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Update

Stanley Black & Decker Update: Der Dividendenkönig strotzt aktuellen Widrigkeiten und sorgt mit Unternehmenskäufen für nachhaltiges Wachstum

Michael C. Jakob

Stanley Black & Decker Aktie und Aktienanalyse

WKN
A1CTQA
Symbol
SWK
Sektor
Industrie
Hauptsitz
New Britain (Connecticut), USA
Kurs
115 USD, 109 EUR
Ausstehende Aktien
163,3 Mio.
Marktkapitalisierung
17,3 Mrd. USD
Enterprise Value
23,9 Mrd. USD
Nettoverschuldung
6,6 Mrd. USD
Bruttomarge
32,0 %
EBIT-Marge
11,6 %
Gewinnmarge
10,8 %
Free Cash Flow-Rendite
0,1 %
Dividendenrendite
2,6 %
Datum
24.06.2022

Stanley Black & Decker Aktie und Aktienanalyse

  • Stanley Black & Decker ist der #1 Werkzeughersteller. Stanley Black & Decker blickt auf eine lange und erfolgreiche Unternehmensgeschichte. Vor 179 Jahren wurde das Unternehmen gegründet und ist seitdem zum weltweit größten Werkzeughersteller aufgestiegen.

  • Stanley Black & Decker stellt sein Geschäftsfeld um. Seit unserer Aktienanalyse haben sich Stanley Black & Deckers Geschäftsbereiche reduziert. Das Segment Sicherheit hat nicht mehr ins Konzept gepasst, ein lukratives Angebot aus Schweden konnte man nicht ablehnen. Die Einnahmen fließen unter anderem in Geschäftsübernahmen. Die jüngsten Akquisen von MTD und Excel Industries machen Stanley Black & Decker zu einem der führenden Outdoor-Unternehmen der Welt.

  • Konkurrenz schläft nicht. Stanley Black & Decker hat mit der aktuellen makroökonomische Situation zu kämpfen. Lieferkettenprobleme und Inflation beeinträchtigen das Geschäft und hemmen das Wachstum. Der größte Konkurrent Techtronic Industries wirkt von den Marktumständen unbeeindruckt und wächst deutlich schneller.

  • Ist Stanley Black & Decker weiterhin kaufenswert? Stanley Black & Deckers Aktie ist in den vergangenen 12 Monaten um knapp 50 % gefallen. Sinkende Margen und steigender Konkurrenzdruck lassen Zweifel einer erfolgreichen Zukunft aufkommen. Sind diese Zweifel gerechtfertigt oder ergibt sich jetzt ein günstiger Zeitpunkt, um einzusteigen? Diese Frage beantworten wir dir in diesem Update.

Aktienkurs von Stanley Black & Decker

Stanley Black&Decker Update

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Geschäftsmodell von Stanley Black & Decker

Stanley Black & Decker ist eines der ältesten und traditionsreichsten Unternehmen der USA. Seit der Gründung 1843 konnten sie ihr Unternehmen stets weiterentwickeln und an neue Gegebenheiten anpassen. Geschickte Übernahmen und ein guter Sinn für Innovationen haben Stanley Black & Decker zu dem größten Werkzeughersteller der Welt gemacht. Der Schlüssel zum Erfolg war der Eintritt 1946 in den Privatkundenmarkt. Angetrieben durch die Do-it-yourself-Bewegung hilft Stanley Black & Decker seitdem Professionellen wie auch Hobby-Handwerkern, ihre Visionen in die Tat umzusetzen. Stanley Black & Decker besteht dabei aus zwei Segmenten:

1. Segment: Werkzeuge & Aufbewahrung

Das Segment Werkzeuge & Aufbewahrung besteht aus den Geschäftsbereichen Elektrowerkzeuge, Handwerkzeuge, Zubehör & Lagerung sowie elektrische Ausrüstung für den Außenbereich. Der Jahresumsatz dieses Segments betrug 12,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021, was 82 % des Gesamtumsatzes entspricht. Dem Spruch: „Werkzeug kann man nie genug haben“, hat sich Stanley Black & Decker angenommen. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Produkte, die nicht im Sortiment zu finden sind.

