Je niedriger der Einstiegskurs, um so höher die langfristige Renditeerwartung

Einstiegskurs Renditeerwartung pro Jahr
50 USD 17,9%
70 USD 14,0%
90 USD 11,2%
110 USD 9,0%
130 USD 7,2%
150 USD 5,7%
170 USD 4,4%
190 USD 3,2%
210 USD 2,2%
230 USD 1,2%
250 USD 0,4%

 

 

4. Fazit zu Yum! Brands: Wachstumstreiber mehr als intakt 

Ich halte die Aktie der Yum! Brands für kaufenswert

Ich halte die Yum! Brands-Aktie für kaufenswert mit einer Renditeerwartung von 9% pro Jahr. Das ist leicht unter meiner persönlich geforderten Rendite von 10% pro Jahr. Dennoch finde ich die Aktie kaufenswert, weil das Geschäftsmodell sehr stabil ist. Yum konnte selbst in der Krise die Umsätze leicht steigern. Das Unternehmen hat drei sehr starke Restaurantmarken. Mit Habit kommt die vierte Marke. Dadurch hat Yum ein sehr gutes, langfristiges Wachstumspotential. Vor allem für Dividendeninvestoren ist Yums hohe Sicherheit eine attraktive Kaufchance. Man erhält einen internationalen Food-Giganten zu einem fairen Preis.

 

Liebe Grüße,
Benjamin Franzil
AlleAktien Partner

 

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit keine Aktien von Yum! Brands.

5 Antworten

  1. Florian Knörrich sagt:

    Prima Analyse, wie immer. Herzlichen Dank. Für Wachstumsinvestoren dann eher die Aktie des China Spin-offs (A2ARTP)?

  2. Hillnator sagt:

    Vielen Dank für die gute Analyse!

  3. Maximilian Schmidt sagt:

    Vielen Dank für die Analyse – leider sehe ich hier keine PDF-Datei. Wo kann ich mir diese denn runterladen?

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