Skip to content
Aktienanalyse

China der Investoren 2021: Das globale China der Investoren — China Aktien verstehen, China Aktien besitzen

China der Investoren: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Die kommunistisch-kapitalistische Volkswirtschaft ist auf Kurs, die USA noch bis Ende des Jahrzehnts als größte Volkswirtschaft der Welt abzulösen. Mit der im Vergleich zu den USA vierfachen Bevölkerung von 1,4 Mrd. hungrigen Menschen plus rasantem Wohlstandsaufbau pro Person ist das realistisch. Durch harte Arbeit und eine streng administrierte Republik hat China die westlichen Länder in vielen Technologien bereits überholt: 5G-Netzwerke, Elektroautos, soziale Netzwerke, Online-Bezahlung, Gaming, Livestreaming, Halbleiter, künstliche Intelligenz und natürlich Überwachungstechnik. Als globale Investoren müssen wir uns jetzt positionieren: Ist das Traum oder Realität? Nachhaltig oder eine Blasenökonomie? Ich bin seit 2016 regelmäßig mehrere Monate in China, habe dort in Peking als Student gelebt sowie studiert und vor Ort natürlich viele Unternehmen analysiert, Manager befragt und die Produkte alle selbst genutzt. Mit dieser China-Analyse will ich mehr fundiertes Chinaverständnis und -wissen für die deutsche Aktionärskultur bereitstellen. China der Investoren: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Die kommunistisch-kapitalistische Volkswirtschaft ist auf Kurs, die USA noch bis Ende des Jahrzehnts als größte Volkswirtschaft der Welt abzulösen. Mit der im Vergleich zu den USA vierfachen Bevölkerung von 1,4 Mrd. hungrigen Menschen plus rasantem Wohlstandsaufbau pro Person ist das realistisch. Durch harte Arbeit und eine streng administrierte Republik hat China die westlichen Länder in vielen Technologien bereits überholt: 5G-Netzwerke, Elektroautos, soziale Netzwerke, Online-Bezahlung, Gaming, Livestreaming, Halbleiter, künstliche Intelligenz und natürlich Überwachungstechnik. Als globale Investoren müssen wir uns jetzt positionieren: Ist das Traum oder Realität? Nachhaltig oder eine Blasenökonomie? Ich bin seit 2016 regelmäßig mehrere Monate in China, habe dort in Peking als Student gelebt sowie studiert und vor Ort natürlich viele Unternehmen analysiert, Manager befragt und die Produkte alle selbst genutzt. Mit dieser China-Analyse will ich mehr fundiertes Chinaverständnis und -wissen für die deutsche Aktionärskultur bereitstellen.

Volksrepublik China, People’s Republic of China, 中华人民共和国

Bruttoinlandsprodukt (BIP)
14,9 Bio. USD
Bevölkerung, …davon erwerbstätig
1,4 Mrd., 840 Mio. (60 %)
BIP Wachstum 2020
2,2 %
BIP pro Kopf
10.800 USD
BIP nach Sektor
8,6 % Landwirtschaft, 39,8 % Industrie, 51,6 % Dienstleistungen
Währung
Renminbi (人民币), 1 Renminbi = 0,15 USD
Hauptstadt
Beijing 北京
Inflation
2,9 % (2020)
Staatsverschuldung China
48 % des BIPs (2020)
Staatsverschuldung Deutschland
60 %
Staatsverschuldung UK
85 %
Staatsverschuldung Frankreich
98 %
Staatsverschuldung USA
98 %
Staatsverschuldung Japan
230 %
Credit Rating (S&P)
A+

Das globale China der Investoren — China Aktien verstehen und besitzen In die größte Volkswirtschaft der Zukunft investieren

  • China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die chinesische Wirtschaft wächst seit 30 Jahren mit über 9,5 % pro Jahr, und auch 2020 wird sie mit 5,8 % erheblich schneller wachsen als jede andere große Volkswirtschaft: USA, Japan, Deutschland, England und Frankreich. Die chinesische Volkswirtschaft kombiniert Größe, Wachstum und Digitalisierung.

  • Wirtschaftswachstum von 6 % pro Jahr. China hat zahlreiche politische Maßnahmen wie die Belt-and-Road-Initiative entwickelt, um das 6 %-Wachstum auch die kommenden 20 Jahren zu sichern. Gleichzeitig werden Großkonzerne unterstützt, in das Umland zu expandieren. Softwareunternehmen und Zukunftsbranchen müssen keine oder kaum Steuern bezahlen. Es gibt eine schier endlose Liste an Wachstums- und Expansionsmaßnahmen der chinesischen Regierung, um Innovation und Technologie zu fördern. China weiß: Moderne Kriege werden an der Wirtschaftsfront gewonnen.

  • Politisches Risiko für Investoren. Per Gesetz dürfen Ausländer nicht direkt in China investieren. Man muss ein Joint Venture machen, also mit lokalen Chinesen zusammenarbeiten. Das gilt auch für Privatanleger. Daher können wir aktuell nur in Aktien investieren, die in Hongkong gelistet sind.

  • Singapur, Hongkong, Taiwan, Südkorea. Alle vier haben sich wirtschaftlich innerhalb von 50 Jahren von armen Dörfern zu weltweiten Metropolen hervorgearbeitet. Mit eigenen Börsenplätzen und eigener Marktwirtschaft. Auf die wichtigsten Aktien gehe ich kurz ein.

China Aktienmarkt-Studie 2021

Kurzüberblick der China Aktienmarktanalyse

0:00 0:00

PDF China — China Aktienmarkt

AlleAktien China Aktienmarktstudie herunterladen »

China-Aktien für Privatanleger von einem „Insider“

Mit dieser Marktstudie China möchte ich erstmals umfassend, wissenschaftlich und kompakt den chinesischen Wirtschaftsraum und Aktienmarkt zusammenfassen. Der Fokus liegt dabei auf Privatanlegern, Investoren und Unternehmer. Ich war seit 2016 knapp zwei Jahre an den unterschiedlichsten Orten in China: in den vier Metropolregionen Shenzhen, Beijing, Shanghai und Hongkong. Aber auch auf dem Land in Dörfern mit weniger als 5.000 Einwohnern. Ich hatte in Beijing insgesamt drei Austauschsemester während meines Informatik- und Managementstudiums an der ETH Zürich und am Massachusetts Institute of Technology absolviert. Danach bin ich jedes Jahr mehrere Monate in das Land gereist, um Mandarin zu erlernen und Unternehmen zu analysieren. Manager von Tencent, Xiaomi, NIO und Alibaba habe ich beispielsweise vor Ort zu ihren Aktien befragt. In der Zeit habe ich mir ein ganz gutes Bild über diese fremde Volkswirtschaft gemacht. Einen unabhängigen Eindruck, den ich heute mit euch teilen möchte.

Bei AlleAktien geht es darum, die Aktionärskultur in Deutschland maßgeblich nach vorne zu bringen. Mehr deutsche Mitmenschen zu rationalen, langfristig-denkenden Investoren zu machen und sich an den besten Qualitätsunternehmen weltweit zu beteiligen.

▲ Michael C. Jakob in der Chen Clan Ancestral Hall in Guangzhou, grenzend an die Städte Shenzhen und Hongkong. Guangzhou ist die größte Metropolregion Chinas und der Welt mit fast 80 Mio. Einwohnern. Einmal Deutschland, in einer Stadt.

Einführung: China und die Welt

Einführung: China und die Welt

China und die Welt — Was war. Was wird.

Die sozialistische Marktwirtschaft der Volksrepublik China ist seit 2010 die zweitgrößte Wirtschaft der Welt (nach BIP). Die Wirtschaft Chinas ist über die letzten 30 Jahre, seit 1990, mit je 9,5 % pro Jahr gewachsen — das ist einmalig in der Geschichte der Menschheit. Millionen von Millionären wurden in China geschaffen, hunderte von Milliardären. China sitzt auf den größten Bodenschätzen an Kohle und Seltenen Erden der Welt, die für Elektronik- und Transistorbauteile essentiell sind. China hat mittlerweile auch die USA als weltweit größten Finanzplatz eingeholt: Der China-Bankensektor hat 40 Billionen USD in Verwaltung. China ist der größte Exporteur und zweitgrößte Importeur (nach den USA) der Welt.

Zu zahlreichen Technologiefirmen des Westens gibt es ein China-Äquivalent, das von einem viel größeren Markt profitieren kann: China hat 3,5x die US-Bevölkerung.

In China sind alle Zahlen gigantisch

Mit 1,4 Milliarden Einwohnern hat China mehr Einwohner als Nordamerika (USA: 330 Mio., Kanada: 37 Mio.) und die EU (450 Mio.) zusammen. Und noch relevanter: Es gibt nur ein System. Eine konsequente Regierung. Während sich EU-Länder und USA gerne um Kleinigkeiten streiten. Daher: Bitte betrachtet alle China-Zahlen immer im relativen Vergleich zur eigenen Vergangenheit oder den westlichen Ländern. Viele Medien werben gerne mit riesigen Zahlen, wenngleich diese im chinesischen Kontext tatsächlich oft winzig sind.

In China gibt es 7 Städte mit mehr als 10 Mio. Einwohnern und 105 Städte mit mehr als 1 Mio. Einwohnern.

▲ Chinesische Flagge und Ausdruck des chinesischen Stolzes: Die Farbe rot vermittelt Glück und Wohlstand. Die Sterne stehen für Einigkeit der Nation.

Geschichtlicher Kontext

Eine kurze Geschichte Chinas

Die Chinesen haben eine Geschichte, die mehr als 4.000 Jahre zurückgeht. Bereits 2000 vor Christus gab es die ersten Dörfer in der Region. Auf die lange Geschichte sind die Chinesen heute sehr stolz. Natürlich gab es damals noch kein „China“, sondern nur einzelne, unkoordinierte Dörfer. Trotzdem fanden sich dort alle Merkmale, die wir heute als Zivilisation anerkennen: Sie verwendeten Werkzeuge aus Keramik, bauten Reis an, hielten Haustiere und webten Kleidung aus Seide. Das ist faszinierend, weil gerade Seide und chinesische Keramik heute eher als Luxusgüter bekannt sind.

1500 v. Chr.
Zeitachse als Dynastien

Chinas Geschichte ist vergleichsweise gut strukturiert. Die gesamte Historie ist in Dynastien aufgeteilt, üblicherweise unter einem militärischen Kaiser und dessen Nachkommen. Sind diese alle verstorben oder gestürzt worden, so gab es eine neue Dynastie. Zwischen den Dynastien gab es meistens einige Jahre oder Jahrzehnte ohne gemeinsamen Zusammenschluss.

▲ Erste Dynastie: Shang Dynastie (rot).

Die erste Dynastie (Shang) war so groß wie Beijing und die umliegenden Städte. Die darauffolgenden Kaiser waren aber immer mächtiger und einflussreicher als jene zuvor. Militärisch wurde das Herrschaftsgebiet immer mehr erweitert, bis die heutigen Grenzen Chinas entstanden sind.

Das Hauptproblem der frühen Dynastien war, dass sie immer wieder von „Barbaren“ und anderen wandernden Völkern angegriffen und geplündert wurden. Das machte es unglaublich schwierig, wirtschaftlich und wissenschaftlich voranzukommen. Im Vergleich mit der heutigen Zeit war der menschliche Fortschritt damals unglaublich langsam.

▲ Die Han Dynastie galt als das erste goldene Zeitalter Chinas und hat erstmal ein „Kaiserreich China“ erschaffen, das an das heutige China erinnert.

200 n. Chr.
Han Dynastie

Die Han-Dynastie war die erste richtige erfolgreiche Dynastie, die China bis heute am stärksten prägt. Der Kaiser hat die Steuern extrem gesenkt und das gesamte Land privatisiert. Das hat die Wirtschaft so stark angekurbelt, dass ein goldenes Zeitalter ausbrach: Wissenschaft und Militär waren die Besten der Welt. Das Kaiserreich hat sich geographisch in wenigen Jahrzehnten vervielfacht.