Elektrowerkzeuge. Das Geschäft mit Elektrowerkzeugen umfasst sowohl Profi- als auch Verbraucherprodukte und bietet ihren Kunden alles an, was das Herz begehrt, um das nächste Projekt in Angriff zu nehmen. Mit Sägen, Fräsen und Schleifmaschinen kann man das Grundmaterial in die gewünschte Form bringen, um es anschließend mit Bohrmaschinen, Nagelpistolen und Klammergeräten miteinander zu verbinden und in das Endprodukt zu verwandeln. Um Sägespäne und das angerichtete Chaos des letzten Baufortschritts zu beseitigen, bietet das Segment zudem Handstaubsauger und Reinigungsgeräte an.

Handwerkzeuge, Zubehör & Lagerung. Handwerkzeuge sind für alle, die auf Akkus verzichten können und auf reine Muskelkraft setzen. Mit Hämmern, Sägen, Schraubstöcken, Meißeln und vielem mehr lässt sich bereits vieles umsetzen. Falls man doch mal an seine körperlichen Grenzen stößt, kann man mit zusätzlichem Zubehör seine Elektronikgeräte aufwerten und generell einen Gang höher schalten. Damit die ganzen Produkte nicht überall in der Garage rumfliegen und man nicht ewig nach dem benötigten Werkzeug sucht, bietet Stanley Black & Decker Produkte zur Lagerung an. Werkzeugkästen, Sägeböcke, medizinische Schränke und technische Lagerlösungen sollen Ordnung halten und einen guten Überblick über das vorhandene Werkzeug geben.

Ausrüstung für den Außenbereich. Das Outdoor-Segment ist in erster Linie für den Garten zuständig. Rasenmäher, Heckenscheren und Mähroboter sorgen dafür, dass Rasen und Pflanzen gepflegt bleiben und sich der Garten nicht in den nächsten Urwald verwandelt. Der Hochdruckreiniger sorgt dafür, dass alles blitzt und glänzt und der nächsten Gartenparty nichts mehr im Weg steht.

2. Segment: Industrie

Das Industrie-Segment besteht aus den Geschäftsbereichen Befestigungstechnik und Infrastruktur. Der Jahresumsatz im Jahr 2021 betrug 2,5 Mrd. US-Dollar, was 17 % des Gesamtumsatzes entspricht. Dieses Segment richtet sich nicht mehr an Handwerker, sondern an große Industriekonzerne und lässt sich in zwei Kategorien gliedern.

Befestigungstechnik. Der Geschäftsbereich Befestigungstechnik vertreibt in erster Linie hochtechnische Komponenten wie Verbindungselemente, Verschraubungen und verschiedene technische Produkte, welche speziell für einzelne Branchen entwickelt wurden. Das Produktsortiment umfasst bekannte Systeme wie Gewinde, Nieten und Muttern, aber auch ungewöhnlichere Produkte wie Hitzeschilde und Stifte. Die Produkte sollen sicherstellen, dass zwei Gegenstände fest miteinander verbunden sind und das so auch bleiben.

Infrastruktur. Der Geschäftsbereich Infrastruktur besteht aus den Produktlinien Anbaugeräte und Öl & Gas. Bei den Anbaugeräten werden schwere Maschinen mit hydraulischen Werkzeugen und hochwertigen, leistungsstarken Anbaugeräten verstärkt, um die Einsatzmöglichkeit entsprechend zu vergrößern. Der Bereich Öl & Gas sorgt dafür, dass jede Tankstelle ausreichend Kraftstoff geliefert bekommt. Damit hat man sich vor allem auf Pipelines spezialisiert und liefert die dafür erforderlichen Bearbeitungs-, Verbindungs- und Beschichtungsanlagen. Man baut nicht nur Pipelines, sondern bietet zusätzlich noch Inspektionen an.


Gute Zukunftsaussichten überwiegen aktuelle Probleme

Zu- und Verkäufe bestimmen die zukünftige Richtung

Stanley Black & Decker stellt seine Geschäftsbereiche um. Das gesamte Sicherheitssegment einschließlich Zugangstechnologien wurde verkauft und macht Platz für neue Unternehmen. Im letzten Jahr fiel die Wahl auf MTD Products und Excel Industries, wodurch man 2021 den Fokus auf den Outdoor-Bereich gelegt hat.

