Skip to content
Aktie Analyse

Activision Blizzard Aktie Analyse

WKN
A0Q4K4
Symbol
ATVI
Sektor
Kommunikation
Investor Relations
Investor Relations

Activision Blizzard ist ein US-amerikanischer Softwarehersteller und der weltgrößte Anbieter von Computer- und Videospielen. Das Unternehmen entwickelt die Spiele für Smartphones, Computer und Spielekonsolen. Activision Blizzard ist außerdem im E-Sports-Bereich aktiv.

Im Jahre 1979 gründen die bei Atari angestellten Entwickler David Crane, Larry Kaplan, Alan Miller und Bob Whitehead zusammen mit dem Manager Jim Levy aus Frust über ihren Arbeitgeber das Unternehmen Activision, um eigenständig Spiele zu entwickeln. Damit wurde Activision zum ersten Unternehmen überhaupt, das in Eigenregie Computerspiele entwickelte. Die Geschäfte liefen zunächst gut, doch mit sinkenden Absatzzahlen der Atari-Konsolen brach Activision Umsatz weg. Missglückte Übernahmen und Fehlentscheidung zwangen das Unternehmen dazu, 1992 Insolvenz anzumelden.
Infolgedessen wurde das Unternehmen von Grund auf neu organisiert: Lediglich das Computer- und Videospielgeschäft wurden behalten. Es folgte die Übernahme zahlreicher namhafter Entwicklungsstudios und Activision konnte 2004 wieder Rekordzahlen schreiben.

2007 fusionierte Activision mit Vivendi, dem Besitzer des Entwicklungsstudio Blizzard Entertainment, die mit dem Spiel World of Warcraft zu der Zeit einen Riesenerfolg feierten. Das neue Unternehmen wird deshalb “Activision Blizzard” genannt.
2015 folgte die Übernahme des Spiele-App-Entwicklers “King”, die für Spiele wie Candy Crush verantwortlich sind. So stärkt Activision Blizzard seine Präsenz im Mobile-Gaming.
Heute verfügt Activision Blizzard über ein breit diversifiziertes Portfolio und ist damit der weltweit größte Anbieter von Computer- und Videospielen.

Das Management

Der Chief Executive Officer von Activision Blizzard ist seit 1991 der US-amerikaner Robert (Bobby) Kotick. Er studierte an der University of Michigan und gründete noch zu seiner Studienzeit sein erstes Unternehmen.
Kotick ist in der Gaming-Szene eine sehr umstrittene Persönlichkeit. Oft wird ihm Profitgier und mangelnde Leidenschaft für publizierte Spiele vorgeworfen. Aber nicht nur die öffentliche Wahrnehmung von Activision Blizzard leidet unter ihm: Es gibt durchaus auch Kritik an den Managemententscheidungen. So hinterfragen viele Anleger den Umgang mit den hohen Cash-Reserven des Unternehmens. Diese sammeln sich aktuell auf Konten, anstatt für Übernahmen oder Aktienrückkäufe genutzt werden. Zugutehalten muss man Kotick, dass er ein absoluter Fachmann ist. Er ist seit über 30 Jahren CEO bei Activision Blizzard – kennt also Branche und Unternehmen wie kein Zweiter.
Zuletzt gerat das Unternehmen und Management zudem wegen Sexismusvorwürfen unter Druck. Es solle eine frauenfeindliche Unternehmenskultur gepflegt werden, ehemaligen Mitarbeitern wird sexistisches Handeln vorgeworfen. Kotick soll jahrelang von diesen Anschuldigungen gewusst haben, diese aber nicht hinreichend beachtet haben.
Er hat nun angekündigt, das Unternehmen zu verlassen, sollte es ihm nicht gelingen, diese “Kultur des Fehlverhaltens” schnellstmöglich zu beseitigen.

Zusammenfassend ist es wohl fair zu sagen, dass das Management aktuell ein Problem darstellt. Sowohl intern als auch extern genießt Kotick keinen guten Ruf und schadet damit sowohl der Arbeitskultur als auch dem Image von Activision Blizzard.