Aber dann gab es ein Problem: Durch die mittlerweile riesigen Distanzen innerhalb des Landes und langsame Kommunikation (Internet gab es noch nicht) zerstritten sich die einzelnen Provinzen immer wieder. Jeder hat das gemacht, was er selbst für das Beste und Wichtigste hielt. Die Provinzen waren so erfolgreich, dass sie eigene Armeen aufgebaut haben. Die politischen Machtkämpfe haben auch die Bevölkerung stark eingeschränkt und verunsichert, was zu heftigen Bürgerkriegen und einem Erliegen der Wirtschaft führte. Letztendlich sind das politische System und die Dynastie damit gescheitert.

500 – 1500 n. Chr.
Das Zentrum der Welt

Wissenschaftlich, militärisch und technologisch war China in diesen 1.000 Jahren der westlichen Welt komplett überlegen. Manche Entdeckungen wurden in Europa erst mehrere hundert Jahre nach China gemacht. Papierherstellung, Buchdruck, Gusseisen, Schwarzpulver. Das „sinozentrische“ Weltbild entstand hier: Die Welt dreht sich nur um China.

In dieser Zeit wurde auch die Große Mauer in der heutigen Form errichtet, um sich von den einfallenden Mongolen-Angriffen zu schützen. Zum Ende hin gab es wieder etliche innere Machtkämpfe und Proteste, wodurch sich der Fortschritt nochmals deutlich verlangsamte. Die Regierung wurde gestürzt und viele Jahrzehnte wurden mit Kriegen gefüllt.

Meiner Erfahrung nach ist das immer noch die größte Angst von Chinas Führung: Kritik an der Politik und Bürgerkriege könnten das Land wie bereits mehrfach in der Vergangenheit wirtschaftlich wieder Jahrhunderte in die Vergangenheit befördern. Genau das soll mit dem „Tabu an der Politik“ und Zensur jetzt nicht noch einmal passieren. Man will unbedingt einen internen Putsch oder irrationale interne Streitigkeiten vermeiden. Daher will man auch keine „irrationale und populistische US-Demokratie“, wie sie in China dargestellt wird.

1500 – 2000 n. Chr.
Europa kolonialisiert

Europa und vor allem England holen wirtschaftlich und wissenschaftlich immer mehr auf. England, Portugal und Spanien schlagen an der Küste auf und wollen handeln. Schnell wird klar: Die europäischen Länder wollen viel mehr aus China exportieren, als sie einliefern wollen. Der Bedarf an Tee und Porzellan ist in Europa unglaublich hoch.

China wird wie eine Kolonie behandelt: Alle wertvollen Ressourcen kommen nach Europa — wenn es sein muss, militärisch. Das führte dazu, dass England ein enormes Handelsdefizit hatte und viel zu viel Geld aus England herausfloss.

Also kamen die Engländer auf folgende Idee: Sie führen ein eigentlich wertloses, aber extrem teures Produkt in China ein: Opium. Auch bekannt als Heroin. Opium wird aus dem Milchsaft von Mohngewächsen hergestellt und macht stark abhängig. Weil England allerdings militärisch in den letzten Jahrhunderten stark aufgeholt hatte, konnte sich China nicht mit einem „Importstopp“ oder ähnliches dagegen wehren.

1949
Volksrepublik China entsteht

Die Volksrepublik China ist das Land, das wir heute einschlägig unter „China“ kennen. Mao Zedong hat die „Kommunistische Partei Chinas“ gegründet und die alte Regierung gestürzt. Die Anhänger der alten Regierung (Republic of China) haben sich auf eine Insel zurückgezogen, sie ist heute unter dem Namen Taiwan bekannt.

Die Volksrepublik China behauptet vehement, dass Taiwan und Hongkong weiterhin Teil der Volksrepublik sind. Die beiden Länder streiten das mehr (Taiwan) oder weniger (Hongkong) offen ab.

Unter Präsident Deng Xiaoping hat sich China ab den 1970er Jahren enorm nach außen geöffnet. Freie Marktwirtschaft und Kapitalismus statt Planwirtschaft. Dafür ist er in China und auch außerhalb Chinas relativ beliebt geworden. Er nennt es: Sozialismus mit chinesischen Zügen (socialism with Chinese characteristics). Er erlaubte es ausländischen Investoren, in China zu investieren und senkte die Steuern. Dadurch wurde China in wenigen Jahren zu einem der am schnellsten wachsenden Ländern der Welt.

Sozialismus mit chinesischen Charakteristiken

▲ Der Chinesische Traum wurde von Xi Jinping nach dem Vorbild des American Dreams geprägt. Mit harter und ehrlicher Arbeit kann jeder alles erreichen. Egal, woher er kommt, woran er glaubt oder wie er sich identifiziert. Der Chinesische Traum ist fester Bestandteil der chinesischen Propaganda. Er motiviert — und steigert damit die Produktivität der Bevölkerung. Die Plakate findet man alle paar hundert Meter im ganzen Land. Propaganda muss nicht immer Werbung für die eigene Partei sein, es kann auch Motivation sein. Auf dem Plakat steht: Mein Traum. Der chinesische Traum. 我的梦中国梦

Wirtschaft in China

▲ Michael C. Jakob in Guangzhou, China.

Staatsunternehmen. Staatsunternehmen haben einen erheblichen wirtschaftlichen Einfluss. Mehr als 40 % des Bruttoinlandsproduktes und 60 % der Arbeitnehmer sind von Staatsunternehmen zu verantworten. Das liegt vor allem an den einflussreichen Banken und Immobilienfirmen, die in schnell wachsenden (Schwellen-)Ländern besonders profitieren.

Wachstum. Mit 1,4 Mrd. Menschen und einem Bruttoinlandsprodukt von 14 Bio. USD ist China nach Amerika (21 Bio. USD) die zweitgrößte Wirtschaft der Welt. Noch wichtiger: China ist die am schnellsten wachsende Großwirtschaft der Welt, mit einem durchschnittlichen Wachstum von ca. 9,5 % seit 1990. Zumindest wenn man den chinesischen Zahlen trauen darf.

Überschätzte Wachstumszahlen. Die meisten Experten schätzen, dass das tatsächliche Wachstum eher bei 5-7 % liegt, womit China immer noch Wachstumsmeister unter den 10 größten Volkswirtschaften wäre. In der Vergangenheit gab es einige Fälle, bei der einzelne Kantone (ähnlich wie Bundesländer) ihr Wachstum und ihre eigenen Einnahmen um 20 – 50 % zu hoch angaben. Der für die Wirtschaft verantwortliche Premierminister Li Keqiang behauptete in einer geheimen Akte, dass er selbst die Zahlen nur als „ganz, ganz groben Richtwert“ sehen würde. Das stimmt, denn die Zahlen unterliegen auch in Deutschland einer starken Messungenauigkeit und Schattenwirtschaft (besonders im Einzelhandel, Restaurants und bei Geschäften, die „aus Prinzip“ nur Bargeld annehmen). Ihr wisst, was ich meine.

Langfristige Ziele der Partei

  1. Ein mittelwohlhabendes Land bis 2021 werden. Das haben sie mit einem Durchschnittseinkommen von 12.000 USD pro Jahr erreicht.
  2. Ein entwickeltes Land zum Jahrestag 2049 werden. Das wäre exakt 100 Jahre nach Gründung der Kommunistischen Volkspartei Chinas. Dieses Ziel wird nur mit einer erfolgreichen Road-and-Belt Initiative gelingen können

Chinas Wertschöpfung liegt an der Küste

Wirtschaftsleistung: Bruttoinlandsprodukt (BIP)

BIP nach Sektor

Bevölkerungswachstum lässt stark nach

Inflation

Politik und Werte in China

Politik und Wirtschaft sind unzertrennlich verbunden. Alle Firmen und Ressourcen (Immobilien) sind fest in der Hand der Regierung. Entweder über eine Eigenkapitalbeteiligung oder via Lizenzen. Immobilien werden von der Regierung an die Bürger in jeweils 80-jährigen Pachtverträgen vergeben. Man kann nach dem Erwerb einer Immobilie diese aber an andere Mitbürger beliebig weiterverkaufen. Nach 80 Jahren kauft die Regierung die Immobilie auch zurück (es findet also keine Enteignung ohne Gegenwert statt).

Regierungsbeteiligungen werden in Amerika und Deutschland oft als negativ gesehen, in China sind sie ein positives Zeichen von Vertrauen und Seriosität. Jeder will für oder mit der Regierung arbeiten, und die besten Studenten des Landes wollen nicht bei Google oder Facebook arbeiten, sondern bei der Regierung. Durch dieses positive Image und gute Bezahlung arbeiten die cleversten Leute bei der Regierung.

Internet und Zensur existieren, um den Staat zu schützen. Internet und Medien werden zensiert gegenüber allem, was der Partei oder dem Land schaden könnte. Der Grund: um die Stabilität des Landes zu gewährleisten. So wird es kommuniziert. In Deutschland ist es übrigens genauso: Nationalsozialistische und generell „demokratie- oder parteifeindliche“ Inhalte sind in Deutschland ebenfalls verboten und werden streng bestraft. Eine Meinungs-, Regierungsform- oder Parteifreiheit gibt es auch in Deutschland nicht vollständig.

Der Gedanke dahinter ist jeweils gleich: das aktuelle System stabil zu halten. Für Chinas Wirtschaft bedeutet dies, dass ausländische Webseiten blockiert werden, die ungewollte Informationen von außen in das Land hineinbringen könnten: Google/Gmail, Facebook/Instagram/WhatsApp, Youtube, Twitter, GitHub, alle Zeitungen, Dropbox, Slack, Xing, Quora, Reddit, … Auffallend ist, dass v.a. englischsprachige Seiten geblockt sind. Handelsblatt, Zeit.de oder Le Monde (französische Zeitung) funktionieren. Vor einer Reise nach China sollte man sich deshalb einen VPN (Virtual Private Network) kaufen, also eine App oder Software, die eine Verbindung ins Ausland ermöglicht.

▲ Die Core Socialist Values kennt in China jedes Kind. Das gemeinsame, ideale Wertesystem der Chinesen. Wohlstand, Demokratie, Anstand, Harmonie, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Patriotismus, Hingabe, Integrität und Freundschaft. Diese Werte werden allerdings leicht bis vollkommen anders ausgelegt als in Deutschland. Demokratie meint eine rationale, nüchterne und substanzorientierte Diskussion innerhalb der einen Partei — was in China übrigens auch als deutlich überlegenes System zur „klassischen“ Mehrparteien-Demokratie gesehen wird, wo Rhetoriker gewinnen. Rechtsstaatlichkeit endet dort, wo die nationale Sicherheit beginnt. In China beginnt die nationale Sicherheit dort, wo die chinesische Regierung direkt angegriffen oder schlecht geredet wird. Beides untergräbt das Vertrauen in China und ist daher eine „nationale Sicherheit“.

Vergleich: China und USA

Unterschiede China und USA

Abgeschlossenheit Chinas. China ist einzigartig: Sie können es sich erlauben, Google/Facebook/Amazon komplett auszuschließen, und trotzdem am längeren Hebel zu sitzen. Der Grund: 1,4 Mrd. Menschen, die einer „winzigen“ Mannschaft von nur 400 Mio. (USA) gegenüberstehen. Alles, woran Google und Facebook gerade arbeiten, hat weniger Einfluss, als wenn sie endlich in den chinesischen Markt eindringen könnten. Aber auch dieser ist mittlerweile gesättigt: WeChat/Tencent, Alibaba, Baidu, JD.com, etc. haben ihre Monopole bereits installiert. Fast alle chinesischen Plattformen wie z.B. WeChat können im Gegensatz zu Facebook/WhatsApp/Instagram weltweit genutzt werden, während Facebook per se 20 % der Weltbevölkerung nicht erreichen wird. Meine komplette Analyse zu Tencent ist übrigens auch auf AlleAktien.de.

Viele Firmen in Staatshand. In China sind die meisten großen Firmen im Komplett- oder Teilbesitz der Regierung. Dort, wo sie nicht am Eigenkapital beteiligt sind, dort müssen Lizenzen erworben werden. Jeder Autobauer braucht zahlreiche Lizenzen von der Regierung, bevor er produzieren möchte. Gerade der Banken-, Energie- und Rohstoffsektor sind fest im Besitz des Staates. In China sehe ich im Gegensatz zu Deutschland und Amerika eine enge Beziehung zum Staat als sehr positiv. Auch Alibaba und Tencent wären ohne großzügige Unterstützung vom Staat nicht da, wo sie jetzt wären.