Verkäufe

Sicherheitssegment. Stanley Black & Decker ist ein großer Fan davon, sich mit Unternehmen zu verstärken und damit das eigene Wachstum anzukurbeln. Andererseits haben sie aber auch kein Problem damit, sich von Sparten zu trennen, um einen Unternehmenswandel einzuläuten. Stanley Black & Decker fühlt sich gut und ausreichend abgesichert und hat daher beschlossen, sich von ihrem Sicherheitssegment zu trennen. 2011 noch für 7,6 Mrd. SEK (heute etwa 792 Mio. USD) erworben, konnte man den Bereich an den früheren Besitzer Securitas AB für 3,2 Mrd. USD verkaufen. Ein sehr lukratives Geschäft.

Zugangstechnologien. Ausgeschlossen aus dem Verkauf des Sicherheitssegments blieb ein Nischengeschäft vorerst erhalten. Als Hersteller, Installateur und Serviceanbieter von automatischen Türen wurden 2021 300 Mio. USD Umsatz generiert, was 2 % des Gesamtumsatzes entspricht. Allerdings möchte Stanley Black & Decker sich in Zukunft nicht mehr auf Zugangs-, Ausgangs- und deren Kontrolllösungen konzentrieren, sondern den gesamten Fokus auf das Kerngeschäft legen. Daher haben sie sich 2022 dazu entschieden, auch das Nischensegment für zusätzliche 900 Mio. US-Dollar an Allegion zu verkaufen. Damit wurde das gesamte Sicherheitssegment aufgelöst.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Mit den Verkäufen konnten insgesamt 4,1 Mrd. US-Dollar in die Kassen gespült werden. Der Erlös ist auch bereits schon voll verplant und soll gemäß der Unternehmensrichtlinie gerecht zwischen Unternehmensübernahmen und Aktionären aufgeteilt werden. Der erste Teil soll in Unternehmensakquisitionen gesteckt werden. Damit sollen die führende Position als Werkzeug- und Outdoor-Unternehmen ausgebaut und nachhaltiges Wachstum und steigende Margen in der Zukunft garantiert werden. Der zweite Teil soll an die Aktionäre zurückgegeben werden. Man fühlt sich ihnen verpflichtet und möchte sie Ende 2022 mit Dividenden in Höhe von 500 Mio. US-Dollar und bis Ende 2023 mit Aktienrückkäufe in Höhe von 4,0 Mrd. US-Dollar belohnen.

Zukäufe

Stanley Black & Decker ist auf Wachstum getrimmt. Um die Nummer 1 zu bleiben, muss man sich stetig hinterfragen und nach möglichen Verbesserungen Ausschau halten. Dabei setzen sie auf eine offensive Strategie aus Innovationen und Unternehmensübernahmen. Das Ziel ist es, neue Trends zu kreieren, anstatt diesen hinterherlaufen zu müssen. Im Werkzeugmarkt ist diese Strategie bereits aufgegangen und man befindet sich seit vielen Jahren an der Spitze. Im 25 Mrd. USD großen Outdoor Markt möchte man jetzt nachziehen. Mit den Übernahmen von MTD und Excel Industries, welche 2021 für 1.500 Mio. USD und 375 Mio. USD gekauft wurden, hat man einen großen Schritt gemacht und konnte sich als eines der führenden Outdoor-Unternehmen am Markt etablieren.

MTD Products (insgesamt 1.735 Mio. USD)

Seit der Pandemie fällt vielen die Decke auf den Kopf. Gartenarbeit ist dabei eine willkommene Abwechslung und eine schöne Möglichkeit, etwas Natur in den Alltag zu bringen. MTD Products bietet dafür das passende Werkzeug an. Wenn man auf der Suche nach Rasenmähern, Schneefräsen oder sonstigen Gartengeräten ist, wird man bei MTD Products fündig. Stanley Black & Decker hat sich bereits 2019 für 235 Mio. USD 20 % der Holding gesichert. Seitdem arbeiten sie mit MTD zusammen und sind von bekannten Marken wie Cub Cadet und Troy-Bilt so überzeugt, dass sie sich 2021 die restlichen 80 % der Holding für 1.500 Mio. USD gesichert haben.

