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Aktie Analyse

Charles Schwab Aktie Analyse

WKN
874171
Symbol
SCHW
Sektor
Finanzen
Investor Relations
Investor Relations

Charles Schwab ist ein US-amerikanisches Unternehmen aus dem Finanzsektor. Neben der Vermögensverwaltung bietet der Finanzkonzern auch Dienstleistungen aus dem typischen Bankgeschäft und Brokerage an. Mit mehr als 33.000 Mitarbeitern werden die Produkte und Dienstleistungen über ein Netzwerk von über 400 Niederlassungen in den Vereinigten Staaten angeboten. Gegründet wurde das Unternehmen ursprünglich 1971 und hat seit 2021 seinen Hauptsitz in Westlake, Texas.

Charles Schwab ist ein Finanzdienstleister aus den USA. Über seine Tochterunternehmen ist der Konzern in den Bereichen der Vermögensverwaltung, Wertpapierhandel, Bankgeschäft und Anlageberatung tätig.

Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahre 1963 als Charles Schwab mit zwei Partnern einen kostenpflichtigen Investment-Newsletter herausbrachte. 1971 wurde die Firma Commander Industries als Tochterunternehmen der First Commander Corporation gegründet und betrieb neben dem Newsletter ein Broker-Dealer-Wertpapiergeschäft. Dies war der Start als traditioneller Broker. Zwei Jahre später wurde die Firma zu Charles Schwab & Co. umbenannt. Am 1. Mai 1975 veränderte eine Entscheidung der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC das Börsengeschehen grundlegend. Es wurde festgelegt, dass Börsenmakler erstmals ihre eigenen Provisionssätze festlegen durften, anstatt einen festen Preis für den Aktienhandel zu verlangen. Viele Broker nutzten die Gelegenheit um die Provisionen zu erhöhen. Charles Schwab schlug einen anderen Weg ein. Anstatt die Provisionen zu erhöhen, spezialisierte sich Schwab auf Discount-Brokerage. Man bot Wertpapierhandel sehr kostengünstig mit wenig bis keiner Beratung an.

Als erstes Unternehmen überhaupt ermöglichte Schwab seinen Kunden im Jahr 1980 mit einem 24-Stunden-Service Zugriff auf sein Angebot zu erhalten. Dies war ein Meilenstein in der Brokerbranche. Nachdem das Unternehmen 1983 von der Bank of America übernommen wurde, entschied sich das Management bereits 4 Jahre später die Firma zurückzukaufen. Das Produktangebot wurde beständig ausgebaut und 1996 waren die Finanzdienstleistungen online verfügbar. Seit 2003 bietet das Finanzunternehmen auch klassische Bankgeschäfte an. Nachdem Gründer Charles Schwab die Zügel 2003 kurzzeitig aus der Hand gab, kehrte er nach schlechteren Ergebnissen zeitnah zurück. 2008 erwarb das Unternehmen The 401k Company. 401K ist spezialisiert auf Rentensparpläne, sodass Charles Schwab seine Produktvielfalt und den Kundenstamm ausbauen konnte.

Auch der beginnende ETF-Boom führte dazu, dass das Kundenvermögen von Charles Schwab 2012 auf 2 Mrd. USD anwuchs. Über die Schwab ETF OneSource-Plattform hat das Unternehmen sein Angebot an günstigen ETFs stetig erweitert. 2019 hat das Unternehmen als erstes großes Brokerhaus die Handelsgebühren für in den USA und Kanada gelistete Wertpapiere und ETFs sowie die Grundgebühr für Optionen gestrichen. Heute bietet man neben mehr als 500 ETFs und einen Robo-Advisor auch Finanzberatung und Bankgeschäfte an. Nachdem der Gründer Charles Schwab unglaublich lange im Chefsessel saß und mit 82 Jahren immer noch im Aufsichtsrat seinen Platz findet, leitet seit 2008 Walt Bettinger die Geschäfte als CEO.

 

Branchenanalyse

Aufgrund des vielfältigen Angebots ist Charles Schwab branchenübergreifend tätig. Durch die Bankdienstleistungen ist Schwab unter anderem im Kreditgeschäft aktiv. Das bedeutet, das Unternehmen vergibt Kredite und erhält dafür Zinsen. Der Markt für das Kreditgeschäft wächst jährlich mit 5,5 %. Wachstumstreiber ist hier der Anstieg von Konsumausgaben. Zudem könnte es sein, dass die Branche von den geplanten Zinserhöhungen der Zentralbanken profitieren wird.