Der Staat in China besitzt alles. 100 % aller „Dinge“ in China gehören zumindest rein theoretisch dem Staat: alle Unternehmen, alle Immobilien, das ganze Kapital und die ganze Arbeitskraft. Dies wurde in den letzten Jahrzehnten immer weiter aufgelockert und die meisten Firmen/Immobilien/Arbeitskräfte werden genauso am freien Markt gehandelt wie auch in Amerika. Wenn der Staat „enteignet“, bekommt man immer einen relativ fairen Marktpreis (PS: Ja, er ist wirklich ziemlich fair. Oft auch mehrere Mio. EUR, wenn man eine Immobilie an einem guten Standort hat, den der Staat braucht). Die Bürger haben hundertprozentig das Gefühl, dass sie die eigenen Immobilien/Firmen/… alleinig besitzen. Das halte ich für sehr gut. Es entsteht in keiner Weise ein Gefühl von „mir ist sowieso alles egal, was mit dem Haus/den Firmen/den Wertgegenständen/… passiert, weil es ja nicht meines ist, sondern uns allen gehört.“
Der Staat allokiert zu einem gewissen Grad, wohin das Kapital fließt. Es ist eine Mischung aus Planwirtschaft und Marktwirtschaft, die jedoch in den letzten 45 Jahren sehr, sehr gut funktioniert hat. In China wurde von Mao Zedong 100 % Planwirtschaft betrieben, was fast 50 Mio. Menschenleben gekostet hat, die verhungert sind. Dieses Ereignis ist noch so klar in den Köpfen der Bevölkerung, dass die Marktwirtschaft eindeutig mit Vorteilen erkannt und immer mehr gelebt wurde.

Der Staat in China überwacht alles. In China hat im Gegensatz zu Deutschland und Amerika niemand ein Problem mit der Überwachung. Kameras, Routine-Ausweiskontrollen an Hotels/U-Bahn/Bussen sind ganz normal. Mittlerweile bekommen Chinesen auch einen „Score“, wie gut sie sich verhalten haben. Manchen sehr vereinzelten Chinesen wurde bereits der Flug verboten, weil die Bewertung zu schlecht war. Insgesamt beobachte ich zwar auch Chinesen, die immer wieder überrascht sind, was der Staat alles von ihnen weiß. Jedoch führt das eher zu einem „wow, cool“ und einem Lacher, als dass es als ein Problem gesehen wird. Bewunderung für den Staat.

Gemeinsamkeiten China und USA

China hat eine starke Arbeitsmoral: Hartes Arbeiten, ständige Weiterbildung und der Aufbau von Wohlstand sind der Grundpfeiler der sozialistischen Kernwerte Chinas. Die Familie steht im Mittelpunkt. Und der Wohlstand der Familie. Für Kinder werden ohne zu zögern 100.000e EUR ausgegeben. Sie werden an US-Eliteunis geschickt. Auch in Amerika herrscht eine starke Kultur des Arbeitens. Man will sich ständig verbessern. Das finde ich sehr positiv.

China ist kapitalistisch und liberal: Aus meiner Sicht ist China eines der kapitalistischsten Länder der Welt. Jeder versucht, seinen Wohlstand zu mehren. Geschäftspartner findet man leicht, wenn man einen Mehrwert bietet. Obwohl der Staat eingreifen kann, tut er dies im operativen Geschäft sehr, sehr selten. Unternehmen können sehr frei handeln, solange sie nicht gegen die Volkspartei hetzen. Zum Beispiel: Wer ein Restaurant aufmachen will, kann das in wenigen Tagen und ohne Kapital machen. Er braucht keine Sicherheitsvorschriften, Gesundheitsvorschriften, Herkunftsbezeichnungen, Sauberkeitsrichtlinien, Brandschutz, Toiletten, Ruhezeiten, Freiflächen, Raucherzonen, Alkohollizenz und was es noch für intelligente Dinge in Deutschland gibt, einhalten. In Deutschland ist dies ein langwieriger und kapitalintensiver Prozess, der geringen Mehrwert schafft und hunderte Beamtenjobs blockiert, die anderswo mehr Mehrwert schaffen könnten. Ich sehe das in China daher als sehr positiv. Wem es nicht schmeckt oder wer Durchfall vom Essen bekommt, der kommt sowieso nicht wieder Es spricht sich schnell herum. Online-Bewertungen werden negativ und das Restaurant ist nach wenigen Wochen pleite. Der Markt regelt sich selbst. Ich denke, beide Länder sind hier Extreme und wahrscheinlich ist etwas in der Mitte das Richtige.

Kern-Industrien in China

Technologie-Aktien in China

Technologie-Aktien in China
Lokale Monopole haben sich etabliert

Zu vielen westlichen Technologie-Firmen gibt es Pendants in China.

 

Logo

Aktie

Produkte

Westliches Pendant

 

Alibaba
 

阿里巴巴

Alibaba, AliCloud, AliPay

Amazon Retail, AWS, eBay, PayPal

Tencent
 

腾讯

WeChat

Facebook, WhatsApp, Instagram, Square Cash

Baidu
 

百度

Web-Suchmaschine

Google

JD.com
 

京东

eCommerce für hochqualitative Produkte

Amazon Retail, Amazon Logistik

Didi Chuxing
 

滴滴出行

Ridesharing-App

UBER

Meituan Dianping
 

美团点评

Bestell-App für Essen, Tickets und vieles weitere

Eventim, UBER Eats, DeliveryHero

Tantan
 

谈谈

#1 Dating-App

Tinder

Zhihu
 

知乎

#1 Online-Forum

Quora

iQiyi

 

 

 

 

 


 

爱奇艺

Führende Video Plattform

YouTube, Netflix

▲ Hier habe ich Tencent vor Ort in „Chinas Silicon Valley“ Shenzhen besucht und mich mit einem WeChat-Produktmanager getroffen. Wir haben über WeChat, Tencent Gaming, neue Apps, die internationale Expansion und die Beziehung zur Regierung gesprochen. Vieles davon ist bereits in unsere tiefgehende AlleAktien Tencent Aktienanalyse eingeflossen.

Banking-Aktien in China

Chinas Bankenindustrie
#1 weltweit, aber eng mit Chinas Immobilienpreisen gekoppelt

Welche Industrien dominieren noch in China? Die Antwort: eindeutig Banken und Immobiliengesellschaften. Beides aufgebaut auf dem Immobilien-Boom der letzten 30 Jahre. So ist es nicht verwunderlich, dass der Bankensektor in China mittlerweile der größte der Welt ist. Die Banken in keinem anderen Land verwalten mehr Vermögen. ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, die größte Bank der Welt.

Obwohl dieser Sektor sehr groß ist, bin ich hier persönlich sehr vorsichtig. Der Bankensektor in China ist eng gekoppelt mit den Immobilienpreisen, Immobilienschulden und dem Export (siehe China-USA Handelskrieg). Für mich sind das alles Risiken, die man kaum quantifizierbar oder verlässlich abschätzen kann. Deshalb halte ich mich vorerst von diesem Sektor fern.

Zwei Banken, die ich für besonders solide halte, sind J.P. Morgan und Development Bank of Singapore. Wer sich für die Finanzbranche interessiert: Beide Banken haben wir im Detail analysiert.

▲ Die vier größten Banken der Welt sind in China, gemessen an der Bilanzsumme.

Mobilitäts-Aktien in China

▲ Im Februar 2019 habe ich einen Store von NIO besucht und mir die Autos genau angesehen. Wirkt auf den ersten Blick sehr modern, sehr ähnlich zu Tesla.

China ist in meinen Augen der sehr, sehr, sehr klare Führer, was Elektromobilität anbelangt. In keinem anderen Land werden mehr Elektro-Fahrzeuge produziert und genutzt. Die Straßen sind voll von Elektro-Scootern und E-Autos. Das habe ich noch in keinem anderen Land gesehen. In Südchina (z.B. in Shenzhen und Guangzhou) fahren fast alle Taxis und Busse rein elektrisch. Und viele sind von BYD.

Die drei bekanntesten Hersteller sind BYD, Geely und NIO. BYD und Geely sind Tesla um fast ein Jahrzehnt voraus. Produzieren jährlich über 500.000 Autos. Und das schon seit 2013, also seit bereits über 6 Jahren. Tesla hat das Gleiche für 2017 angekündigt (schafften nur ca. 100.000) und erreicht es vermutlich erst 2020/2021. BYD und Geely stellen Autos in allen Preisklassen her, NIO nur im Premiumsegment (Neupreis ab 70.000 EUR).

Ich bin ein BYD-Fan. In den Taxis sitzt man sehr gemütlich, die Beschleunigung begeistert und alles fühlt sich sehr modern an.

▲ Hier bin ich vor einem der NIO Concept Stores, die es bereits in ganz China gibt. Hier kann man die Autos ausprobieren und sich für eine Anzahlung von 7.000 EUR (Gesamtpreis: 70.000 bis 170.000 EUR) sein eigenes NIO Model ES8 reservieren. Das haben bereits 16.000 andere Kunden gemacht. Dabei sind die 7.000 EUR nicht einmal rückerstattbar!
▲ BYD (kurz für: Build Your Dreams) ist eines der größten aufstrebenden Energie-Startups aus China. Sie sind in der Produktion von Energie (Solar), Speicherung (Akkus zur Energiespeicherung und in Smartphones) und Mobilität verankert (E-Autos, E-Busse, E-Trucks, …) mit 20 % Wachstum pro Jahr. Es gibt kaum ein Energie-Startup, das so breit aufgestellt ist und gleichzeitig die gesamte Wertschöpfung beansprucht. Was BYD von allen anderen E-Auto-Herstellern für mich abgrenzt: BYD arbeitet seit 25 Jahren an wiederaufladbaren Batterien (sogenannten Akkumulatoren) und ist eine der innovativsten Batterie-Firmen der Welt. Ihnen haben wir zu verdanken, dass es heute so effiziente Akkus in Smartphones und iPads gibt. Basierend darauf expandiert BYD gleichzeitig in viele verschiedene angrenzende Branchen, die von effizienten Akkus profitieren können. In 20+ Ländern. Auch die Deutsche Bahn nutzt seit diesem Monat (März, 2021) elektrische Busse von BYD im öffentlichen Verkehr in Deutschland. Und mit der Expansion nach Europa wird es für uns Investoren jetzt spannend. In den letzten Wochen haben wir uns die BYD Aktie intensiv angesehen und ein Resume gezogen.

Immobilien-Aktien in China

Das einzig sichere Investment?
Chinesen lieben Immobilien

Chinesen lieben Immobilien als „sichere“ Geldanlage. „Immobilien haben noch nie an Wert verloren“. Ein Satz, den man in Amerika um 2008 ständig gehört hat. Den gleichen Satz hört man auch in China ständig, denn es stimmt: In den letzten 60 Jahren sind die Immobilienpreise nur nach oben gegangen. In einigen Städten in China sind Blasen mit Preiseinbrüchen von mehr als 50 % geplatzt, aber das wird zensiert. Kaum jemand bekommt das mit. Beteiligte dürfen nicht darüber sprechen. Chinesen investieren ihr Erspartes, wenn möglich, immer in Immobilien. Das ist kulturell veranlagt und hat mit der 5.000-jährigen Geschichte Chinas zu tun. Ein Mann muss erst sein eigenes Haus besitzen, bevor er heiraten darf (so war es historisch). Aktien werden als Spekulation angesehen, wie im Casino.

In Erstliga-Städten (Beijing, Shanghai, Guangzhou, Shenzhen) gab es bisher noch keine Preisrückgänge, aber auch deutlich abflachende Renditen, bezogen auf die Preissteigerungen. Die Renditen, bezogen auf die Mieteinnahmen, liegen bei unter 1 %.

Aktien werden weitgehend als Spekulation erachtet, mit folgender Begründung: Unternehmen können Bankrott gehen, Immobilien/Land haben immer einen Wert. In der Vergangenheit gab es zahlreiche Firmen mit gefälschten Bilanzen, die an der Shanghai Stock Exchange gelistet waren. Deshalb hat die Börse Shanghai einen entsprechenden Ruf. Unternehmen versuchen besser, direkt in Hongkong oder im Ausland gelistet zu werden. Mehr dazu im Kapitel „An welcher Börse kaufen?“.