Excel Industries (375 Mio. USD)

So mancher Hobbyfußballer würde sich den Service von Excel Industries wünschen. Excel ist darauf spezialisiert, auch den größten Acker in einen schön gepflegten Rasen zu verwandeln. Mit ihren hochwertigen kommerziellen und privaten Rasenpflegegeräten sind sie eines der führenden Unternehmen in diesem Segment. Stanley Black & Decker sieht es als wichtige Akquisition, um einen führenden Anbieter im Outdoor Bereich aufzubauen und ihre Präsenz im unabhängigen Händlernetz zu stärken.

Die Akquisitionen zeigen bereits im ersten Quartal die gewünschte Wirkung. Ohne die Zukäufe wäre der Umsatz im Bereich Tools-Outdoor um 3 % gesunken, mit den neuen Unternehmen an ihrer Seite konnte man ein Wachstum von 24 % erzielen.

Die neu akquirierten Unternehmen machen bereits heute mit 800 Mio. US-Dollar 20 % des Umsatzes im Bereich Outdoor aus und befinden sich in einem sehr erfolgreichen Integrationsprozess. Man kann gespannt sein, was aus dem Zusammenschluss der Unternehmen entsteht. Mit MTD hat man bereits vor der Übernahme erfolgreich zusammen gearbeitet und ist sich sicher, mit vereinten Kräften Großes leisten zu können. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch, man rechnet mit einem organischen Wachstum von 10 -15 %. Damit ist das Outdoor Segment der Wachstumsmotor des gesamten Unternehmens.

Starkes Wachstum trifft auf starke Margen. Bereits das erste Quartal 2022 hat das große Potential des Segments offenbart. Eine Marge von 13,7 % ist bereits jetzt äußerst lukrativ. Eine Effizienzsteigerung soll diese in Zukunft weiter erhöhen. Ein weiterer, nicht zu verachtender Aspekt ist der Zugewinn von 8 zusätzlichen Produktionsstandorten, was Stanley Black & Decker einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Ressourcen ermöglicht und Ihnen einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber kleineren Unternehmen verschafft.

Aktuelle Widrigkeiten und Zukunftsausblick

Inflation und Lieferkettenprobleme hemmen das Wachstum

Stanley Black & Decker hatte in der letzten Zeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Die aktuelle Marktsituation ist nicht so einfach zu managen. Stanley Black & Decker ist dabei überwiegend von zwei Faktoren betroffen.

Inflation

Die Inflation stellt Stanley Black & Decker vor große Herausforderungen. Seit Ende 2020 sind die Materialkosten um 30 % gestiegen, höhere Rohstoff- und Kraftstoffpreise haben zusätzliche 600 Mio. US-Dollar an Kosten verursacht. Darunter haben auch die Margen gelitten. Um langfristig wieder erfolgreich zu sein, muss man sich auf die neuen Umstände einstellen und sich daran anpassen. Stanley Black & Deckers Strategie ist, die Preiserhöhung an die Kunden weiterzugeben und damit ihre ursprüngliche Marge wieder herzustellen. Im ersten Quartal hat man bereits eine Preiserhöhung von 5,5 % durchgesetzt, diese soll bis zum 4. Quartal 2022 auf 10 % angehoben werden. Der Preisanstieg soll die komplette Inflation auffangen und Stanley Black & Decker wieder lukrative Gewinne bescheren. Dabei sind ihre renommierten Marken und die Marktstellung ein großer Vorteil. Kunden werden trotz höherer Preise weiterhin gerne und regelmäßig in der Produktpalette von Stanley Black & Decker zugreifen.

