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Aktie Analyse

Givaudan Aktie Analyse

WKN
938427
Symbol
GIVN.SW
Sektor
Grundstoffe
Webseite
Givaudan
Investor Relations
Investor Relations

Givaudan ist der weltweit größte Duft- und Geschmacksstoffe Hersteller. Das Unternehmen aus Vernier hat es sich zur Mission gemacht, erstaunliche Duft- und Geschmackserlebnisse schaffen, welche Millionen von Menschen berühren.

Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1895 zurück. Damals gründeten der französische Parfümhersteller Léon Givaudan und sein Bruder Xavier das Unternehmen zur Herstellung diverser Düfte. Mit der Übernahme von Ersolko im Jahr 1948 trat das Unternehmen in den Markt der Geschmacksstoffe ein. 1963 wurde das Unternehmen vom Gesundheitskonzern Roche aufgekauft und mit dem Konkurrenten Rource vereint. Im Jahr 2000 entschied Roche, sich wieder mehr auf die Kernkompetenz, der Gesundheitsbranche zu fokussieren und spaltete Givaudan mittels Spin-off ab. Das nun wieder eigenständige Unternehmen begann daraufhin, mehrere Firmen aufzukaufen. Unter anderem die Geschmacksstoffe-Sparte von Nestlé. Seitdem sind die beiden Firmen enge Partner. Heute ist Givaudan der Marktführer für Duft- und Geschmacksstoffe.

Der aktuelle CEO ist Giles Andrier. Er ist seit 2005 im Amt und fast 30 Jahren im Unternehmen. Er gehört damit zu den erfahrensten CEOs der Branche und kennt die Philosophie und Produkte des Unternehmens wie kaum ein anderer. Der größte Aktionär ist Nortrust Nominees, ein Finanzunternehmen, welches 15 % der Aktien hält. Weitere 14 % hält die Bill & Melinda Gates Stiftung. Damit befinden sich rund 71 % der Aktien im Freefloat.

Branchenanalyse

Givaudan ist ein Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen. Diese Stoffe werden in Konsumprodukten wie Lebensmitteln, Getränken oder auch Kosmetik verwendet. Sie dienen dazu, dem Produkt Eigenschaften zu geben, die es auf Basis der Inhaltsstoffe nicht hätte.

Duft- und Geschmacksstoffe entscheiden maßgeblich darüber, ob wir ein Produkt kaufen oder nicht. Das macht auch Sinn, denn keiner kauft ein Produkt, wenn es schlecht riecht. Dies betrifft nicht nur Lebensmittel. Vor allem Pflegeprodukte werden hauptsächlich über den Geruch gekauft. Häufig ist uns als Kunde gar nicht bewusst, wie oft wir von Düften gelenkt werden. Viele Filialen haben häufig ihren eigenen Duft. Betritt man diese Läden, fühlt man sich direkt willkommen.

Duftstoffe

Die Duftstoffe eines Parfums machen meist weniger als 6 % der Herstellungskosten aus. Der Markt für Duftstoffe wächst vor allem durch die steigende Nachfrage des Kosmetikmarktes. Schminke, Cremes oder Shampoos haben alle ihren eigenen charakteristischen Geruch. Die Inhaltsstoffe können noch so gut sein, ist der Geruch nicht gut, wird das Produkt nicht gekauft.

Geschmacksstoffe

Aromen sind ein beliebter Trick der Lebensmittelindustrie, um Kosten zu sparen, denn sie machen meist nur 0,5- 2 % der Gesamtkosten aus. Diese typischen Aromen sind jedoch mittlerweile längst etabliert und bringen kaum neues Wachstum. Anders sieht es bei den Geschmacksstoffen für vegetarische und vegane Produkte aus. Es ist verblüffend, wie echt Veggie Lyoner oder Teewurst riecht und teilweise auch schmeckt. Grund dafür sind spezielle Aromen. Da beim Essen hauptsächlich der Geschmack entscheidet, ist der Erfolg der Ersatzprodukte stark von den richtigen Aromen abhängig.

Geschäftsmodell

Aktuell beschäftigt Givaudan über 16.800 Mitarbeiter. Aus über 10.000 verschiedenen Zutaten entstehen über 25.000 verschiedene Aromen und Geschmacksstoffe. Allein von Vanille gibt es über 1000 verschiedene Geschmacksversionen.