Top Immobilien Aktien

Zahlreiche Immobilienentwickler, private und staatliche, sind öffentlich handelbar. Wer gegen den chinesischen Immobilienmarkt wetten möchte, für den ist eine Short-Position bei diesen Firmen empfehlenswert. Es gibt kaum eine einfachere Möglichkeit, um gegen diesen Markt zu wetten. Die Risiken einer Immobilienblase sind aber bei diesen Unternehmen bereits (aus meiner Sicht) gut eingepreist, weshalb die Immobilienentwickler bereits zu sehr geringen KGVs bewertet sind.

Diese vier Immobilienaktien besitzen und bauen Immobilien. Das Problem, wie immer in der Baubranche: Diese Unternehmen haben auch gigantische Schulden in der Bilanz.

Logo Unternehmen ISIN Marktkap.
CNY
KGV
Country Garden KYG245241032 210 Mrd. CNY 4,74
China Evergrande KYG2119W1069 200 Mrd. CNY 6,50
China State Construction CNE100000F46 210 Mrd. CNY 5,80
China Communications Construction CNE100001FN5 110 Mrd. CNY 7,80

Immobilienblase

Seit 2016 sind bereits zahlreiche Immobilienprojekte am „Zielverkaufspreis“ gescheitert. Die Apartments wurden erfolgreich gebaut, konnten aber nur mit 50-60 % des erhofften Verkaufspreises weiterverkauft werden. Zu ähnlich drastischen Preisrückgängen kam es auch bereits in einigen mittelgroßen Städten Chinas (500.000 bis 2 Millionen Einwohner), in denen alle Immobilienpreise drastisch um über 30 % zurückgingen. Die Regierung versucht dies zu vertuschen, bzw. nichts davon darf in den Medien berichtet werden. Mehr dazu im vorigen Kapitel „Eigenschaften und Eigenheiten der Volkswirtschaft China“.

Top 50 Aktien in China

TOP 50 Aktien in China

▲ Alle vier großen westlichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften („Big Four“) EY, PwC, KPMG und Deloitte haben China als gigantische Chance erkannt. Allerdings ist es in China, Hongkong oder Taiwan bei einem Börsengang nicht Pflicht, dass diese von einem US-amerikanischen Unternehmen geprüft werden müssen. Im Gegenteil: So eine Forderung klingt neutral betrachtet sogar ziemlich arrogant. Der Grund ist allerdings verständlich: Alleine durch die gigantische Größe Chinas gibt es hier absolut gesehen deutlich mehr Betrugsfälle als in jedem anderen Land. Relativ gesehen jedoch nicht. Wirecard, Enron und mehr als 10 % aller deutschen IPOs im Rahmen der 1999er Technologieblase waren in einer Form von Bilanzfälschung involviert. Auch in China und Europa gibt es Wirtschaftsprüfer. Hier ein Auszug von China Life.

Die 50 wertvollsten Firmen Chinas

Logo

Aktie

Marktkap.

in Mrd. EUR

KGVe NTM

5Y CAGR

Branche

Auditor

Alibaba
KYG017191142

517.909

24,2

47 %

Food and Staples Retail

PwC

Tencent
KYG875721634

650.546

31,6

38 %

Software and Consulting

PwC

Kweichow Moutai
CNE0000018R8

277.082

39,3

22 %

Food and Tobacco Production

Baker Tilly

Industrial and Commercial Bank of China

ICBC
CNE000001P37

216.659

6,0

7 %

Banking

KPMG

Ping An
CNE000001R84

192.904

10,4

19 %

Insurance

PwC

China Construction Bank
CNE100000742

161.629

6,4

7 %

Banking

PwC

China Merchants Bank
CNE000001B33

141.581

10,8

9 %

Banking

KPMG

Agricultural Bank of China
CNE100000RJ0

140.865

5,6

7 %

Banking

PwC

Wuliangye Yibin
CNE000000VQ8

130.378

41,8

19 %

Food and Tobacco Production

-

China Life Insurance
CNE000001Q93

126.408

21,2

17 %

Insurance

Ernst & Young

Bank of China
CNE000001N05

111.700

5,6

6 %

Banking

Ernst & Young

JD.com
KYG8208B1014

99.616

40,0

40 %

Consumer Retail

PwC

PetroChina
CNE1000007Q1

95.133

32,6

3 %

Integrated Oil and Gas Exploration and Production

KPMG

Midea Group
CNE100001QQ5

80.325

21,4

16 %

Industrial Manufacturing

PwC

Contemporary Amperex
CNE100003662

73.260

82,0

-

Industrial Manufacturing

Grant Thornton

Foshan Haitian
CNE100001SL2

65.892

67,1

16 %

Food and Tobacco Production

KPMG

China Petroleum
CNE0000018G1

61.725

12,4

2 %

Integrated Oil and Gas Exploration and Production

PwC

BYD
CNE100001526

61.619

98,1

19 %

Consumer Vehicles and Parts

Ernst & Young

Jiangsu Hengrui Medicine
CNE0000014W7

58.656

56,4

27 %

Biopharmaceuticals

Nexia

China Yangtze Power
CNE000001G87

56.527

18,3

14 %

Utilities

ShineWing

NetEase
KYG6427A1022

55.737

23,0

40 %

Software and Consulting

PwC

Hangzhou Hikvision
CNE100000PM8

54.441

26,4

29 %

Hardware

Deloitte

Industrial Bank
CNE000001QZ7

52.432

6,2

8 %

Banking

Deloitte

Postal Savings Bank of China
CNE100003PZ4

51.951

6,9

9 %

Banking

PwC

Gree Electric Appliances
CNE0000001D4

51.351

16,2

9 %

Industrial Manufacturing

Mazars

Shenzhen Mindray Bio-Medical Electronics
CNE100003G67

50.313

52,6

-

Healthcare Equipment

PwC

Ping An Bank
CNE000000040

47.244

12,3

12 %

Banking

PwC

China Tourism Group Duty Free
CNE100000G29

47.134

41,2

20 %

Food and Staples Retail

KPMG

Yihai Kerry Arawana
CNE1000048D3

46.868

45,7

-

Food and Tobacco Production

Baker Tilly

Luxshare Precision Industry
CNE100000TP3

45.565

35,0

55 %

Electronic Components and Manufacturing

BDO

S.F. Holding
CNE100000L63

44.417

37,5

171 %

Industrial Services

Deloitte

China Shenhua Energy
CNE100000767

44.370

9,2

0 %

Upstream Energy

KPMG

China Vanke
CNE0000000T2

44.147

7,2

22 %

Real Estate

KPMG

CITIC Securities
CNE000001DB6

43.946

19,8

21 %

Investment Services

PwC

China Pacific Insurance
CNE1000008M8

40.035

11,9

14 %

Insurance

PwC

SAIC Motor
CNE000000TY6

39.069

10,7

7 %

Consumer Vehicles and Parts

Deloitte

Bank of Communications
CNE1000000S2

38.902

4,9

9 %

Banking

PwC

Shanghai Pudong Development Bank
CNE0000011B7

36.779

5,3

9 %

Banking

KPMG

Luzhou Laojiao
CNE000000GF2

35.968

41,6

24 %

Food and Tobacco Production

-

Beijing-Shanghai High-Speed Railway
CNE100003RV9

35.940

27,5

-

Industrial Services

Baker Tilly

CSC Financial
CNE1000031T5

35.829

34,7

-

Investment Services

PwC

Foxconn
CNE1000031P3

35.760

13,4

-

Hardware

PwC

Anhui Conch Cement
CNE0000019V8

35.471

8,3

22 %

Mining and Mineral Products

KPMG

Muyuan Foodstuff
CNE100001RQ3

34.744

8,6

52 %

Food and Tobacco Production

Nexia

Jiangsu Yanghe Brewery Joint-Stock

CNE100000HB8

33.799

31,0

8 %

Food and Tobacco Production

Nexia

Wanhua Chemical Group
CNE0000016J9

33.759

20,6

27 %

Chemical, Plastic and Rubber Materials

Deloitte

Wuxi Biologics
KYG970081173

33.236

126,1

66 %

Healthcare Services

Deloitte

Longfor Group
KYG5635P1090

32.855

11,3

26 %

Real Estate

Deloitte

Aier Eye Hospital Group
CNE100000GR6

32.671

109,6

34 %

Healthcare Services

UHY

People's Insurance
CNE100003F27

32.641

14,2

-

Insurance

Deloitte

Sany Heavy
CNE000001F70

31.742

14,5

21 %

Industrial Manufacturing

-

WuXi AppTec
CNE1000031K4

31.658

66,4

-

Healthcare Services

Deloitte

ANTA Sports Products
KYG040111059

30.245

31,4

32 %

Consumer Goods

KPMG

Haidilao International
KYG4290A1013

29.878

56,9

-

Hospitality Services

Deloitte

Inner Mongolia Yili
CNE000000JP5

29.363

27,2

12 %

Food and Tobacco Production

Moore Stephens

Offcn Education Technology
CNE100001641

28.792

66,1

13 %

Household Services

Baker Tilly

China State Construction Engineering
CNE100000F46

28.784

4,5

14 %

Industrial Services

PwC

Semiconductor Manufacturing International
KYG8020E1199

28.584

62,0

14 %

Electronic Components and Manufacturing

PwC

Shanxi Xinghuacun Fen Wine Factory
CNE000000DH5

28.452

66,6

25 %

Food and Tobacco Production

BDO

East Money Information
CNE100000MD4

28.241

40,7

56 %

Software and Consulting

BDO

China CITIC Bank
CNE1000000R4

27.947

5,7

9 %

Banking

PwC

Bank of Ningbo
CNE1000005P7

27.480

12,2

16 %

Banking

Ernst & Young

China Minsheng Banking
CNE0000015Y0

27.396

4,6

8 %

Banking

Ernst & Young

Great Wall Motor
CNE1000018V8

27.015

36,1

10 %

Consumer Vehicles and Parts

Deloitte

China Everbright Bank
CNE100000SL4

26.178

6,9

12 %

Banking

Ernst & Young

Zijin Mining Group
CNE100000B24

26.158

23,9

20 %

Mining and Mineral Products

Ernst & Young

China International Capital
CNE1000048J0

26.097

37,9

-

Investment Services

KPMG

Poly Developments & Holdings Group
CNE000001ND1

25.726

5,4

18 %

Real Estate

BDO

New Oriental Education & Technology Group

24.739

-

-

Household Services

-

Country Garden
KYG245241032

24.701

4,0

43 %

Real Estate

PwC

Chongqing Zhifei Biological
CNE100000V20

24.411

41,0

70 %

Healthcare Services

ShineWing

BOE Technology
CNE0000016L5

23.445

23,1

27 %

Hardware

KPMG

Will Semiconductor
CNE100002XM8

23.153

54,9

59 %

Electronic Components and Manufacturing

BDO

Haier Smart Home
CNE000000CG9

23.079

20,1

19 %

Consumer Goods

HLB

Hengli Petrochemical
CNE0000018V0

23.017

11,9

160 %

Chemical, Plastic and Rubber Materials

Kreston

China Evergrande Group
KYG2119W1069

22.508

5,7

35 %

Real Estate

PwC

Rongsheng Petrochemical
CNE100000W60

22.288

16,7

22 %

Chemical, Plastic and Rubber Materials

Pan-China

Hansoh Pharmaceutical Group
KYG549581067

22.170

48,9

-

Biopharmaceuticals

Ernst & Young

China Evergrande New Energy Vehicle Group
HK0000264595

21.793

-

76 %

Real Estate

PwC

China Merchants Securities
CNE100000HK9

21.302

18,5

12 %

Investment Services

Deloitte

Henan Shuanghui Investment & Development
CNE000000XM3

21.282

22,8

7 %

Food and Tobacco Production

Ernst & Young

ZTO Express
KYG9897K1058

21.158

28,8

43 %

Industrial Services

Deloitte

Yum China
US98850P1093

20.688

31,0

8 %

Hospitality Services

KPMG

Huatai Securities
CNE100000LQ8

20.111

12,7

20 %

Investment Services

KPMG

Shanghai International Airport
CNE000000V89

19.732

47,3

15 %

Industrial Services

-

New China Life Insurance

CNE1000019Y0

19.550

12,5

5 %

Insurance

PwC

Guotai Junan Securities
CNE1000022F3

19.477

13,2

17 %

Investment Services

Ernst & Young

BeiGene
KYG1146Y1017

19.387

-

108 %

Biopharmaceuticals

Ernst & Young

China United Network Communications
CNE000001CS2

19.333

20,6

1 %

Telecommunications

PwC

ZTE Corporation
CNE000000TK5

19.200

26,7

3 %

Hardware

Ernst & Young

Haitong Securities
CNE000000CK1

19.042

13,4

19 %

Investment Services

Deloitte

CRRC Corporation
CNE100000CP9

18.851

13,0

2 %

Industrial Manufacturing

Deloitte

Sunny Optical Technology
KYG8586D1097

18.300

26,2

37 %

Electronic Components and Manufacturing

Deloitte

Baoshan Iron & Steel
CNE0000015R4

18.149

11,3

10 %

Mining and Mineral Products

Ernst & Young

Shenzhen Inovance Technology
CNE100000V46

18.139

55,5

28 %

Industrial Manufacturing

BDO

Beijing Kingsoft Office Software
CNE100003PM2

18.040

116,9

-

Software and Consulting

Moore Stephens

Yonyou Network Technology
CNE0000017Y6

17.877

142,4

15 %

Software and Consulting

Ernst & Young

Changchun High & New Technology Industry
CNE0000007J8

17.731

38,0

28 %

Biopharmaceuticals

Daxin Global

Tongwei
CNE000001GS3

17.460

24,9

21 %

Food and Tobacco Production

-

Focus Media
CNE000001KK2

17.417

31,0

12 %

Hardware

BDO

Weichai Power
CNE1000000D4

17.100

12,7

18 %

Industrial Manufacturing

Ernst & Young

 