Lieferkettenprobleme

Die Nachfrage übersteigt aktuell die Verfügbarkeit der beliebtesten Produkte, sodass Kunden oft vergeblich nach dem ersehnten Produkt im Baumarkt suchen. Knappe Komponentenversorgung und lange Lieferzeiten sind aktuell die größten Herausforderungen. Besonders problematisch war die End-to-End-Lieferkette mit China, von wo aus man wichtige elektrische Komponenten und Halbleiter für seine Elektronikgeräte bezieht. Laut Stanley Black & Decker hat man bereits 200 Mio. US-Dollar an Umsatz verpasst durch leere Regale. Sehr ärgerlich, aber die Situation beruhigt sich allmählich wieder. In den Häfen kommt es immer seltener zu Staus und der Transport zu den Distributionszentren verläuft zunehmend problemlos. Falls es doch wieder zu einem Rückfall kommen sollte, hätte sich Stanley Black & Decker darauf eingestellt. Um seinen Kunden immer die besten Produkte anbieten zu können, hat man den eigenen Lagerbestand um 850 Mio. US-Dollar aufgestockt. Damit ist man deutlich besser aufgestellt und kann potentielle Lieferprobleme eine Zeit lang überbrücken. Falls es zu einer Rezession kommt, sind 850 Mio. US-Dollar an Lagerbestand teure Kapitalbindung. Aber Stanley Black & Deckers Produktpalette hat kein wirkliches Verfallsdatum. Deshalb sehen wir den Lagerbestand gelassen und als Stärke für die kommenden Monate.

DIY-Trend und anstehende Immobilien-Renovierungen lassen den Markt weiter wachsen

Der Markt für Heim- und Handwerker wächst und wird das auch in Zukunft weiterhin machen. Einer der Wachstumstreiber ist der DIY-Trend, insbesondere in Nordamerika greifen immer mehr Leute selber zum Werkzeug, um ihre Visionen umzusetzen. Nordamerika ist Stanley Black & Deckers wichtigster Absatzmarkt, sodass sie von der dortigen DIY-Bewegung noch profitieren werden.

Der globale DIY-Markt wird in den nächsten Jahren kontinuierlich um 4,4 % wachsen. Die beliebtesten Produkte sind Elektrische- und Handwerkzeuge. Diese Produkte sind das Hauptgeschäft von Stanley Black & Decker, sodass sie von diesem Trend profitieren werden.

Das Coronajahr hat das Leben in die eigenen vier Wände verlagert und generell einen Trend zum Selbermachen ausgelöst. Bereits vor der Pandemie haben viele Personen kleine Arbeiten wie Streichen oder das Ausbessern von kleinen Mängeln selber übernommen. Dabei sind viele auf den Geschmack gekommen und verschönern seitdem in Eigenregie ihr Zuhause. Der Coronaboom flacht zwar wieder etwas ab, der nächste große Wachstumstrend für Werkzeuge steht aber bereits in den Startlöchern. Die teuren Baustoffe und Finanzierungskosten machen es unattraktiv, neu zu bauen. Stanley Black & Decker sollte in Zukunft von Renovierungs- und Sanierungsprojekten bei Bestandsimmobilien deutlich profitieren. Auch eine kommende Rezession würde hier einen kleinen Schub mit sich bringen, wenn die Leute wieder zu Heimwerkern werden, um Geld zu sparen.

Wachsender Konkurrenzdruck

Bei Stanley Black & Decker geht es nicht mehr darum, an die Spitze zu kommen, sondern diese zu verteidigen. Der wichtigste Wettbewerber ist mittlerweile Techtronic Industries aus Hongkong geworden, die mit beeindruckenden Umsatz- und Wachstumszahlen aufholen. Sie konnten nicht nur den makroökonomischen Umständen trotzen, sondern in den letzten 3 Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 31,2 % pro Jahr erreichen. Im Vergleich dazu konnte Stanley Black & Decker nur mit 4,0 % pro Jahr beim Umsatz wachsen — bereinigt um den Verkauf der Sicherheitslösungen um 10,1 % pro Jahr. Die zwei Unternehmen sind enge Wettbewerber. Techtronics wichtigste Marken sind hierbei Milwaukee, AEG und Ryobi. Der Fokus liegt allerdings noch stärker auf dem attraktiven Gardening-Markt.

