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Aktie Analyse

Mowi (Marine Harvest) Aktie Analyse

WKN
924848
Symbol
MOWI
Sektor
Nichtzyklischer Konsum
Investor Relations
Investor Relations

Mowi ist ein norwegisches Nahrungsmittelunternehmen und der größte Zuchtlachskonzern der Welt. Das Unternehmen beschäftigt an Standorten in 25 Ländern fast 15.000 Mitarbeiter. Der gezüchtete Lachs wird in 70 Länder weltweit vertrieben. Zum 1. Januar 2019 wurde das Unternehmen von Marine Harvest in Mowi umbenannt.

Chief Executive Officer von Mowi ist seit Ende 2019 der Norweger Ivan Vindheim. Er ist seit 2021 im Unternehmen tätig und studierte an der Norwegian School of Economics and Business Administration.

Das Geschäftsmodell von Mowi

Mowi verdient seine Umsätze durch die Aufzucht und den anschließenden Verkauf von Lachs.

Das Unternehmen setzt dabei voll auf vertikale Integration: Die Aufzucht der Jungfische zu schlachtfertigen Lachsen wird vollständig von Mowi übernommen. Der Lachs wird in den eigenen Standorten verarbeitet und verpackt. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen den eigenen Lachs sogar direkt an den Endverbraucher. Damit ist Mowi insgesamt weniger von dem schwankenden Lachspreis abhängig, da dieser auf Konsumentenebene vergleichsweise stabil bleibt.

Der Zuchtprozess

Insgesamt dauert die Zucht eines Lachs rund 30 Monate. Zunächst werden die Jungfische in kleinen Süßwasserbecken aufgezüchtet, bis sie ungefähr 150 Gramm schwer sind.
Dann werden sie in sogenannte Netzgehege im Meer gegeben. Dort wachsen die Fische geschützt auf und werden vollautomatisiert gefüttert. Haben sie ein Gewicht von rund 5 kg erreicht, werden sie geschlachtet und zerlegt. Der “fertige” Lachs wird verpackt und in den Vertrieb gegeben.

Automatisierung und Digitalisierung

Mowi setzt auf allen Ebenen der Wertschöpfung auf digitalisierte und automatisierte Prozesse. Ein konkretes Beispiel:
Früher wurden die Lachse dauerhaft gefüttert. Über einen Schlauch wurde den ganzen Tag lang Futter in die Becken gepumpt – auch wenn die Tiere bereits satt waren. So wurde wertvolles und teures Futter verschwendet. Heute sind die Netzgehege mit Sensorik und Kameras ausgestattet, um zu erkennen, wann die Fische das Futter überhaupt nachfragen. Sinkt zu viel Futter an den Meeresboden, wird die Zufuhr erstmal pausiert. So können die Produktionskosten gesenkt werden.

Umsatzverteilung

Mowi verkauft den Lachs an drei Hauptmärkte:

  • Europa
  • Amerika
  • Asien

In Europa werden rund 70 % des Umsatzes verdient, in Amerika und Asien respektive 20 und 10 %. Am stärksten wächst aktuell das Asien-Geschäft. Insgesamt hat das Unternehmen einen Marktanteil von 20 % am Weltmarkt und ist damit der größte einzelne Lachsproduzent der Welt.

Markt- und Branchenanalyse

Am weltweiten Fischkonsum macht der Lachskonsum einen verschwindend geringen Anteil aus. Das liegt vor allem daran, dass Lachs ein sehr hochwertiger und teurer Fisch ist.

Der Lachs ist ein Rohstoff: Der Preis wird auf Märkten durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Schwankende Preise bei relativ fixen Produktionskosten wirken sich natürlich auf Umsatz und Gewinne aus. In Zukunft ist aber damit zu rechnen, dass Lizenzen zur Lachszucht deutlich sparsamer vergeben werden. Dadurch wird der Markteintritt für neue Konkurrenz erschwert. Das ist aus zwei Gründen gut für Mowi:

  1. Weniger Konkurrenzdruck wirkt sich generell positiv auf Umsatz und Gewinne aus.
  2. Das Angebot bleibt vergleichsweise konstant: enorme Angebotsüberschüsse sind also selten. Dadurch bleibt der Lachspreis konstant oder steigt im besten Fall mit der Nachfrage.

Kennzahlen, Bilanz und strategischer Ausblick

2020 war insgesamt kein gutes Jahr. Die Nachfrage nach Lachs hängt zu einem großen Teil an dem Konsum in Restaurants und Hotels. Die weltweiten Lockdowns haben zu einem Nachfragetief geführt. Langfristig sollte sich die Nachfrage aber wieder stabilisieren.

Mowi konnte aufgrund der steigenden Nachfrage nach Lachs über das letzte Jahrzehnt den Umsatz rund 10 % pro Jahr steigern. In Zukunft wird dieses Wachstum wohl anhalten, wenn auch etwas entschleunigt, mit rund 8 % pro Jahr. Der Umsatz wächst trotz des zyklischen Markts recht linear an. Nicht so stetig konnte Mowi den operativen Gewinn steigern. Dieser wächst historisch gemittelt zwar auch stark an, doch die Schwankungen sind stärker.

Weitaus aussagekräftiger als Gewinn und Umsatz sind in im zyklischen Lachsmarkt das Zuchtvolumen pro Jahr. In vier der letzten fünf Jahre konnte dieses gesteigert werden. Von 380.000 Tonnen in 2016 auf fast 440.000 Tonnen in 2020. Das zeigt: langfristig wird immer mehr Lachs nachgefragt und Mowi kann diese Nachfrage bedienen.

Bilanziell steht Mowi insgesamt gut dar. 2020 lag eine verzinste Nettoverschuldung von 1,5 Mrd. € vor. Aufgrund der Corona-Pandemie war dieses Jahr operativ nicht repräsentativ; im Vergleich zum EBIT aus dem Geschäftsjahr 2019 ergibt sich ein Verschuldungsgrad von unter 3 – ein unkritischer Wert. 2022 sollten sich die Gewinne wieder normalisieren und der Verschuldungsgrad weiter sinken.

Nowi ist besonders aufgrund der üppigen Dividende bei Anlegern beliebt. 2020 wurde diese zwar massiv gekürzt, in Zukunft sollten aber wieder Prä-Covid-Werte erreicht werden. Aufgrund der Zyklik des Geschäfts ist aber immer wieder mit Dividendenkürzungen zu rechnen – das sollten Anleger im Hinterkopf behalten.

MOWI AlleAktien Qualitätsscore

AlleAktien-AAQS-Qualitätsscore-Qualitätsaktie-Bewertung-Mowi-Marine-Harvest-Aktie-kaufen-News-Chart
Im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) erreicht Mowi ein super Ergebnis: 9 von 10 möglichen Punkten.

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