Börsenplätze für China-Aktien

Es gibt drei wichtige Börsenplätze für Investoren:

  1. New York Stock Exchange: China-ADRs auf Aktien, die in Hongkong oder China gelistet sind
  2. Hong Kong Stock Exchange: China-Aktien
  3. Shanghai und Shenzhen: China-Aktien für Chinesen (Inländer). Privatanleger aus Deutschland oder USA können hier nicht handeln.

New York Stock Exchange

Die einfachste Möglichkeit, in chinesische Aktien zu investieren, ist an der New York Stock Exchange (NYSE) über ein sogenanntes ADR Zertifikat. Chinesische Firmen lassen sich so international an einer Börse listen, um einfach handelbar zu werden. Ein ADR ist dabei nicht selbst eine Aktie, sondern verbrieft das Recht auf eine Aktie. ADRs sind sehr etabliert und wurden in Amerika erfunden, um auch ausländischen Firmen eine Listung in Amerika zu ermöglichen. Sie werden besonders streng von der US-Börsenaufsicht (SEC) überwacht. Auch Credit Suisse, UBS, Deutsche Bank und viele weitere etablierte Firmen sind nach diesem System an US-Börsen gelistet. Betrug oder Fälschungen sind eine Rarität. Alibaba und Tencent sind hier gelistet.

In China ist es Ausländern nicht erlaubt, Aktien von Firmen bestimmter Industrien zu halten. Internet ist eine der für Ausländer verbotenen Industrien. Hauptgrund dafür ist, dass China die landesinnere Zensur unter Kontrolle haben und auch jeden veröffentlichten Inhalt potentiell zensieren können muss. Auf eine bestimmte Art und Weise werden ausländische Investoren durch diese Regelung sogar „geschützt“. Neben Alibaba gibt es noch 11 weitere chinesische Tech-Firmen, die ebenfalls ADRs benutzen und an der NYSE gelistet sind, z.B. Baidu und JD. Die Regierung Chinas will die Kontrolle über die eigenen Firmen behalten, versteht jedoch auch, dass sie ausländisches Kapital zum Wachsen benötigen.

Hong Kong Stock Exchange

Die HKSE (Hong Kong Stock Exchange) ist die mit Abstand am schnellsten wachsende Börse der Welt. Öffentliche Firmen sind in Hongkong ähnlich wie in Amerika und Deutschland sehr streng reguliert, Betrug oder Fälschungen sind eine extreme Rarität. Alle Firmen werden sowohl von der Regierung als auch von unabhängigen und weltweit anerkannten Bilanzprüfern (PwC, KPMG, …) jährlich begutachtet. Tencent, PetroChina, China Mobile, Ping An und sehr viele chinesische Banken sind hier gelistet.

Börse Shanghai und Börse Shenzhen in China — nur für Chinesen und institutionelle Investoren

In China gibt es zwei Börsen: Shanghai und Shenzhen. Shanghai ist die viertgrößte Börse der Welt. Im Gegensatz zur Börse Hongkong öffnen sich diese beiden Börsen noch nicht für ausländische Investoren. Es ist extrem schwierig, als Ausländer direkt in dort gelistete Firmen zu investieren. Der Staat greift regelmäßig ein, listet kurzfristig neue Firmen und bereits gelistete Firmen verschwinden nach mehreren Wochen ohne Kommentar. Der Markt ist außerdem streng von der Regierung limitiert, was das Handelsvolumen und Schwankungen anbelangt. Auch in jüngsten Jahren kam es hier immer wieder zu Vorfällen von „stark optimierten“ Bilanzen. Ich würde (auch wenn ich es könnte) nicht an diesen Börsen direkt investieren. Mir ist es wichtig, dass die veröffentlichten Daten vollkommen korrekt sind und die Regierung so beliebig eingreifen kann.

Steuerliche Behandlung bei China-Dividenden

▲ Shenzhen, China. Das Technologiezentrum, das „Silicon Valley“, Chinas. Tencent hat hier den Unternehmenssitz.

In China ist die Quellensteuer-Situation für Privatanleger recht komplex. Das Bundeszentralamt für Steuern gibt an, dass entweder 0 oder 20 % Steuern anfallen und davon bis zu 10 % angerechnet werden können. In der Praxis gibt es leider keine eindeutige Regel, wie viel Steuern auf die Dividende ausfallen und in welcher Höhe die Anrechnung möglich ist. Bei Brokern wie der Comdirect sind Quellensteuern aus China anscheinend nicht mehr anrechenbar und können stattdessen vom Aktionär persönlich in China zurückgefordert werden. Leider sind solche Verfahren extrem aufwendig und lohnen sich erst ab mehreren hundert Euro Steuerabzug.

Unternehmenssitz in China

Die meisten Leute berichten von 10 % Steuerabzug und 0 % Anrechenbarkeit. Die Besteuerung sieht bei 100 EUR Dividende dann folgendermaßen aus (Kirchensteuer kommt bei Kirchenmitgliedern hinzu):

Chinesische Aktien Zahlung Steuersatz
Bruttodividende 100,00 EUR
Steuer China -10,00 EUR -10,0 % (0 %-Punkte in Deutschland angerechnet)
Kapitalertragssteuer Deutschland -25,00 EUR -25 % (25 % abzgl. der 0 %-Punkte)
Solidaritätszuschlag -1,38 EUR -1,38 % (5,5 % Zuschlag auf die Kapitalertragssteuer)
Nettodividende 63,62 EUR Gesamter Steuersatz von 36,38 % (Zum Vergleich: deutsche Aktie 26,375 %)

Das heißt, eine chinesische Dividende ist in der Regel steuerlich ungünstiger als Dividenden aus Deutschland.

Unternehmenssitz in Hongkong oder Macau

Anders sieht es aus bei Unternehmen mit Sitz in Hongkong oder Macau. Diese Länder haben keine Quellensteuer. Es gibt auch einige chinesische Unternehmen, die über einen Sitz auf den Bermudas oder Cayman Inseln operieren. Diese Unternehmen erkennt man an der ISIN, die entweder mit „BM“ oder „KY“ beginnt. Hier beträgt die Quellensteuer ebenfalls 0 %.

Aktie aus Hongkong / Macau Zahlung Steuersatz
Bruttodividende 100,00 EUR
Steuer China -0,00 EUR -0,0 %
Kapitalertragssteuer Deutschland -25,00 EUR -25 %
Solidaritätszuschlag -1,38 EUR -1,38 % (5,5 % Zuschlag auf die Kapitalertragssteuer)
Nettodividende 73,62 EUR Gesamter Steuersatz von 26,375 % (Zum Vergleich: deutsche Aktie 26,375 %)

Für deutsche Dividendeninvestoren eine gute Wahl: Bei deutschen Aktien würde man den gleichen Steuersatz bezahlen.

Indizes und ETFs für China

CSI300 Index

Die 300 wertvollsten Aktien aus China, die an den Börsen Shenzhen und Shanghai gelistet sind. Hong Kong ist hier ausgeschlossen. Gewichtet nach Marktkapitalisierung.

Die wertvollsten Aktien aus dem CSI300 Index:

Logo

Unternehmen

Marktkap.

in Mrd. EUR

KGVe

2021

Umsatzwachstum

Ø 3 Jahre

Geschäftsmodell

Bildergebnis für kweichow moutai logo

Kweichow Moutai Co Ltd
CNE0000018R8

420

73

17 %

#1 Branntwein Hersteller in China

Bildergebnis für Ping an insurance logo

Ping An Insurance (Group) Company of China Ltd
CNE1000003X6

230

11

9 %

#1 Versicherungskonzern der Welt

Bildergebnis für China merchants bank logo

China Merchants Bank Co Ltd
CNE1000002M1

180

15

7 %

#6 größte Bank nach Bilanzsumme in China

Bildergebnis für Wuliangye Yibin logo

Wuliangye Yibin Co Ltd
CNE000000VQ8

170

70

32 %

Hersteller von alkoholischen Getränken

Bildergebnis für Midea group logo

Midea Group CO., LTD
CNE100001QQ5

96

30

5 %

Hersteller von HLKK Anlagen

Bildergebnis für Jiangsu Hengrui Medicine logo

Jiangsu Hengrui Medicine Co Ltd
CNE0000014W7

74

100

26 %

#1 Pharmaunternehmen in China

Bildergebnis für Industrial bank logo

Industrial Bank
CNE000001QZ7

70

9

10 %

Bank mit Fokus auf Firmenkunden

Bildergebnis für china tourism group logo

China Tourism Group Duty Free Corporation Limited
CNE100000G29

96

123

24 %

Intelligente Tourismus Service Plattform

Bildergebnis für longi green energy logo

Longi Green Energy Technology Co., Ltd.
CNE100001FR6

59

56

35 %

Hersteller von Photovoltaik und Solaranlagen

Bildergebnis für gree electric appliances logo

Gree Electric Appliances,Inc. of Zhuhai
CNE0000001D4

46

22

11 %

#1 Hersteller von Klimaanlagen

 

Hongkong
Hang Seng Index

Die 50 wertvollsten Aktien, die an der Hong Kong Stock Exchange (HKEX) gelistet sind. Gewichtet nach Marktkapitalisierung.

Die wertvollsten Aktien aus dem Hang Seng Index:

Logo

Unternehmen

Marktkap.

in Mrd. EUR

KGVe

Umsatzwachstum Ø3J

Geschäftsmodell

Bildergebnis für AIA group logo

AIA Group
HK0000069689

820

24

7 %

Versicherungskonzern

Bildergebnis für Tencent logo

Tencent
KYG875721634

650

57

30 %

Holdinggesellschaft mit Fokus auf soziale Medien (WeChat) und der Gaming Industrie

Bildergebnis für China Construction bank logo

China Construction Bank
CNE1000002H1

190

6

4 %

Bank, die auf Infrastruktur Projekte spezialisiert ist

Bildergebnis für Ping an insurance logo

Ping An Insurance
CNE1000003X6

230

11

9 %

#1 Versicherungskonzern der Welt

Bildergebnis für meituan dianping logo

Meituan
KYG596691041

210

160

25 %

Website für Lieferservices, Konsumgüter und Einzelhandelsdienstleistungen

Bildergebnis für HSBC logo

HSBC
US4042804066

95

18

3 %

Eine der größten Banken und weltweit in über 80 Ländern vertreten

Bildergebnis für Xiaomi logo

Xiaomi
KYG9830T1067

81

52

14 %

Hersteller von Smartphones und anderen elektrischen Geräten

Bildergebnis für Hong Kong Exchanges logo

Hong Kong Exchanges
HK0388045442

52

50

12 %

Betreiber von Handelsplätzen für Wertpapiere und Derivate

Bildergebnis für Alibaba logo

Alibaba
US01609W1027

518

39

33 %

#1 Einzelhändler der Welt, gemessen am Handelsvolumen

Bildergebnis für industrial and commercial bank of china ltd. logo

Industrial and Commercial Bank of China
CNE1000003G1

280

6

6 %

Bank mit Fokus auf Geschäftskunden


 

 

 

Taiwan
TSEC50

Die 50 wertvollsten Aktien, die an der Taiwan Stock Exchange gelistet sind. Gewichtet nach Marktkapitalisierung.

