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Aktie Analyse

AbbVie Aktie Analyse

WKN
A1J84E
Symbol
ABBV
Sektor
Gesundheit
Webseite
AbbVie
Investor Relations
Investor Relations

Der Hersteller vom erfolgreichsten Medikament der Welt erforscht die Zukunft. Sie kümmern sich um die schwierigsten Krankheiten der Welt. AbbVies Fokus sind chronische Erkrankungen. Sie helfen Menschen bei dauerhaften Gesundheitsproblemen wie Autoimmunerkrankungen, Krebs, Nervenkrankheiten, Augenproblemen und Krankheiten von Frauen. Dazu forschen sie vor allem an biopharmazeutischen Wirkstoffen, die schwieriger kopierbar sind und viele Probleme noch spezifischer behandeln können.

Das Unternehmen wird 1888 von dem jungen Arzt Dr. Wallace C. Abbott gegründet. Nach seinem Studium eröffnet er eine Apotheke und fängt an, in Chicago Menschen zu behandeln. Der Name seines Unternehmens: Abbott Alkaloid Company. Dies hat den Ursprung, dass er Alkaloide wie Morphin oder Kodein aus Pflanzen extrahiert und sie als Granulat verkauft. Der Börsengang erfolgt 1929 und damit zur schlechtmöglichsten Zeit. Da sich sein Geschäft aber weiterentwickelt und Medikamente in der Großen Depression mehr gebraucht werden als je, schafft er es, diese Krise zu überstehen. 1985 entwickelt das Unternehmen den ersten Test auf HIV. Er ist mittlerweile in der Diagnostik unterwegs und entwickelt einen Test, der HI-Viren erkennen kann. HIV wurde damals als unaufhaltsame Krankheit angesehen. Durch diese Tests konnte man das Blut auf das Virus testen und so weitere Infektionen verhindern. 2002 bringt Abbott den biopharmazeutischen Wirkstoff Adalimumab auf den Markt, der unter dem Namen Humira vermarktet wird und sich zu dem umsatzstärksten Wirkstoff der Welt entwickelt. 2013 folgt eine wichtige Aufspaltung. Es entstehen aus dem Konzern zwei Unternehmen: Abbott Laboratories, die sich stärker auf Konsumenten und Medizintechnik fokussieren sowie AbbVie, die das Pharma-Geschäft von Abbott weiterführen. Das Medikament Humira wurde 2002 auf den Markt gebracht, und damit ist das Patentende in naher Zukunft. Dies bedroht das Unternehmen, da im Zuge dessen der Umsatz sinken wird, denn dieses erzeugt mehr als 50 % der AbbVie-Umsätze. AbbVie entscheidet sich deshalb dafür, den Wettbewerber Allergan für 63 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Dadurch sollen der Umsatz diversifiziert und Synergien geschaffen werden. Hierdurch schafft es AbbVie gleichzeitig, in die Top 10 der größten Pharma-Konzerne der Welt aufzusteigen.

Richard A. Gonzalez ist der CEO des Unternehmens. Seine Karriere startet an der University of Houston, wo er einen Bachelor in Biochemie anstrebte, den er jedoch nie beendete. Anschließend begann er als Forscher an der University of Miami. Er ist damit einer der wenigen CEOs im S&P 500, der keinen Universitätsabschluss besitzt. Durch seine langjährige Erfahrung und 30 Jahre Unternehmenszugehörigkeit bei Abbott war er der ideale CEO für die neue Firma AbbVie. Er kennt viele der Bereiche, da er sie in der Vergangenheit geleitet hat. Seine Motivation und seine Erfahrung passen zu AbbVie. Der einzige Kritikpunkt ist in die fehlende Universitätsbildung.

Die Mission des Unternehmens ist es, schwere Krankheiten zu behandeln, die das Leben von Tausenden bis Millionen Menschen beeinträchtigen. AbbVie fokussiert sich dabei auf die Gebiete Immunologie, hämatologische Onkologie, Ästhetik, Neurowissenschaften, Augenheilkunde und Frauengesundheit.

Branchenanalyse

Die Pharmabranche ist eine der lukrativsten Branchen, aber auch eine der härtesten, denn Pharmaunternehmen werden staatlich stark reguliert und um eine Zulassung zu bekommen, muss man zunächst einen komplexen Prozess durchlaufen, der 8-13 Jahre dauert und eine Erfolgsquote von 1,8 % hat. Dies ist zudem sehr kostenintensiv: Bei einem erfolgreichen Produkt kann man dieses aber sehr lukrativ verkaufen. Das Medikament kann mit einer Marge von über 80 % verkauft werden und durch das Patent ist hat das Medikament für die nächsten 20 Jahre eine Monopolposition.

