Aktiensparplan Vorteile und Nachteile?

Bei unseren Aktien-Analysen erreicht uns häufig die Frage, ob es denn besser ist, die Aktien gezielt einmal zu kaufen oder sich gleich einen monatlichen Sparplan einzurichten. Durch einen Aktien-Sparplan auf eine vergleichsweise „teure“ Aktie kannst du dir Stück für Stück diese Aktie ins Depot kaufen.


Kernpunkte

  1. Ob es sinnvoll ist, einen Aktiensparplan zu erstellen ist individuell zu betrachten.
  2. Mit einem Sparplan kannst du dir Stück für Stück eine „teure“ Aktie kaufen.

 

Wer auf Aktiensparpläne vertraut, glaubt nicht an Market Timing

Das wichtigste bei diesem Vergleich ist, dass man Äpfel auch mit Äpfeln vergleicht. Bei den meisten Privatanlegern ist es so, dass monatlich mehrere Hundert oder manchmal auch Tausende Euro frei werden, die nach und nach investiert werden wollen. Der „korrekte“ Vergleich zwischen Sparplan und Einmalkauf wäre jedoch: Ich habe 100.000 EUR auf der Bank. Soll ich diese nun einmalig in Aktie ABC investieren oder über zum Beispiel 12 Monate x 8.333,33 EUR?

Wer auf Aktiensparpläne vertraut, glaubt nicht an Market Timing. Beim Market Timing geht es darum, bei einer Geldanlage in Wertpapiere (Aktien etc.) günstige Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu finden, um auf diese Weise hohe Renditen zu erzielen. Viele Privatanleger machen jedoch beides: Sie kaufen gezielt Einzelaktien und haben Sparpläne auf besonders ertragreiche und solide Qualitätsunternehmen. Siehe dazu auch unseren AlleAktien Qualitätsscore (AAQS), wo wir etliche Qualitätsunternehmen bis auf das Detail analysieren.

 

Mit Aktien-Bruchstücken zur ganzen Aktie

Durch einen Aktien-Sparplan auf eine vergleichsweise „teure“ Aktie kannst du dir Stück für Stück diese Aktie ins Depot kaufen. Dazu ein Beispiel: Eine Aktie kostet 2000 EUR. Nehmen wir an, der Kurs würde sich über die Zeit nicht verändern und in einem Jahr stünde die Aktie weiterhin bei 2000 EUR. Wenn du einen Aktien-Sparplan über monatlich 100 EUR für diese Aktie anlegst, gehören dir nach 1 Monat genau 5% der Aktie (wenn sie noch bei 2000 EUR steht). Nach zwei Monaten besitzt du bereits 10 %. Über einen Sparplan erwirbst du sogenannte Aktien-Bruchstücke. In deinem Depot wirst du diese schnell erkennen. In unserem Beispiel hättest du nach 5 Ausführungen 25 % einer ganzen Aktie, also 0,25 Aktienbruchstücke im Depot. Aktien-Bruchstücke sind anteilig auch dividendenberechtigt. Besitzt du also 0,5 Aktien eines Unternehmens das pro Aktie eine Dividende von 1 EUR ausschüttet, erhältst du 0,50 EUR Dividende.

 

Vor- und Nachteile von Aktiensparplänen

Vorteile Nachteile
Risiko verringert: Durch den Cost-Average-Effect (CAE) nähert der Einstiegspreis einer Aktie sich dem „durchschnittlichen Kurs der letzten 12 Monate“ an, wenn man beispielsweise über 12 Monate jeden Monat in Aktien für den gleichen Betrag investiert. Rendite verringert: Weil man insgesamt erst später den vollen Betrag in die Aktie investiert hat, als bei einem Einmalkauf des gleichen Betrags sinkt die Rendite. Denn: Geld, welches früher verdient und angelegt wird ist mehr wert, als Geld, welches später verdient wird (s. Abzinsung). Dieser Nachteil tritt nicht auf, wenn man das zu investierende Geld ohnehin erst Stück für Stück zur Verfügung gestellt bekommt. Man könnte gar nicht alles auf ein Mal investieren. (Beispiel: 20 % des Gehalts werden regelmäßig investiert. Das Gehalt wird monatlich gezahlt.)
Zeitersparnis: Das System ist nach einer einmaligen Einrichtung voll automatisiert. Die eingerichteten Beträge werden automatisch umgebucht und investiert. Die Investmententscheidung für eine bestimmte Aktie fällt nur ein mal, und man muss sich nicht mehr darum kümmern. Auswahl der Aktie unflexibel: Es wird jeden Monat oder jede Woche in das gleiche Wertpapier investiert. Entscheidet man sich also anfangs für eine Aktie die nicht gut performt, dann wird die Rendite zwangsläufig sehr negativ sein. Wichtig ist also, auch mit Sparplan die Aktie regelmäßig zu beobachten und sich zu fragen: Bin ich von diesem Unternehmen weiterhin überzeugt?
Tendenz zu Buy-and-Hold: Statistisch haben Buy-and-Hold Ansätze bei Privatanlegern die höchste Rendite. Eine der größten Fehler von Privatanlegern ist es, wöchentlich oder gar täglich hin- und her zu handeln, und damit die gesamte Rendite durch Handelsgebühren zu verspielen. Ist das System automatisiert, neigt man weniger zur täglichen Kursbeobachtung und zu emotionsgesteuertem Handeln. Auswahl des Zeitpunktes unflexibel: Aktiensparpläne werden bei den meisten Anbietern am 1ten, 7ten, 15ten, oder 28ten Tag jeden Monats ausgeführt. Man hat also wenig Möglichkeiten, einzugreifen. Meistens wird dir Order für den geplanten Sparplan bereits 2-3 Tage vor dem Ausführungsdatum gesetzt, sodass man nicht noch einen Tag vorher eine Anpassung daran vornehmen kann.
Der Start fällt leicht: Mit Aktiensparplänen kann man je nach Bank bereits ab 1 EUR pro Monat in beinahe alle Aktien und ETFs der Welt investieren. Auch wenn ein Kleinanleger oder Student keine 1.000 EUR für eine Google- oder Amazon Aktie zur Verfügung hat, kann er trotzdem Monat für Monat immer mehr Anteile dieser Unternehmen kaufen. Das gleiche gilt auch für Aktionäre mit mehr Geld: Man kann jeden Monat 1.000 oder 2.000 EUR investieren, ohne den genauen Kurs kennen oder verfolgen zu müssen. Möglicherweise höhere Gebühren: Bei vielen Anbietern wird pro Sparplam-Ausführung eine Gebühr von z.B. 1,5 % der Sparplan-Summe aufgeschlagen. Über die Zeit bei 1.000 EUR summiert sich die Anlage also auf 15 EUR Gebühren. Eine Wertpapierorder für 1.000 EUR könnten bei einem Onlinebroker teilweise schon deutlich günstiger ausgeführt werden. Insgesamt zahlt man ggfls. also einen Aufpreis. Eine Übersicht zu möglichen Sparplänen für Aktien inklusive der anfallenden Gebühren findest du bei AlleAktien Quantitativ.