Die wertvollsten Aktien aus dem TSEC50 Index:

Logo

Unternehmen

Marktkap.

in Mrd. EUR

KGVe

Umsatzwachstum

Ø3J

Geschäftsmodell

Bildergebnis für Taiwan Semiconductor logo

Taiwan Semiconductor
TW0002330008

500

31

10 %

#1 unabhängiger Auftragsfertiger für Halbleiterprodukte

Bildergebnis für Hon Hai precision logo

Hon Hai Precision
TW0002317005

46

13

4 %

Einer der größten Fertigungsbetriebe für elektronische Produkte

Bildergebnis für Media Tek logo

Media Tek
TW0002454006

44

38

12 %

Hersteller von Mikrocontrollern (Fabless)

Bildergebnis für formosa petrochemical logo

FPCC
TW0006505001

26

26

1 %

Öl und Petrochemie Produkte Hersteller

Bildergebnis für Chunghwa telecom logo

CHT
TW0002412004

25

26

-3 %

#1 Telekommunikationsanbieter in Taiwan

Bildergebnis für Delta electronics logo

Delta Electronics
TW0002308004

21

25

6 %

#1 Hersteller von Gleichnetzteilen und Gleichluftströmen

Bildergebnis für united microelectronics corporation logo

UMC Corp
TW0002303005

19

24

6 %

Hersteller von integrierten Schaltkreisen (Fabless)

Bildergebnis für Formosa plastics logo

Formosa Plastics
TW0001301000

17

17

0 %

Einer der weltgrößten Kunststoffhersteller

Bildergebnis für nan ya plastics logo

Nan Ya Plastics
TW0001303006

16

19

-3 %

Hersteller von Kunststoff

Bildergebnis für Cathay holdings logo

Cathay Holdings
TW0002882008

16

8

-2 %

#1 Finanzinstitut in Taiwan

 

 

 

Die vier asiatischen Tiger

Die vier asiatischen Tiger

Marktwirtschaft. Kapitalistisch

Die Gemeinsamkeiten dieser vier Länder sind in einem Satz zu erklären. Sie haben die liberalen Grundzüge des Kapitalismus durch-und-durch aufgenommen und gelebt: wenig Staat und Regulierung, viel persönliche Selbstbestimmung. Bei jedem Land sind der Hintergrund und die Geschichte leicht anders, die Methodik und das Resultat jedoch sehr ähnlich. Alle Länder sind Freihandelszonen (ohne Einfuhr- oder Ausfuhrzölle) und die totale Steuerlast ist extrem gering. Viele Steuern, die es in Deutschland gibt, gibt es in diesen Ländern überhaupt nicht: Mehrwertsteuer, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Kapitalertragssteuer, Steuern auf Dividenden. Und die restlichen Steuern sind ebenfalls sehr, sehr niedrig (Die Einkommenssteuer bei einem Einkommen von 100.000 EUR liegt unter 10 %).

Die Selbstbestimmung wird groß geschrieben

Kaum öffentliche Firmen existieren (im enormen Gegensatz zur Volkswirtschaft China), alles ist in privater Hand. Jeder kann selbst entscheiden, ob er für das Alter vorsorgt, sich versichern möchte (Gesundheits-, Lebens-, Unfall-, Krankenversicherung), welche Kindergärten und welche Universitäten er besuchen möchte. Jeder bezahlt nur für das, was er auch tatsächlich braucht. All das kostet natürlich Geld, aber wenn man die Gesamtbesteuerung (inkl. Einkommen-, Kapital- und Mehrwertsteuer in Deutschland) von 70 % auf 10 % reduziert, wird vieles in wenigen Jahren erschwinglich, auch wenn Bildung und Versicherung tatsächlich mehrere 10.000 EUR kosten würden. Das System funktioniert sehr gut, wie man sieht.

Große Beratungsunternehmen wie McKinsey&Company beraten täglich auch Regierungen und Parteien, arbeiten Partei- und Steuerprogramme aus. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass diese vier Länder als ständiges Vorführmodell gesehen werden. Führende Politiker und Landesoberhäupter fragen immer: Wie haben die es in so wenigen Jahren nur geschafft, so schnell so erfolgreich zu werden? Das Gleiche möchte ich mit meiner Nation machen.

Im folgenden Kapitel möchte ich nur ganz kurz auf diese vier asiatischen Tiger eingehen (亚洲四小龙, wortwörtlich: 4 asiatische Drachen — nicht Tiger :)). Taiwan und Hongkong werden von China immer noch als „Teil des eigenen Landes“ beansprucht. Die Regierungen von Taiwan und Hongkong jedoch behaupten, sie sind eigene Länder, was auch eher der Realität entspricht: eigene Steuersysteme, eigene Gesetze, eigene Rechtslage. Die Volksrepublik China nennt das: ein Land, zwei Systeme.

Singapur und Hongkong haben sich auf Finanzdienstleistungen spezialisiert: Banken, Vermögensverwalter und Versicherungen.

Taiwan und Südkorea haben sich auf die Produktion von Elektronik-Bauteilen spezialisiert: Prozessor-Chips, Smartphones, Laptops, Elektrogeräte.

Hongkong 🇭🇰

Hongkong ist eine ehemalige chinesische Kolonie, die von den Briten besetzt wurde. China hat Großbritannien das Land für 99 Jahre verpachtet. Großbritannien hat sich gedacht: Nach 99 Jahren haben die es sicher vergessen, wir bauen diese Kolonie als unsere eigene auf. China hat es nicht vergessen, sie wollten ihr Stück Land zurück. Die Bevölkerung von Hongkong wurde befragt und hat entschieden: Wir wollen keines von beidem. Wir wollen ein eigenes Land sein.

China behauptet weiterhin fest, Hongkong sei Teil von China. Auch die chinesische Bevölkerung ist fest davon überzeugt: Hongkong ist eine Provinz von China — so steht es ja in den Medien. Hongkonger sehen das ganz anders. Chinesen brauchen ein Spezial-Visum und einen triftigen Grund (Beantragung dauert mehrere Wochen), wenn sie nach Hongkong für nur einen Tag gehen wollen. Ich brauche keines, kann mich bis zu 6 Monate ohne Visum dort aufhalten und bin Deutscher.

Hongkongs Wachstum ist getrieben durch den Aufstieg Chinas zum Export-Weltmeister. Waren wurden anfangs ausschließlich via Hongkong verschifft. Hongkong gilt als „Tor zum Westen“ bzw. „Tor zum Osten“. Als zentraler Knotenpunkt, der China und Amerika/Europa verbindet. Bis zum Jahr 2000 wurden 50 % aller China-Exporte über den Hafen von Hongkong versendet. China hat diese Machtbündelung erkannt und seitdem eigene Häfen weiter ausgebaut, damit Hongkong an Bedeutung und Macht verliert. 2019 werden „nur“ noch knapp 10 % aller China-Exporte via Hongkong versendet.

Hongkong ist der beste und oft einzige Weg, um Kapital von außen in China zu investieren und auch, um sein Kapital aus China wieder heraus zu bekommen. Beides ist nicht ohne Weiteres möglich, auch nicht für Chinesen. Die Regierung hat deshalb ein Gesetz verabschiedet: Jeder Chinese darf pro Jahr maximal 50.000 USD aus dem Land schaffen. Gebildete Chinesen wissen, dass alle Firmen und Immobilien dem Staat gehören. Aller Besitz nur „geliehen“ ist. Banken in Hongkong, die Chinesen „wie auch immer“ dabei helfen, ihr Geld aus dem Land zu schaffen, verdienen hier exzellente Margen, die sie selbst festlegen können. Ich behaupte, China hat Bitcoin nicht umsonst so schnell komplett verboten und alle Bitcoin-Webseiten blocken lassen.

Der Aktienmarkt in Hongkong gilt als extrem von China abhängig, die Kurse haben eine hohe Korrelation mit der wirtschaftlichen Gesundheit von China. Viele Firmen mit Hauptsitz in China sind trotzdem in Hongkong gelistet, um Anlegern genau diese Sicherheit zu geben, obwohl sie in Hongkong keinen Umsatz erwirtschaften. Der Aktienmarkt in Hongkong gilt als sehr streng kontrolliert und reguliert, was in meinen Augen bei chinesischen Firmen sehr notwendig und gut ist. Die gelisteten Firmen müssen von namhaften Buchhaltungsfirmen geprüft werden (KPMG, PwC, …), wie es auch in Amerika und Europa der Fall ist. Betrugsstrafen sind ähnlich wie in Singapur sehr hoch.

Taiwan 🇹🇼

Zedong von 1949 verbannt wurden. Die „Republik China“ (Republic of China) wurde von der „Volksrepublik China“ (People’s Republic of China) verdrängt und alle Anhänger der alten „Republik China“ wurden nach Taiwan gesendet, bzw. sind geflüchtet. So entstand Taiwan.

Auch Taiwan ist eines der am weitesten entwickelten Länder der Welt und vor allem bekannt durch die Computerindustrie. Hier werden die meisten Handys und Laptops produziert, so auch das iPhone und das Macbook, auf dem ich hier tippe. Unter anderem sind hier ansässig Asus, Acer, Foxconn. Fast die gesamte Hardwarefertigung von Apple, Microsoft und Amazon wird via Foxconn abgewickelt.

Taiwan hat nach der Eliten-Flucht graduell alle Staatsfirmen privatisiert, den Staat minimiert. Das gesamte Bankensystem privatisiert. Ähnlich wie die deutsche Wirtschaft wird die Wirtschaft Taiwans von Klein- und Mittelstand geprägt, was die Wirtschaft besonders solide und unanfällig für Krisen macht. Von der asiatischen Finanzkrise 1997, der Dot-Com-Blase 2001 oder der Immobilienkrise 2008 hat Taiwan wenig zu spüren bekommen.

Foxconn: Der Elektronikhersteller aus Taiwan beliefert Apple, Microsoft, Amazon und viele weitere mit Elektronik-Komponenten und kompletten Produkten, wie es bei iPhone oder dem MacBook der Fall ist.

Taiwan Semiconductor (Kurz: TSMC, Ticker: TSM / 2330) ist der weltweit größte Hersteller von Halbleitern, die für alle CPUs und Chips gebraucht werden. TSMC beliefert unter anderen AMD, Nvidia, Intel, Texas Instruments und Qualcomm.

Südkorea 🇰🇷

Südkorea ist mit einer Bevölkerung von ca. 50 Mio. Einwohnern ein hoch entwickeltes Land und führt weltweit in der Elektronik-, Robotik- und Beauty-Industrie. Samsung und LG sind zwei der bekanntesten Elektronik-Firmen weltweit. Hyundai und KIA sind weltweit bekannte Automarken aus Korea. Südkorea ist eines der Länder und einer der Aktienmärkte, mit denen wir uns eigentlich noch viel intensiver beschäftigen sollten.

Singapur 🇸🇬

Mit den Amtssprachen Englisch und Mandarin ist Singapur ein weltweit einzigartiges Finanz- und Handelszentrum geworden. In nur wenigen Jahrzehnten. Gemeinsam mit Hongkong ist Singapur einer der größten Häfen und Warenumschlagplätze für China und Südostasien. Das bedeutet: Hier werden Produkte zur Zwischenlagerung oder Umverpackung aus China hinverschifft, bevor die Ware an das Endziel gelangt.

Auch Singapur hat einen eigenen Aktienmarkt mit vielen spannenden und stark wachsenden Unternehmen. Ein Unternehmen daraus habe ich bereits vor einiger Zeit analysiert: Singtel Telecommunications. Vielleicht der am besten aufgestellte Mobilfunkanbieter: kaum Schulden und Marktführer-Monopole in zahlreichen asiatischen Ländern, nicht nur in Singapur.