Pharmaunternehmen sind weltweit aktiv und versuchen, ihre Wirkstoffe weltweit zuzulassen. So maximieren sie ihren Umsatz und ihre Marktmacht. Anzumerken ist hierbei, dass jeder Markt seine eigene Zulassungsbehörde hat und die Zulassung unabhängig geprüft wird. Der Markt in den USA sticht dabei am meisten heraus. Sie sind mit über 500 Mrd. USD. Umsatz pro Jahr der lukrativste Markt. Zusätzlich wächst der Markt auch mit über 3 % pro Jahr. Auch wenn die Pharmabranche bereits eine der größten Branchen der Welt ist, wächst sie trotzdem beständig weiter. Das liegt vor allem an der alternden Weltbevölkerung. Denn mit dem Alter treten gesundheitliche Probleme vermehrt auf und wir sind bereit für unsere Gesundheit viel mehr zu bezahlen, als für andere Güter. Viele Krankheiten können wir bereits sehr gut behandeln, aber es treten neue Krankheiten auf. Ein spannender Zukunftsmarkt, der um 6 % pro Jahr wächst.

Dadurch, dass ein großer Teil der Wirkstoffforschung auf Glück basiert, ist der Markt hart umkämpft. In dem Markt für Krebserkrankungen (Onkologie) liegt viel Marktpotential. Krebs ist die weltweit zweithäufigste Todesursache. Deshalb forschen viele Pharmakonzerne an diesen Wirkstoffen. Für die meisten Unternehmen entwickeln sich in der Regel nur eins bis drei Wirkstoffen zu so genannten Blockbuster-Medikamenten. Diese sind wirkliche Umsatzbringer und damit besonders lukrativ. Häufig ist es ein Wirkstoff, der eine häufige Krankheit behandelt, wo es aber wenige alternative Behandlungen mit vergleichbar hohem Erfolg gibt. Bei AbbVie ist dies Humira.

Geschäftsmodell

AbbVie ist einer der größten Pharmakonzerne der Welt und in fünf verschiedenen Sparten aktiv. Dabei hat sich AbbVie vor allem auf vier Themengebiete konzentriert. Bis auf den Bereich der Ästhetik zielt AbbVie in allen Bereichen auf chronische Erkrankungen ab. Diese sind besonders lukrativ, weil die Patienten ab dem Zeitpunkt der Diagnose ein Leben lang Medikamente brauchen.

In der Immunologie versucht man menschliche Immunantworten zu nutzen, um Krankheiten zu unter Rückgriff auf das eigene Immunsystem wirksamer zu behandeln. Impfstoffe kommen aus dieser Kategorie. Der Umsatzanteil bei AbbVie liegt bei 48 % durch das Medikament Humira.

Onkologie befasst sich mit der Behandlung von Krebsarten. Bisher sind diese auf die Lebensverlängerung begrenzt. Der Anteil des Umsatzes liegt bei 14 %.

Im Segment Ästhetik beschäftigt man sich mit dem äußeren Erscheinungsbild der Menschen. Dieser Bereich macht 6 % des Umsatzes aus.

Die Neurologie befasst sich mit Nervenkrankheiten, wie chronische Migräne, Parkinson und Depressionen. Hier werden 8 % der Umsätze erzielt.

In weiteren Märkten ist AbbVie in Bereichen wie Augenkrankheiten oder gesundheitlichen Problemen von Frauen aktiv. Dieser Bereich macht 24 % des Umsatzes aus.

Auffällig ist, dass AbbVie stark von den Umsätzen von Humira abhängig ist. Zusätzlich erzielen sie 76 % der Umsätze in Amerika. Das liegt vor allem am größeren Gesundheitswesen in den USA. Humira ist AbbVies Wundermittel. Der Wirkstoff hat eine starke Marktstellung bei einigen chronischen Erkrankungen wie Arthritis oder Morbus Crohn, wo die Patienten große Schmerzen haben. Die mächtige Wirkung von Humira, der geringe Wettbewerb und die hohe Nachfrage haben dafür gesorgt, dass Humira zum weltweit umsatzstärksten Medikament wurde. Auch wenn dieses Medikament für Abbvie zur Goldgrube wurde, ist es langsam zu einem Problem geworden, denn das Patent wird 2023 in den USA auslaufen.

AlleAktien Qualitätsscore

▲ AbbVie erreicht im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) 9 von 10 Punkten. Das Unternehmen wächst attraktiv mit über 11 % pro Jahr und hat eine stabile Umsatz- und Gewinnentwicklung. In den letzten 10 Jahren ist der Gewinn nur um 17 % eingebrochen und hat sich innerhalb von drei Jahren wieder erholt. Ein weiterer positiver Punkt ist die hohe Verzinsung des Eigenkapitals von über 100 %. Insgesamt erfüllt AbbVie nur eines unserer Kriterien nicht: Die hohe Verschuldung von 4,7 operativen Gewinnen fällt negativ auf. Allerdings reicht das immer noch für das Siegel "Qualitätsunternehmen".

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