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Aktie Analyse

Beiersdorf Aktie Analyse

WKN
520000
Symbol
BEI.DE
Sektor
Nichtzyklischer Konsum
Investor Relations
Investor Relations

Beiersdorf ist eines der größten Konsumgüterunternehmen der Welt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen aus Hamburg 20.000 Mitarbeiter. Beiersdorf hat den Anspruch an sich selbst, für Pflege, Einfachheit, Courage und Vertrauen zu stehen.

Das Unternehmen wurde 1882 vom Apotheker Paul Beiersdorf gegründet, welcher Pflaster produzierte. Bereits 9 Jahre später wurde das Unternehmen von Oscar Troplowitz übernommen. 1909 brachte Beiersdorf den ersten Lippenpflegestift, kurz Labello auf den Markt. Unter dem Namen Nivea stellte das Unternehmen 1911 die erste stabile Feuchtigkeitscreme der Welt vor. Die damaligen Cremes waren auf Fett-Basis und benötigten Stunden, bis sie in die Haut einzogen. Durch Nivea änderte sich dies jedoch. Das enthaltene Eucerit ermöglichte es, Fett und Wasser in einer homogenen Masse herzustellen. Dadurch zog die Creme, so wie heute, innerhalb von Minuten in die Haut ein. Nach dem Dahinscheiden von Oscar Troplowitz im Jahr 1918 wurde die Rechtsform des Unternehmens geändert und Beiersdorf wurde 4 Jahre später zur Aktiengesellschaft. 1928 erfolgte schließlich der Börsengang. Über die Jahre expandierte Beiersdorf in weitere Länder und stelle 1936 Tesa vor, welches ähnlich wie Tempo eine komplette Produktkategorie prägte. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Unternehmen viele Markenrechte, welche über Jahrzehnte zurückgekauft werden mussten. 1972 übernahmen die Familie des Chibo gründers (heute Maxingvesz) 25% der Beiersdorf Anteile. Bis heute baute die Holding ihre Beteiligung auf über 50% aus. 2019 kaufte Beiersdorf die Sonnenschutzmarke Coppertone der Bayer AG und gewann somit weitere Marktanteile im Sonnencreme-Markt. Heute ist das Unternehmen eines der größten Konsumgüterunternehmen der Welt. 2022 stieg das Unternehmen vom DAX in den MDAX ab. Beiersdorf hat Probleme weiterzuwachsen.

Der aktuelle CEO ist Vincent Warney. Er ist erst seit 2021 im Amt. Zuvor leitete er den Geschäftsbereich Pharmacy & Selective. In seiner bisherigen Laufbahn arbeitete er bereits bei Unternehmen wie P&G oder L’Oréal. Mit der Maxinginvest hat Beiersdorf einen großen Ankeraktionär, welcher über 50% der Firmenanteile hält. Das ist gut für uns Investoren. 2003 wäre Beiersdorf nämlich beinahe von Proctor & Gamble übernommen worden. Hier zeigt sich mal wieder der Wert eines großen Ankeraktionärs. Weitere 10% der Aktien hält das Unternehmen selbst. Mit gerade einmal 3% ist außerdem der Vermögensverwalter BlackRock in Beiersdorf investiert.

Branchenanalyse

Kosmetikprodukte sich hochemotional und werden daher nicht (nur) über den Geldbeutel ausgewählt, sondern vor allem auch über ihr Prestige und den erhofften Effekt. Entsprechend hoch ist die Zahlungsbereitschaft und entsprechend hoch sind die Gewinnspannen der führenden Unternehmen. Die Kosmetikbranche ist ein nicht zyklischer Markt. Denn es sind Produkte, die zum täglichen Leben dazugehören. Die grundlegendsten Produkte sind Rasierer, Duschgel, oder diverse Schönheitsprodukte wie Hautpflege oder Makeup
Der weltweite Kosmetik-Markt ist rund 200 Mrd. USD groß. Wachstumschancen in der Branche entstehen vor allem in Asien. Dort werden bisher nur 20% von der Menge an Kosmetikprodukten konsumiert wie in den westlichen Ländern. Beachtet man die Größe Asiens und den steigenden Wohlstand, wird schnell klar, welche große Potenzial der asiatische Beautymarkt bietet. Ein weiterer Wachstumstreiber des Kosmetikmarktes ist Männerkosmetik. Durch herbe oder frische Düfte sollen in Zukunft vermehrt Männer auf Pflegeprodukte aufmerksam gemacht werden. Laut Studien soll sich der weltweite Beautymarkt bis ins Jahr 2030 verdoppeln. Vor allem der Onlinemarkt macht die Branche spannend. Zwar werden die meisten Produkte im Drogeriemarkt getestet, jedoch kaufen viele Kunden die Produkte bei erneutem Bedarf online.