Singapur ist aus Investorensicht dafür bekannt, dass Gesetze streng eingehalten werden und die Strafen exorbitant sind. Rauchen im Bus kostet 2.000 USD. Zu schnell gefahren? Ebenfalls mehrere 1.000 USD Strafe oder eine Woche Gefängnis. Genauso streng, aber viel härter wird auch bei Korruption oder Wertpapierbetrug durchgegriffen. Und der entscheidende Unterschied zu China: Die Strafen existieren nicht nur im Gesetz, sondern sie werden auch 1:1 umgesetzt. Nur durch diese strengen Strafen hat es Singapur geschafft, sich von Korruption und Bilanzfälschung komplett trennen zu können. Bei einem Investment in eine Firma aus Singapur sehe ich deshalb das Länder-Risiko als sehr gering.

70 % der Singapurer haben chinesische Vorfahren, das Land ist deshalb mit China eng verbunden. Verbunden, jedoch nicht verwurzelt: Es gab zwischen Singapur und China nie eine politische Verbindung oder Krieg. China behauptet nicht, Singapur würde zu China gehören.

AlleAktien China Risk Model

Konjunkturkorrektheit

Macro-Konjunkturkorrektheit. Am häufigsten wird sicherlich von generellen China-Kritikern angebracht: „Die Zahlen stimmen doch eh alle nicht“. Das BIP-Wachstum. Die Arbeitslosenzahlen. Die Wachstumszahlen. Bilanzen und Umsätze. Totschlagargument: Alles erfunden. Untermauert wird das sogar durch den Fakt, dass die BIP-Wachstumszahlen einzelner Kantone (vgl. Bundesländer) historisch um 20 – 30 % nachweislich überschätzt wurden. Statt 8 – 10 % BIP-Wachstum pro Jahr waren es eher 6 bis 8 %. Immer noch exorbitant. Zugute muss man halten, dass es auch in Deutschland oder den USA unglaublich schwierig ist, das Gesamtwirtschaftswachstum einer Nation abzuschätzen. Auch in Deutschland sind es nur Schätzungen. Schwarzarbeit und Steueroptimierungen werden oft nicht erfasst. Auch deutsche Zahlen des Bundesamts für Statistik (destatis.de) basieren auf Hochrechnungen — und enthalten hohe Schwankungen.

Micro-Konjunkturkorrektheit. Damit meine ich das Argument, dass Bilanzen und Umsätze gefälscht seien. Das kam immer wieder vor wie zuletzt bei Luckin Coffee, dem „chinesischen Starbucks“. Und auch hier wird die Meinung meist von Medien negativ dominiert. Auch in Deutschland gibt es Bilanzbetrug, wie wir mit Wirecard schmerzhaft wiedererkennen mussten. Nun hat China fast 20-mal so viele Einwohner wie Deutschland und tatsächlich auch 20-mal so viele Firmen. Erfolgsstories wie auch Fail-Stories gibt es in der absoluten Anzahl deutlich mehr. Aber vor allem die negativen Fälle werden in deutschen Medien breitgetreten. Ich kann mich kaum daran erinnern, in deutschen Medien das letzte Mal je etwas wirklich Positives über China gelesen zu haben.

Eines kann man mitnehmen: Wer kein grundsätzliches Vertrauen in die Bilanzen und Zahlen einer Firma hat, der kann auch nichts analysieren. Mit dem Totschlagargument „die Zahlen sind aber alle falsch“ ist jeder rationale Diskurs bereits beendet. Ich setze daher zwei Maßstäbe an:

  1. International geprüfte Bilanzen. Bilanzen von China-Aktien, in die ich investiere, müssen von einem der Big Four der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften attestiert sein: PwC, KPMG, EY oder Deloitte.
  2. Großfirmen. Firmen wie Alibaba oder Tencent, die seit vielen Jahrzehnten existieren, haben eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, einem Bilanzbetrug zu erliegen. Die Ratio dahinter: Falls dem so wäre, dann wäre es vermutlich irgendwann in den letzten 10 bis 20 Jahren schon einmal hoch gekommen. Ehrliche Unternehmer, die sich 10 Jahre ein Unternehmen aufbauen, wollen sich das nicht mit einem Jahresabschluss kaputt machen. Die Gründer sind bereits finanziell frei und haben andere Ziele, die ihnen wichtig sind. Auch bei Wirecard gab bereits 2004 und 2016 Anschuldigungen des Bilanzbetrugs — es war letztlich nicht überraschend.

ADR Provisioning

American Depository Receipts, kurz ADR, sind US-amerikanische Zertifikate, die an einer US-Börse gelistet sind und gehandelt werden. So werden Firmen wie etwa Adidas (Deutschland), Alibaba (China) oder Nestlé (Schweiz) erst überhaupt in den USA handelbar. ADRs sind ein altes und etabliertes Konzept. In der Regel verbrieft 1 ADR gleich 1 Aktie und wird auch zum gleichen Kurs ohne Abschlag gehandelt. In Ausnahmefällen entspricht 1 ADR auch mehreren Aktien.

ADRs und internationale Börsengänge in den USA (wie auch beim deutschen Unternehmen BioNTech, das sich nur in den USA listen hat lassen) sind deshalb so beliebt, weil Amerika international den stärksten, breitesten und tiefsten Kapitalmarkt der Welt hat. Firmen, die in den USA gelistet sind, gelten als besonders sicher. Die meisten Investoren und das große Geld sitzen in den USA. Viele internationale Unternehmer wollen das ausnutzen, um mehr Geld einzusammeln, als sie es im Heimatmarkt könnten.

China-ADRs werden in den USA verboten. Die US-Regierung hat mehrfach damit gedroht, „chinesische Ramschaktien“ nicht weiter an US-Börsen zu lassen. Denn so werden vor allem Privatanleger und US-Investoren über den Tisch gezogen, vor allem wenn Zahlen von Startups wie etwa bei Faraday Future, Nikola oder Luckin „optimiert“ sind. Besonders junge Startups aus China ohne Gewinn und mit kaum Umsatz sind an die US-Börsenplätze geströmt. Muss-Kriterium wird auch sein, dass die Bilanzen von einer der Big Four Wirtschaftsprüfer abgenommen werden.

Für Startups sehe ich die Gefahr sehr groß. Bei Großunternehmen wie Alibaba oder Tencent sehe ich das Risiko als äußerst gering.



Antimonopol-Gesetzgebung

Die chinesische Regierung hat seit Ende 2020 beinahe monatlich weitere Gesetze erlassen, um die großen Monopole einzuschränken. Besonders betroffen sind Alibaba, Tencent, JD.com und andere Großfirmen mit Marktmacht. Erstmals in der Volksrepublik kehrt sich das Blatt: Bisher wurden Startups und Tech-Champions von der Regierung subventioniert, mussten kaum Steuern zahlen und wurden von der Regierung geschützt.

China wird immer wohlhabender und die Nation immer mehr zu einem modernen, entwickelten Land mit hohem Lebensstandard. Regulierung im Sinne des Konsumentenschutzes gab es bisher kaum. Ähnlich wie auch in den USA und Europa, wo die meisten Bürger und Unternehmer von „kompletter Überregulierung“ sprechen, wird es auch in China mehr und mehr Regulierung geben.

Anders als einschlägige Medien sehe ich das jedoch als den natürlichen Lauf einer Volkswirtschaft an, die immer wohlhabender wird. Im Vergleich zu Deutschland gibt es in China nach wie vor kaum Auflagen für Unternehmer — und kaum Verbraucherschutz. Facebook, Google, Apple, Microsoft und Amazon müssen sich auch vor dem US-Kongress jedes Quartal verantworten und in der EU Milliardenstrafen zahlen. Gestoppt hat es sie nie. Regulierung gibt es hier auch ohne Ende.

Tendenziell profitieren Großkonzerne in China meiner Einschätzung nach sogar von steigender Regulierung: Regulierung schützt vor Startups und Disruption. Banken und Gesundheit sind in Deutschland stark regulierte Branchen — kaum ein Unternehmer traut sich, hier etwas zu machen. Die Auflagen und Startkosten gehen in die Millionen Euro, bei Biotech in die Milliarden. Das Perverse an „mehr Regulierung“: Es profitieren vorrangig die sogenannten Incumbents, die Platzhirsche, weil Verbraucherschutz gerne zu kurzfristig gedacht wird.

Lokale Enteignung

Lokale Enteignung bedeutet im AlleAktien China Risk Model: Der Staat will eine Ressource unbedingt haben und macht ein zwingendes Kauf-Angebot zu fairen Marktpreisen. Enteignung ohne Gegenleistung gibt es in Schwellen- und Industrienationen kaum. In ersteren führt es zu Bürgerkriegen und in letzteren zu Verfassungsklagen.

Lokale Enteignung gibt es auch bei uns, wenn der Staat etwa eine neue Straße bauen will und beschließt, das Land zu Marktpreisen abzukaufen. In China funktioniert es genau so.

Das Risiko dabei ist sehr überschaubar, da zumeist faire Marktpreise bezahlt werden, die sich an Vergleichsobjekten und Peers orientieren. Es kann natürlich sein, dass man in einem schlechten Jahr zehn bis zwanzig Prozent unter dem eigentlichen Marktpreis verkaufen muss — gesamt wäre das aber kein Totalverlust.

Globale Enteignung

Wirklich ernst wird es aber bei der globalen Enteignung. Hier muss ich mir als Investorin oder Investor die Frage stellen: Wie wahrscheinlich ist es, dass China beschließt, dass internationale Investoren überhaupt nicht mehr in China investieren dürfen, auch nicht über Umwege?

Es ist das einzige Risiko, das im Vergleich mit den anderen Risiken hoch relevant ist. Es würde bedeuten, dass internationale Investoren auf einen Schlag ihr komplettes Geld verlieren, weil die Aktien ihren Wert verlieren würden. Allerdings hätte es auch zur Folge, dass der chinesische Kapitalmarkt über Nacht einfriert. China hätte so gesehen die ganze Welt „veräppelt“. Es sind ja nicht nur Privatanleger in China investiert, sondern auch Pensionsfonds, Versicherungen und Staatsfonds. Niemand würde China in den nächsten zehn Jahren noch Geld leihen. Rein rechtlich gesehen gibt es allerdings keine chinesische Grundlage, die internationalen Investoren ein Eigentumsrecht zusichert. Das ist aus meiner Sicht der fundierteste Einwand gegen ein Investment in China.

Die Auswirkungen der globalen Enteignung wären katastrophal. Im Gegensatz zu den anderen vier genannten Risiken, würden Investoren alles verlieren. Doch die Eintrittswahrscheinlichkeit sehe ich als sehr gering. Ich bin mir sicher, die chinesische Regierung ist intelligent genug, sich nicht ins eigene Knie zu schießen und die eigene Wirtschaft an die Wand zu fahren. Das wäre nämlich eine wahrscheinliche Folge daraus.

China in der langfristigen Zukunft

Road and Belt Initiative

▲ 一带一路: Chinas Road-And-Belt-Initiative sichert das Wachstum der chinesischen Wirtschaft für die nächsten 30 Jahre. China wird zum globalen Handelszentrum. In Asien ist es das bereits. So weit denkt man hier voraus. Es wird die grundlegende Infrastruktur geschaffen, um China weltweit tief zu verwurzeln. Chinesische Unternehmer haben die Möglichkeit, chinesische Produkte in hunderte umliegende Länder zu exportieren. Dafür werden Seehäfen, Flughäfen, Eisenbahnen und Straßennetze geschaffen. China errichtet diese Infrastruktur und besitzt sie zu großen Teilen.

Die Road and Belt Initiative, auch die Neue Seidenstraße genannt, ist das größte Infrastrukturvorhaben der Neugeschichte. Es wurde 2013 gegründet und soll bis 2049 gebaut werden. China leiht verzinstes Geld an andere Länder. Mit dem Geld muss Infrastruktur investiert werden, die hauptsächlich von einem chinesischen Unternehmen gebaut wird. Auffällig ist, dass die Kredite an tendenziell illiquide und fragile Entwicklungsländer gegeben werden, die selbst von internationalen und vorrangig wohltätig agierenden Organisationen wie etwa der World Bank keine Kredite erhalten haben.