Techtronic ist kein einfacher Wettbewerber. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren beeindruckend gewachsen und setzte dabei weniger auf Übernahmen. Stanley Black & Decker ist dagegen eher der Übernahmekonzern, der auf Skaleneffekte und Synergien setzt. Aus diesem Grund haben sie allerdings auch höhere Margen und werden als mehr Premium wahrgenommen. Wir sehen in beiden Firmen als attraktiv. Stanley Black & Decker hat allerdings eine genauso gute Position wie Techtronic. Die starke Marktposition sorgt auch in Zukunft für Umsätze und hohe Margen. Stanley Black & Decker ist das Value-Unternehmen in der Branche und wird auch als solches bewertet.

Kennzahlen der Stanley Black & Decker-Aktie

AAQS: Stanley Black & Decker erreicht 10 / 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore

Stanley Black & Decker erreicht im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) eine perfekte Punktzahl und ist damit als ganz klares Qualitätsunternehmen einzuordnen. Stanley Black & Decker überzeugt in allen Kernbereichen des AAQS: nachhaltiges Wachstum, geringe Risiken, eine hohe Kapitalrentabilität und eine günstige Bewertung. Allerdings sollte man die hohe Verschuldung im Auge behalten. In diesem Bereich bewegt man sich nahe an dem AAQS Grenzwert. Trotzdem hat Stanley Black & Decker eine ausgezeichnete Ausgangssituation und die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft.

AlleAktien DCF- und FMV-Modell

Um den fairen Wert einer Aktie zu ermitteln, eignet sich das DCF-Modell. Es hat eine simple Annahme: Ein Unternehmen ist so viel wert wie alle Gewinne, die die Firma in der Zukunft erwirtschaftet. Die Idee dahinter ist, wie ein Unternehmer zu denken, dem eine Firma bis in die Ewigkeit gehört. Allerdings muss man bei dem DCF-Modell immer bedenken, dass wir die Zukunftsgewinne nur abschätzen können und dass 1 Mio. US-Dollar für uns heute einen viel höheren Nutzen haben als in 10 Jahren. Deshalb wird das DCF-Modell mit einem Diskontierungsfaktor berechnet, der diese Einflüsse bereinigt.

Wert Begründung
Umsatzwachstum anfänglich 9 % pro Jahr und schrittweise Verlangsamung bis auf 3 % Stanley Black & Deckers Umsatz sollte in den kommenden Jahren vor allem durch den Zuwachs im Outdoor-Bereich wachsen. Wir gehen davon aus, dass der Konkurrenzkampf in gesättigten Produktkategorien zunehmen wird und das Umsatzwachstum langsam auf 3 % pro Jahr abnimmt.
EBIT-Marge Bis 2031 11 %, danach 12 % Wir denken, dass Stanley Black & Decker durch seine Marktzyklik mit einer durchschnittlichen, zyklusadjustierten Marge betrachtet werden muss. Insbesondere der Outdoor-Bereich sollte in Zukunft Preissetzungsmacht bieten und die Marge wieder etwas erhöhen. Wir sind konservativ und nehmen hierbei den Wert von 11 % an und schätzen die langfristige Marge auf 12 % der Umsätze.
Ausschüttungsquote 50 % Stanley Black & Decker hat eine aktionärsorientierte Ausschüttung. Jedes Jahr werden ungefähr 50 % der Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet. Dieser Betrag teilt sich auf Dividenden und Aktienrückkäufe auf.

Gemäß unserer Annahme entsteht beim DCF-Modell eine Renditeerwartung von 13 % und beim FMV-Modell von 10 % pro Jahr.