Das Geschäftsmodell von Activision Blizzard

Activision Blizzard erwirtschaftet Umsätze in drei verschiedenen Geschäftssegmenten, die zeitgleich als eigene Marken agieren.Insgesamt teilen sich unter den drei Marken rund 430 Millionen aktive monatliche Spieler auf.

Activision
Unter dem Activision-Markennamen werden hauptsächlich Spiele für PC und Konsole verkauft. Bekannte Spiele sind zum Beispiel die Call-of-Duty-Reihe oder Tony Hawk’s Pro Skater. Die Umsätze in diesem Segment sind exakt die Hälfte der Gesamtumsätze des Unternehmens.

Blizzard
Bekannte Franchises von Blizzard sind World of Warcraft, Overwatch und Hearthstone. Wie bei Activision werden hauptsächlich Spiele für PC und Konsole veröffentlicht. 23 % des Gesamtumsatzes werden von Blizzard erwirtschaftet.

King
Durch den Zukauf von King hat Activision Blizzard sich präsent im Mobile-Markt platziert. Bekannte Spiele sind Candy Crush, Farm Heroes und Bubble Witch. Damit verdient das Unternehmen 27 % seiner Umsätze.

Umsatzaufteilung

Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze im Gaming-Bereich, Umsätze zu erwirtschaften: Der Spieleverkauf zum Vollpreis und In-Game-Transaktionen.

Vollpreis-Verkäufe
Activision und Blizzard konzentrieren sich hauptsächlich auf den Verkauf von Spielen zum Vollpreis. So kann man den neuesten Ableger der Call-of-Duty-Reihe für rund 60 € erwerben. Heute stammen nur noch 29 % der Umsätze bei Activision Blizzard noch aus den regulären Spieleverkäufen.

In-Game-Transaktionen
Das Unternehmen setzt mittlerweile vermehrt auf Free-To-Play-Spiele, bei denen durch Käufe innerhalb des Spiels Umsatz generiert werden. Das können beispielsweise Items, Skins oder gewisse Level sein, die für nicht zahlende Spieler nicht zur Verfügung stehen. Diese Microtransactions sind besonders bei Mobile-Gaming verbreitet, aber auch auf PC und Konsole setzen sich Freemium-Spiele immer weiter durch.

Gutes Wachstum und saubere Bilanz

Activision Blizzard konnte über die letzten 10 Jahre mit rund 6 % jährlichem Wachstum überzeugen. Neben dem organischen Wachstum konnte das Produktportfolio strategisch sinnvoll durch Zukäufe (z. B. von King) erweitert werden.
Der operative Gewinn konnte ebenfalls ordentlich gesteigert werden. Die operative Marge liegt aktuell bei starken 35 % und könnte in Zukunft sogar noch leicht anwachsen.

Der Wachstumstreiber Nummer 1 ist der Gaming-Markt. Sowohl das Mobile-Gaming, als auch PC-Spiele werden immer beliebter. Das Unternehmen hat sich rechtzeitig in allen wichtigen Marktsegmenten gut aufgestellt, um von diesem Wachstum zu profitieren.

Die Bilanz von Activision Blizzard sind insgesamt sehr gut aus. Mit einer großen Cash-Position fast 8 Mrd. USD ist man flexibel aufgestellt und kann auf Trends im Gaming Markt durch Übernahmen strategisch reagieren.

Die Dividende von Activision Blizzard betrug im Jahr 2021 0.47 Cent , daraus ergibt sich zum aktuellen Kurs von 65 US-Dollar eine Dividendenrendite von 0,7 %. Immerhin wurde die Dividende seit 2010 immer um rund 10 % pro Jahr erhöht. Die Ausschüttungsquote ist bei sehr niedrigen 15 % – es wäre also noch deutlich Raum nach oben.

Activision Blizzard AlleAktien Qualitätsscore


Verwandte Artikel