Geschäftsmodell

Zum Unternehmen gehören etablierte Marken wie Nivea, Labello, Hansaplast oder Eucerin. Viele dieser Marken sind fester Bestandteil unseres Alltags und sprechen jede Altersgruppe an. Dies zeigt sich zum Beispiel an der Nivea Creme, welche die meisten noch aus ihrer Kindheit kennen. Durch gewisse Düfte haben die Marken einen besonderen Wiedererkennungswert. Viele der Produkte sind zeitlos. Sie werden während jedem Beautytrend genutzt und auch in Krisenzeiten gekauft.

Die Umsätze entstehen mit 49% größtenteils in Europa, weitere 18% entstehen in den USA. Die restlichen 33% verteilen sich über Afrika, Asien und Australien. Da vor allem der chinesische Kosmetik-Markt stark wächst, möchte das Unternehmen in den nächsten Jahren besonders stark in diese Länder expandieren. Die Umsätze verteilen sich auf zwei Segmente:

Konsumer 81%
In diesem Segment forscht und produziert Beiersdorf überwiegend an diversen Körperpflegeprodukten. Die Produktpalette ist groß. Cremes, Deos, Shampoos und noch vieles mehr. Eben alles, was ein Mensch für seine tägliche Körperpflege benötigt. Die bekannteste Marke aus diesem Segment ist Nivea. Die wohl bekannteste Creme-Marke in Deutschland. Aber auch viele weitere bekannte Marken wie Hansaplast, Eucerin oder Labello gehören zum Unternehmen.

Tesa 19%
Tesa operiert als Tochterunternehmen unter der Beiersdorf AG. Das Unternehmen produziert unter dem Markenname Tesa diverse selbstklebende Produkte. Aus dem Alltag kennt man hier vor allem die durchsichtige Tesa-Rolle, welche eine ganze Produktkategorie prägt. Die meisten Umsätze erzielt Tesa jedoch mit industriellen Kunden. Rund 75% des Umsatzes fallen auf diese Kundenkategorie zurück. Die wichtigsten Märkte sind dabei die Automobil-, Elektronik- und Druckerindustrie. In der Automobilindustrie kann durch moderne Klebebänder teilweise schon auf Schrauben verzichtet werden. In der Elektronikindustrie werden die Klebebänder genutzt, um zum Beispiel das Handydisplay zu befestigen. Diese speziellen Klebebänder unterscheiden sich charakteristisch stark von den uns bekannten. Sie haften stärker, passen sich Formen an und wirken dadurch wie eine Dichtung. Insgesamt sind die Umsätze der Tesa Sparte zyklisch. Das liegt an den bereits genannten Industrien, welche ebenfalls recht zyklisch sind.

Dividende

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2021 betrug 0,70 Euro und liegt damit im historisch im Durchschnitt. Die Ausschüttungsquote belief sich dabei auf 27%. Das Dividendenwachstum lag in den letzten Jahren bei unter 1%. Verglichen mit anderen Unternehmen aus dem Sektor ist das eher unterdurchschnittlich.

Gemäß Peter Lynch handelt es sich bei Beiersdorf um einen Slow Grower. Die Gewinne sind konstant und das Gewinnwachstum liegt bei unter 3%. Diese Slow Grower sollte man kaufen, wie die Bewertung historisch niedrig ist oder die Dividendenrendite historisch über dem Durchschnitt, liegt. Beide Punkte sind aktuell nicht zutreffend. Beiersdorf eignet sich vor allem für konservative, vorsichtige Investoren. Die Marken sind etabliert, die Umsätze stabil. Für Wachstums oder Dividendenwachstumsunternehmen gibt es bessere Aktien. Das Unternehmen wächst für diese Investoren nicht stark genug.

Beiersdorf AlleAktien Qualitätsscore AAQS

Im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) erreicht Beiersdorf 5 von 10 Punkten.