AlleAktien Stanley Black & Decker Aktie Aktienanalyse DCF Modell

Renditeerwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs

Je niedriger der Einstiegskurs, um so höher die langfristige Renditeerwartung

Renditeerwartung pro Jahr Einstiegskurs
6,0 % 182 USD
7,0 % 166 USD
8,0 % 151 USD
9,0 % 138 USD
10,0 % 126 USD
11,0 % 115 USD
12,0 % 105 USD
13,0 % 96 USD
14,0 % 88 USD
15,0 % 81 USD
16,0 % 74 USD

Fazit zur Stanley Black & Decker-Aktie: Dividendenkönig zum fairen Preis

#1 Werkzeughersteller. Stanley Black & Decker ist der größte Werkzeughersteller der Welt und beeindruckt mit seiner erfolgreichen Historie. Durch fortlaufende Innovationen sowie gut geplante Unternehmensübernahmen konnte man seinen Platz an der Spitze verteidigen. Stanley Black & Decker hat sein Sicherheitssegment verkauft und setzt stärker auf den Outdoor-Bereich. Wir sehen das als sinnvollen Schritt. Mit den kürzlich erworbenen Unternehmen MTD und Excel hat man sich zwei Qualitätsunternehmen im Outdoor Bereich gesichert und sich in diesem Bereich stark aufgestellt. Bereits jetzt ist der Outdoor Markt der Wachstumstreiber und wird Stanley Black & Decker in Zukunft mit starken Margen belohnen.

Marktwachstum und Probleme. Der Zustrom auf den Do-It-Yourself Markt, eine zunehmende Elektrifizierung im Outdoor Bereich und renovierungsbedürftige Immobilien lassen den Markt weiter wachsen. Als Marktführer wird Stanley Black & Decker von dieser Entwicklung profitieren, unter der Prämisse, das sie ihren Marktanteil halten können. Probleme in den Lieferketten und die Inflation sehen wir als kurzfristig an und sollten sich in den nächsten Jahren auflösen. Kritischer zu betrachten ist der Druck der Konkurrenz. Insbesondere Techtronic Industries stellt eine Gefahr dar und hat es auf die Marktführerschaft abgesehen. Wir denken aber, dass Stanley Black & Decker mit gezielten Unternehmensübernahmen und neuen Innovationen ein gutes Rezept hat, um das zu verhindern.

Wir halten die Stanley Black & Decker-Aktie mit einer Renditeerwartung von 11 % beim Kurs von 115 US-Dollar für kaufenswert. Uns hat vor allem die Qualität des Unternehmens überzeugt: Marktführer, starkes Markenportfolio, ausgezeichnete Dividendenhistorie, sinnvolle Unternehmenskäufe und ein wachsender Markt. Eine 10 von 10 wird im AlleAktien Qualitätsscore nicht verschenkt und steht für das ausgezeichnete Geschäftsmodell. Trotzdem wird der Wettbewerbsdruck das Wachstum langfristig bremsen. Um die Dividende muss man sich allerdings keine Sorgen machen. Wer auf der Suche nach einem qualitativen Dividendentitel ist, macht mit Stanley Black & Decker nicht viel verkehrt. Die aktuelle Kursschwäche liefert eine tolle Gelegenheit für langfristige Investoren


Liebe Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Geschäftsführer

Über den Autor

Michael C. Jakob

AlleAktien Gründer und Partner. Michael C. Jakobs Fokus liegt auf den Branchen Software, Banken und Luxusgüter. Durch sein Studium und zahlreiche Visiten in China, Hong Kong und Singapur ist er gerne gesehener Experte für Aktien in Asien. Als professioneller Investor teilt er seine Perspektiven regelmäßig in Handelsblatt und Wirtschaftswoche. Michael C. Jakob war zuvor bei McKinsey&Company und UBS. Sein Informatik- und Management-Studium absolvierte er am KIT, der ETH Zurich und am Massachusetts Institute of Technology. Seine Strategie ist es, in die jeweils besten Unternehmen jeder Branche zu investieren und zukünftige Marktführer frühzeitig zu erkennen.

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien von Stanley Black & Decker.

Quellen & weiterführende Literatur

Beschreibung Link
Stanley Black & Decker Geschäftsbericht 2021
Stanley Black & Decker Earnings Call Q1 2022
Stanley Black & Decker Investorenpräsentation
Techtronic Industries Geschäftsbericht 2021
Techtronic Industries Übernahmen
Techtronic Industries Zukunftsaussichten 2022
DIY-Marktwachstum
DIY Produkteinteilung
Daten zu den jeweiligen Unternehmen
  • Bloomberg