Französische Quellensteuer zurückholen und umgehen mit Vorabbefreiung (DKB)

Franzosen-Steuer zurückholen: Viele Anleger schrecken vor der hohen Quellensteuer in Frankreich zurück. Wir haben einen legalen Weg gefunden, diese zu umgehen. In der Analyse als Schritt-für-Schritt-Anleitung dabei!

Französische Quellensteuer zurückholen mit Vorabbefreiung

Vorab einige Informationen zur steuerlichen Situation von französischen Aktien ohne eine solche Befreiung von der Steuer:

2018 wurde der Steuersatz auf Dividenden von 30% auf 12,8% gesenkt, allerdings nur für Nicht-Franzosen. Das Dumme daran: Der französische Staat weiß nicht, wo die Anleger steuerpflichtig sind (oder er möchte es nicht wissen). Also werden einfach mal 30% abgezogen, obwohl nur 12,8% nötig wären. Das bedeutet im Konkreten: Von 100 EUR Dividende kommen statt 75 EUR (deutsche Aktien) nur 57,80 EUR an. Somit erhalten die Anleger gegenüber deutschen Aktien nochmals 23% weniger Dividende auf ihr Konto.

Theoretisch ist zwar eine Rückholung beim französischen Staat möglich, diese ist in Frankreich jedoch sehr schwierig und für die meisten Privatanleger nur mit einem Steuerberater möglich. Da der finanzielle Aufwand dafür sehr hoch ist, lohnt sich eine solche Rückholung in den meisten Fällen nicht. Ganz anders ist die Situation bei der Vorabbefreiung:

Die DKB (Onlinebank) bietet eine Vorabbefreiung von der französischen Steuer an. Dazu muss ein kurzes Formular ausgefüllt werden. Die DKB berechnet dafür einmalig Kosten in Höhe von 11,90 EUR. Die Befreiung gilt dann für jeweils 3 Jahre. Mit einer solchen Vorabbefreiung ist die Steuerbelastung in Summe sogar geringer als auf deutsche Aktien! Wie das Vorgehen genau funktioniert, ist in einem sagenhaften Artikel vom Divantis-Blog perfekt beschrieben.

Im Grunde genommen ist der Weg bzw. das Vorgehen super einfach:

  1. Konto bei der DKB eröffnen
  2. Alle französischen Aktien über dieses Konto kaufen/auf dieses Konto übertragen
  3. Vorabbefreiungsformular ausfüllen
  4. 3 Jahre lang äußerst geringe Steuerbelastung genießen
  5. Dann wieder zu Schritt 3 zurück 🙂

 

Soll man überhaupt in französische Aktien investieren?

Viele Anleger investieren grundsätzlich erst gar nicht in französische Aktien. Dabei nennen sie folgende Gründe:

  1. Extreme Bürokratie, lähmt die Unternehmen
  2. Hohe Steuerbelastung auf Unternehmensgewinne
  3. Hohe Steuerbelastung auf Dividenden

Den ersten beiden Punkten kann und möchte ich nicht widersprechen. Die hohe Steuerbelastung auf französische Dividenden kann allerdings komplett umgangen werden. Dazu mehr im Abschnitt „Dividende“ in dieser Analyse.

Sofern man als Anleger die Wahl zwischen einem französischen Unternehmen und einem gleichwertigen Unternehmen in einem anderen Land hat, empfiehlt es sich, nicht zum französischen Unternehmen zu greifen. Anstelle einer AXA lieber eine Allianz kaufen. Anstelle einer Total lieber eine Shell. Anstelle einer Schneider lieber eine Siemens.

Doch es gibt in Frankreich auch gewisse Unternehmen, zu denen es weltweit kein vergleichbares Pendant gibt. Unternehmen, die ihre Branche mit klarem Abstand anführen. Dazu zählen z.B.:

  • LVMH, der größte Luxuskonzern der Welt mit hoher Gewinnmarge und hohem Wachstum
  • Hermes, die exklusivste Luxusmarke der Welt (Analyse folgt)
  • Kering, das dritte große Luxusunternehmen der Welt
  • L’Oreal, der mit großem Abstand größte Kosmetikkonzern der Welt
  • Air Liquide, der zweitgrößte Industriegasehersteller der Welt

Diese Unternehmen zählen zur absoluten Spitzenklasse der weltbesten Unternehmen. Aus meiner Sicht ist es ein großer Fehler, diese Unternehmen von Beginn an auszuschließen. Denn es sprechen viele gute Gründe FÜR eine Investition in diese französischen Unternehmen:

  1. Globale Präsenz: Der französische Markt macht meist nur noch weniger als 10% des Umsatzes aus, somit besteht keine hohe Abhängigkeit mehr gegenüber der französischen Wirtschaft
  2. Qualitätsbeweis: Wenn es den Unternehmen gelingt, selbst unter diesen bürokratischen Regeln jahrzehntelang an der Weltspitze zu bleiben, dann ist das in meinen Augen ein klarer Qualitätsbeweis und ein Indikator für ein unzerstörbares Geschäftsmodell
  3. Chancen, die es so nirgendwo sonst gibt: Gerade in der Luxus- und Kosmetikbranche besteht langfristig noch enormes Wachstumspotential. Vor allem in Asien. Und mit den drei französischen Aktien LVMH, Hermes, Kering kann man davon wunderbar profitieren. Warum sollte man sich diese Chancen entgehen lassen?

 

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