Givaudan ist für seine Größe ein eher unbekanntes Unternehmen. Partnerfirmen möchten die Zusammenarbeit häufig nicht öffentlich publizieren, da die Produkte sonst schnell als künstlich und damit minderwertig oder günstig angesehen werden. Deshalb ist es schwierig herauszufinden, hinter wie vielen Parfums Givaudan tatsächlich steckt.

Die Umsätze von Givaudan teilen sich gleichmäßig auf zwei Bereiche auf:

Geschmacksstoffe 55 %

Givaudans Geschmacksstoffe werden in allen möglichen Lebensmitteln verwendet. Getränke, Snacks oder Milchprodukten. Zu den wichtigsten und bekanntesten Kunden gehören die großen Lebensmittelproduzenten Nestlé und Unilever. Da diese für die meisten Produkte in unseren Supermarktregalen verantwortlich sind, wird schnell deutlich, wie oft wir die Produkte von Givaudan völlig unbewusst konsumiert haben.

Duftstoffe 45 %

Duftstoffe sind in eigentlich in jedem Pflege- oder Beautyprodukt enthalten. Auch "neutral" riechende Deos sind mit Duftstoffen versetzt. Allein schon deswegen, um den Geruch der eigentlichen Wirkstoffe der Deos zu überdecken. Zu den größten Kunden aus diesem Bereich zählen Firmen wie L’Oréal, P&G oder Hermes.

Wie entsteht ein neues Aroma oder ein neuer Duft

Konsumgüterhersteller bringen jedes Jahr viele neue Produkte auf den Markt. Jedes dieser Produkte besitzt seinen eigenen, individuellen Duftstoff. Dank Givaudan.

Givaudan bekommt einen Auftrag, in welchem steht, wer die Zielgruppe des Produkts ist. Je nach Geschlecht, Alter und Lifestyle kann aus den Informationen ein neuer Duft kreiert werden. Dank jahrelanger Erfahrung und der Auswertung verschiedener Präferenzen, kann das Unternehmen aus diesen Informationen passende Duftstoffe entwickeln. Anschließend werden dem Kunden mehrere verschiedene Duftproben zukommen lassen und er kann aus dem besten Duft wählen, oder Änderungen vorschlagen.

Ist der Kunde schließlich zufrieden mit seinem neuen Duft, produziert Givaudan das neue Aroma oder den neuen Duft exklusiv für das Unternehmen. Der Kunde kennt die Zusammensetzung nicht. Das ermöglicht es Givaudan, den Kunden langfristig an sich zu binden. Der Wechsel des Anbieters und damit der Wechsel des für den Kunden beliebten Geruchs birgt für die Unternehmen große Risiken. Kommt der Geruch nicht mehr gut beim Verbraucher an, wird das Produkt nicht mehr gekauft. Ein Horror-Szenario für jeden Verkäufer. Da zahlt man lieber auch mal etwas mehr Geld für den Duftstoff, welcher sowieso nur etwa 2 % des Herstellungspreises ausmacht.

Deshalb arbeiten viele Unternehmen aus der Konsumgüterbranche mit nur einem Duftstoffe oder Aromenhersteller zusammen. Das bedeutet, das Produkt kann gerne auch etwas mehr kosten, solange Service und Qualität stimmen.

Dividende

Die Dividende für das Geschäftsjahr 2022 liegt bei 64,6 Euro und wurde in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 4,4 % gesteigert. Die Ausschüttungsquote belief sich dabei auf 77 % und liegt damit im historischen Durchschnitt. Dadurch, dass Givaudan mit Konsumeilgüterunternehmen oder Lebensmittelproduzenten zusammen arbeitet, sind die Umsätze relativ stabil.

Der Umsatz in den letzten 5 Jahren wuchs um durchschnittlich 7,4 %. Der Gewinn wuchs im selben Zeitraum um 4,9 %. Nach Peter Lynch ist Givaudan damit ein Average Grower. Der Markt wächst eher gemächlich und auch der Marktanteil ist sehr hoch. Das etablierte Unternehmen eignet sich damit vor allem für Investoren, welche nach sicheren Geschäftsmodellen mit stabilen Umsätzen und langer Dividendenhistorie suchen.

Givaudan AlleAktien Qualitätsscore

Hier kannst du dich über unseren AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) im Detail informieren.


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