Wenn das Land den Kredit nicht zurückzahlen kann, dann erhält China komplette Kontrolle über die Infrastruktur und das Land. Das ist bereits mit den Seehäfen in Pakistan und Sri Lanka geschehen, die nun unter chinesischer Flagge geführt werden. Die Details sind natürlich bei jedem Infrastruktur-Projekt leicht anders.

Die ROB ist insgesamt relativ „geheim“. Es gibt kaum offizielle Informationen zu den Zielen und Zahlen der Initiative, lediglich Experten- und Insiderschätzungen. Es sollen ca 80 Länder Teil der Initiative sein, die 65 % der Weltbevölkerung und 35 % der Weltwirtschaft ausmachen. China will zwischen 1 und 8 Billionen investieren.

Das Netzwerk spannt sich hauptsächlich über Südostasien, Afrika und Osteuropa. Also tendenziell eher Entwicklungs- und Schwellenländer. Von den wichtigen Konsummärkten Deutschland, England, Frankreich, Australien, Kanada und USA ist kein einziges angeschlossen. China rechnet damit, ein Netto-Importeur aus den Entwicklungsländern zu sein, vermutlich geht es dabei um Energie. Denn die 80 Länder decken auch 75 % der weltweiten Energiequellen ab, insbesondere Öl, Gas und Seltene Erden.

China öffnet sich immer mehr dem weltoffenen Handel. Kürzlich, im November 2020, wurde auch die RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) Freihandelszone geschaffen. China ist damit Teilnehmer der größten Freihandelszone der Welt, die sich über ganz Asien erstreckt. Zoll- und steuerfreier Handel innerhalb der Zone unter den Ländern.

Gebaut werden Autobahnen, Eisenbahnen, Seehäfen, aber auch Öl- und Gaspipelines. Meine These ist weiterhin, dass es in erster Linie um den Import von Energie geht. Chinas nationales Ziel ist es, bis 2049 ein vollwertig entwickeltes Land zu werden. Der Energiebedarf der Bevölkerung wird sich etwa verdreifachen (verglichen mit Energie pro Kopf in den USA), welchen das Land nicht alleine stemmen kann.

Das wirtschaftliche Zentrum der Erde wird in den nächsten 30 Jahren von den USA nach China schwanken, so wie es im vorigen Jahrhundert von England nach USA geschwankt ist. England ist immer noch relevant, aber hat international eine deutlich geringere Bedeutung.

一带一路 Road and Belt Initiative, RBI

China investiert (nicht: schenkt) in die Infrastruktur anderer Länder, um den Handel mit China zu vereinfachen. China finanziert oder baut anderen Ländern unter anderem Flughäfen, Seehäfen, Autobahnen, Staudämme, Kernkraftwerke, Eisenbahnnetzwerke und Solarkraftwerke. Aktuell ist Infrastruktur für 160 Mrd. USD im Bau oder geplant. Damit ist China wohl der mit Abstand größte Investor in die Zukunft.

Viele Länder sind China für die Investments sehr dankbar, auch wenn diese oft nicht „günstig“ sind. China will dafür volle Kontrolle und Besitz der Liegenschaften (z.B. Öl, Baumwolle, Stahl). Das Darlehen ist entweder hoch verzinst oder es ist mit hohen Rohstoff-Liefergarantien an China versehen, die sich über Jahrzehnte strecken. Die Infrastruktur istop 5t so gelegt, dass China im Zentrum liegt. Also alle „Wege“ zu China als Knotenpunkt führen. Eine sehr intelligente Strategie, meiner Meinung nach.

Zum einen werden so viele, viele andere Länder wirtschaftlich von China abhängig. Zum anderen soll es die chinesische Wirtschaft befeuern. Chinesische Unternehmer können dank dieser Infrastruktur besonders einfach und günstig in andere Länder expandieren und transportieren. Einfacher als jedes andere Land. Denn China besitzt ja die Wege und die Infrastruktur.
China hilft damit enorm vielen Ländern, endlich Wohlstand aufzubauen. Ich bin daher überzeugt, dass China die #1 Weltwirtschaft in den kommenden Jahren wird und es auch einige Jahre bleibt :).
Ein Risiko für China bei dieser Strategie: China baut und bekommt nichts zurück. Sie werden im Zielland enteignet. Dies ist jedoch eher unwahrscheinlich, da China zumindest von allen direkt angrenzenden Nationen bereits der größte Handelspartner ist und deshalb eine gewisse Macht hat.

Finanziert werden die Bauvorhaben hauptsächlich von der AIIB und ADB, die beide der World Bank und dem Internationalen Währungsfonds (IMF) nachmodelliert wurden. Das Ziel: große gemeinsame, asiatische Infrastrukturprojekte ohne Gewinnabsicht finanzieren.

Die AIIB wurde speziell zur Finanzierung der RBI gegründet und wird von China finanziert sowie kontrolliert. Die ADB ist eher als echte unabhängige asiatische Bank zur World Bank zu sehen. Mitgliedsländer zahlen in der Regel abhängig von ihrer Wirtschaftsstärke Kapital in den Fonds ein.

Logo

Kreditgebende Bank

Sitz

Einlage

Kreditrating

Gründung

Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB)

www.aiib.org

China

100 Mrd. USD

AAA

2016 von Xi Jinping

Asian Development Bank (ADB)

www.adb.org

Philippinen

150 Mrd. USD

AAA

1966

 

 

 

Globale Öffnung

Wirtschaft wird unabhängiger von einzelnen entwickelten Ländern

China wurde in den letzten 50 Jahren so erfolgreich, weil sie viele verschiedene Produkte für Amerika und Europa preiswert und verlässlich hergestellt haben. Erst Metalle und Erze, dann Kleidung, dann Elektronik. In den letzten 15 Jahren hat China versucht, die nationale Wirtschaft zu befeuern. Ein eigenes Google, Facebook, Amazon, Netflix, Nike, Adidas, KraftHeinz, GoldmanSachs, … aufgebaut. Mittlerweile gibt es etliche chinesische Premium-Hersteller mit starken Marken in allen Industrien: Software, Elektronik, Kleidung, Haushaltswaren, Gebrauchsartikel.

Alibaba verkauft jetzt weniger als 10 % des Umsatzes im Ausland, 90 % im Inland. Ich glaube, dass sich dieser Trend noch weiter verstärkt: Erstens ist es mittlerweile ziemlich teuer, in China zu produzieren (Indien, Thailand, Vietnam sind bis zum Faktor 10 günstiger). Zweitens will sich China unabhängig vom Westen machen. Der Grund, warum trotzdem noch so vieles in China für ausländische Konzerne produziert wird, ist ganz klar, aber nicht offensichtlich: die hohe Produktqualität und Verlässlichkeit der Leute. In Indien, Thailand und Vietnam gibt es immer noch gewaltige Probleme, was die Qualitätssicherung und Verlässlichkeit der Produktion angeht. Die Arbeitsmoral ist in diesen Ländern viel schwächer.

China wird sich anderen Ländern gegenüber weiter öffnen und versuchen, die eigenen Produkte (Tencents WeChat, Alibaba, Eigenmarken der Konsumartikel, …) in andere Länder zu bringen. Dies gelingt am einfachsten bei anderen Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Südamerika. Dort haben sich noch wenige solcher Marken etabliert, der Markt ist noch nicht gesättigt. Auch herrscht dort kein so negatives Bild von China vor, dass es dort nur „Billigware“ gäbe.

Mein Fazit: China steht erst noch am Anfang

Fazit: China ist gerade erst am Anfang

Geschichte. China ist ein Land mit stolzer Geschichte. Vielmals in den letzten 2000 Jahren war China weltweit führend: technologisch und militärisch. In China herrscht seit vielen Jahrzehnten ein neuer Aufschwungsgeist, ein Wirtschaftswunder, wieder die führende Wirtschaftsnation der Welt zu werden.

Makroökonomie. Chinas Bevölkerung stagniert bei 1,4 Mrd. — aber das Einkommen pro Person steigt massiv. Aktuell liegt es bei 12.000 USD pro Jahr. Es wird erwartet, dass dieses sich in den kommenden 40 Jahren nochmal verdrei- oder vervierfachen wird. Und China ab 2050 damit zu einem entwickelten Land zählt. Für uns Investoren ist das die Chance, vom Aufstieg Chinas zu profitieren. Das BIP-Wachstum liegt konstant bei 6 % und mehr. Chinesen lieben es, in Immobilien zu investieren. Aktien gelten als Spekulation, auch wenn Warren Buffett zunehmend bekannter wird. Innerhalb Chinas herrscht eine kapitalistische Marktwirtschaft: privater Besitz, der garantiert wird.

Politik. Es regiert das Einparteiensystem unter Xi Jinping. Die Regierung denkt und handelt langfristig. Ein 50-Jahresplan wurde vorgelegt, um China zur #1 Wirtschaftsmacht (auch vor den USA) zu gestalten. Innerhalb der Partei gibt es eine strikte, rationale Demokratie: Die besten Ideen gewinnen. Streitigkeiten und Populismus innerhalb verschiedener Parteien gibt es nicht. Man löst die Konflikte rational und versucht, die besten Lösungen für das eigene Land zu finden. China sieht in der eigenen Regierungsform eine extreme Stärke: langfristiges, ganzheitliches, rationales Denken. Nicht in 4-Jahres-Zyklen. Unternehmen in Zukunftsbranchen wie Software, AI und Cloud werden gefördert und müssen in den ersten Jahren keine Steuern bezahlen.

Kern-Industrien. Die wichtigsten Branchen in China sind aktuell Technologie (Alibaba, Tencent, JD, Baidu, …), Immobilien (Evergrande, Country Garden, …), Banken (ICBC, Bank of China, China Construction Bank) und Mobilität (BYD, NIO, Geely, …).

Privatanleger in China. Um Bilanzfälschungsrisiken zu vermeiden, halte ich mich nur an die wertvollsten Firmen Chinas (Marktkapitalisierung) und stelle sicher, dass das Unternehmen von einem westlichen Wirtschaftsprüfer unabhängig geprüft wurde. ADRs sind den Aktien in Hongkong vorzuziehen, weil diese i.d.R. liquider handelbar und dadurch günstiger sowie schneller kauf- und verkaufbar sind. Ein „ADR Risiko“ gibt es eher in den USA als in China: ADRs werden nur von der New Yorker Börse genommen, nur wenn die US-Regierung dies verbietet.

Vier asiatische Tiger. Hongkong, Taiwan, Südkorea, Singapur gelten als die „vier Tigerstaaten“ Asiens, die in den letzten 50 Jahren besonders schnell gewachsen sind. Alle vier gelten als entwickelte Länder und haben durchschnittliche Jahreseinkommen über 50.000 USD. Alle vier haben eigene Börsenplätze. Singapur habe ich sogar einer eigenen Marktstudie gewidmet.

Perspektive. Für mich bleibt China einer der spannendsten Börsenplätze der Welt. Ich werde auch in den kommenden Jahren wieder regelmäßig nach China reisen, sobald dies möglich ist. Die langfristige Perspektive der Regierung, die kapitalistische Marktwirtschaft und das kontinuierliche Wachstum beeindrucken mich hier.


Liebe Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Geschäftsführer und Partner

Über den Autor

Michael C. Jakob

AlleAktien Gründer und Partner. Michael C. Jakobs Fokus liegt auf den Branchen Software, Banken und Luxusgüter. Durch sein Studium und zahlreiche Visiten in China, Hong Kong und Singapur ist er gerne gesehener Experte für Aktien in Asien. Als professioneller Investor teilt er seine Perspektiven regelmäßig in Handelsblatt und Wirtschaftswoche. Michael C. Jakob war zuvor bei McKinsey&Company und UBS. Sein Informatik- und Management-Studium absolvierte er am KIT, der ETH Zurich und am Massachusetts Institute of Technology. Seine Strategie ist es, in die jeweils besten Unternehmen jeder Branche zu investieren und zukünftige Marktführer frühzeitig zu erkennen.

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien chinesischer Unternehmen. Der Autor hält Aktien von Alibaba, Tencent, Xiaomi, Development Bank of Singapore.