Des Weiteren befindet sich Charles Schwab in der Branche der Vermögensverwalter. Vermögensverwalter sind Unternehmen, die sich um unser Bestes sorgen: unser Geld. Die Aufgabe dieser Unternehmen ist es, Geld für andere anzulegen und zu verwalten. Die Vermögensverwaltung boomt und die Branche wächst kontinuierlich. Denn viele Investoren wollen ihr Vermögen nicht mehr selbst verwalten. Der Markt für Vermögensverwalter ist mit 117 Bio. USD an verwaltetem Vermögen bereits sehr groß, wächst aber auch immer noch mit 5,5 % pro Jahr. Die Branche ist zyklisch, denn sie wächst und schrumpft natürlich mit der Entwicklung der Anlageklassen, aber langfristig steht sie für Wachstum. Das Management von Charles Schwab schätzt, dass das investierbare Vermögen in den USA derzeit 70 Mrd. USD übersteigt. Mit etwa 8 Mrd. USD an Kundenvermögen sieht das Unternehmen aus diesem Grund erhebliche Wachstumschancen.

Als Anbieter von Brokeragedienstleistungen ist Charles Schwab außerdem im Wertpapiermarkt tätig. Ein Broker (deutsch: Vermittler oder Zwischenhändler) kauft und verkauft Finanzprodukte im Auftrag der Kunden. Für diese Dienstleistung verlangen die meisten Broker eine Gebühr. Je mehr Wertpapierhandel betrieben wird, desto mehr Umsätze können Broker erzielen. Gerade während der Pandemie erlebte der Wertpapierhandel einen Boom. Viele Menschen saßen zu Hause und beschäftigten sich erstmals mit der Börse. Viele Depots wurden eröffnet und Wertpapiere gekauft. Im Jahr 2020 lag das Volumen der weltweit gehandelten Aktien bei rund 185,7 Bio. USD - ein neuer Rekordwert. In Zeiten, in denen die Menschen ihre Geldanlage vermehrt selbst durchführen, dürfte auch das Brokerage hiervon profitieren.

Geschäftsmodell

Charles Schwab ist ein führender Anbieter von Finanzdienstleistungen. Das Unternehmen ist in den Bereichen Vermögensverwaltung, Wertpapiervermittlung, Bankwesen, Geldmanagement und Finanzberatung tätig. Durch das breite Angebot an Finanzdienstleistungen ergeben sich mehrere Einkommensströme. So verdient das Unternehmen sein Geld hauptsächlich durch Zinseinnahmen, Gebühren für die Vermögensverwaltung, Handelsgebühren und Kontoführungsgebühren.

Der Finanzdienstleister unterteilt seine Umsätze zwischen Anlegerdienstleistungen und Beraterdienstleistungen.

Anlegerdienstleistungen. Die Leistungen in diesem Bereich richten sich vor allem an Privatanleger. Zum Angebot zählen dabei Recherchearbeiten, Analysen, Berichterstattungen und Marktanalysen. Schulungsmaterial und Tools sollen den Kunden bei der Entwicklung einer Investment-Strategie helfen. Mit speziellen Lösungen unterstützt man seine Kunden bei der Erstellung und Verwaltung des Portfolios. In diesen Bereich fällt auch das Brokerage, also die Bereitstellung eines Depots sowie die Abwicklung von Wertpapierhandeln. Ende 2021 nutzten über 33 Mio. aktive Kunden den Broker von Charles Schwab. Des Weiteren geht es in diesem Segment auch um Bankdienstleistungen für Privatkunden sowie Dienstleistungen im Bereich der Altersvorsorge und andere Brokerage-Dienstleistungen für Unternehmen und deren Mitarbeiter. In diesem Bereich erzielt Charles Schwab den größten Anteil seiner Umsätze. Im Jahr 2021 waren es rund 78 % des gesamten Umsatzes.

Beraterdienstleistungen. Dieser Bereich konzentriert sich vornehmlich auf unabhängige Anlageberater und institutionelle Anleger. Zum Angebot zählt die Bereitstellung von Software, die immer aktuelle Informationen und Handelsmöglichkeiten anzeigt, darunter fallen auch aktuelle News und Markt-Informationen. Zudem berät man in diesem Segment auch andere Unternehmen und deren Mitarbeiter im Bereich der Altersvorsorge. Rund 22 % der Umsätze erwirtschaftete das Unternehmen 2021 in diesem Segment.

Mit der Mission, die Finanzen für seine Kunden so einfach wie möglich zu gestalten und zu managen, konnte Charles Schwab seinen Kundenstamm über die Jahre immer weiter ausbauen. Dabei halfen auch Übernahmen von Finanzunternehmen, durch welche die eigene Produktpalette erweitert und verbessert werden konnte. Zuletzt kaufte man den Konkurrenten TD Ameritrade für gut 26 Mrd. USD auf, um Branchenführer auf dem Brokermarkt zu werden. So möchte das Unternehmen auch in der Zukunft beständig wachsen und das Vertrauen seiner Kunden durch gute finanzielle Resultate rechtfertigen. Zudem könnte Charles Schwab durch sein Bankgeschäft ein Profiteur der steigenden Zinsen sein.