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Twilio Aktie Analyse

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WKN
A2ALP4
Symbol
TWLO
Sektor
Technologie
Webseite
Twilio
Investor Relations
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Twilio ist ein US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in San Francisco, Kalifornien, das programmierbare Kommunikationstools für das Tätigen und Entgegennehmen von Anrufen, das Senden und Empfangen von Textnachrichten und das Ausführen anderer Kommunikationsfunktionen über seine Web-APIs bereitstellt.


Das Produktangebot von Twilio wurde 2018 von über 60.000 Unternehmen genutzt, darunter Uber, Domino’s Pizza und Airbnb.

Twilio wurde 2008 von Jeff Lawson, Evan Cooke und John Wolthuis gegründet. Die Sitze des Unternehmens waren damals sowohl Seattle, Washington und San Francisco, Kalifornien. Heute verfügt Twilio über 26 Niederlassungen in 17 Ländern, um global die Infrastruktur für ihre Kommunikationsdienste zu sichern. Im November 2008 konnte man das erste mal eine Schlagzeile über das Unternehmen lesen, die es in der Tech-Welt bekannt machte. Grund für den ersten großen Pressebericht war ein sogenannter “Rick-Roll”, mit dem Investor Dave McClure dem TechCrunch-Gründer und Herausgeber Michael Arrington einen Streich spielte. Twilio nutzte die neu erlangte Bekanntheit direkt für die Vermarktung seiner Produkte. Wenige Tage nach dem Streich, am 20. November 2008, brachte der Kommunikationsanbieter Twilio Voice auf den Markt, eine API zum Tätigen und Empfangen von Telefonanrufen, die vollständig in der Cloud gehostet wird. Für den damaligen technischen Fortschritt war es äußerst fortschrittlich eine API in der Cloud anzubieten. Eine API, kurz für Application Programming Interface, ist eine Programmierschnittstelle, die von ihrem Urheber an andere Softwareentwickler bereitgestellt wird. Twilio stellt ihre Programmierschnittstelle also anderen Firmen und auch privaten Programmierern zur Verfügung, damit diese die angebotene Funktion nicht selbst entwickeln müssen. Im Fall von Twilio Voice übernimmt die Cloud-API also das Tätigen und Entgegennehmen von Telefonaten für die Entwickler anderer Apps. Eine cloudbasierte API hat den Vorteil, dass die Größe der App nicht unnötig durch das Implementierten in den Quellcode aufgebauscht wird. Um die Funktion der Programmierschnittstelle nutzen zu können, müssen App-Entwickler nur die nötigen Daten an den Server von Twilio schicken. Twilio Voice kümmert sich dann um den Rest. Diese bequeme Lösung, die dahinter steckende Infrastruktur und das Know-How kann sich Twilio dementsprechend entlohnen lassen. Über sogenannte API-Keys, die wie individuelle Schlüssel zum Twilio-Server verstanden werden können, ist es dem IT-Unternehmen möglich, ihre Dienstleistungen nur für zertifizierte, zahlende Entwickler nutzbar zu machen. Weniger als eineinhalb Jahre später veröffentlichte Twilio die API für Textnachrichten. Im Juli 2011 folgte die Public Beta für SMS Shortcodes.
Twilio nutzt für die Bereitstellung seiner Dienste Amazon Web Services (AWS). Mit Hilfe von Amazon Web Services kann das Unternehmen global die Schnelligkeit und Verfügbarkeit seiner APIs sichern. Entwickler wissen zu schätzen, dass die cloudbasierten Webdienste überall auf der Welt performant sind. Allerdings ist Twilio dadurch stark vom Amazon-Konzern abhängig. Der Kommunikationsdienstleister bietet seinen Kunden diesbezüglich einen überdurchschnittlich guten Service. In der Vergangenheit konnte sich Twilio bezüglich der Zuverlässigkeit seiner Dienste einen guten Ruf in der Entwickler-Community verschaffen. Schon in den Anfangsjahren seines Geschäfts hat Twilio einen Weg gefunden, seine Dienste vor Ausfällen zu schützen. Das IT-Unternehmen wurde zum Beispiel schon im April 2011 dafür gelobt, dass es während des großflächigen Ausfalls der Amazon Web Services online blieb und so tausende Apps seiner Kunden am Laufen hielt.

Kapitalakkumulation / IPO

Twilio hat für sein Wachstum insgesamt etwa 240 Mio. USD durch Venture Capital sammeln können. Im März 2009 erhielt das Unternehmen eine Startfinanzierung zu einem unbekannten Betrag. Twilios erste A-Finanzierungsrunde wurde von Union Square Ventures für 3,7 Mio. USD und seine zweite B-Finanzierungsrunde für 12 Mio. USD von Bessemer Venture Partners geleitet. Im Dezember 2011 erhielt Twilio in einer Serie-C-Runde 17 Mio. USD von Bessemer Venture Partners und Union Square Ventures. Im Juli 2013 erhielt Twilio weitere 70 Mio. USD von Redpoint Ventures, DFJ und Bessemer Venture Partners. Im Juli 2015 erhielt das Unternehmen eine Serie-E-Finanzierung in Höhe von 130 Mio. USD von Fidelity, T. Rowe Price, Altimeter Capital Management, Arrowpoint Partners sowie Amazon und Salesforce.

Am 23. Juni 2016 ging Twilio zu einem Kurs von 15,00 USD an die New Yorker Börse (NYSE) und wird dort seitdem unter dem Ticker TWLO gelistet. Anleger fanden das nun öffentliche Unternehmen von Beginn an interessant. Der Aktienkurs stieg direkt am ersten Handelstag um 92% an.

Management

Der CEO von Twilio ist nachwievor Jeff Lawson. Seit der Gründung der Unternehmens steht er für die Entscheidungen des Unternehmens ein. Für Anleger ist es ein gutes Zeichen, dass der Gründer auch Jahre nach dem Geschäftsstart noch an sein Unternehmen glaubt und immer noch mitwirkt. Der Twilio-Geschäftsführer wuchs in einem Vorort von Detroit auf, gründete sein erstes Unternehmen in der amerikanischen “Middle School” und erwarb einen Bachelor of Science in Informatik und Film/Video an der Universität von Michigan. Lawson hat über 15 Jahre unternehmerische und produktbezogene Erfahrung. Vor der Mitgründung von Twilio gründete er NineStar, Stubhub.com und Versity. Er war außerdem einer der ersten Produktmanager für Amazon Web Services und weiß also, wie viel er der Plattform, auf der sein Geschäft basiert, zutrauen kann. Diese Produktkenntnis verschafft ihm und Twilio einen klaren Vorteil gegenüber seiner Konkurrenz, wenn es um die Vorbeugung von Ausfällen geht.

Geschäftsmodell

Twilio bietet seinen Kunden eine Vielzahl von Produkten zur Kommunikation an. Der Umsatz des IT-Dienstleisters wächst mit den Anwendungen seiner Kundschaft. Die Entwickler zahlen für jede Interaktion, die ihre App mit den Webservices von Twilio hat, einen gewissen Betrag. Für jede WhatsApp-Nachricht, für jeden getätigten und entgegengenommenen Anruf und für jede E-Mail zahlen Softwareentwickler einen kleinen Centbetrag an Twilio. Was den Umsatz von Twilio so robust macht, ist die hohe Komplexität ihrer Dienste. Drittunternehmen sparen sich hohe Entwicklungskosten, wenn sie die Kommunikationstools von Twilio nicht selbst entwickeln, da diese in der Regel sehr komplex und für kleinere Unternehmen schlecht skalierbar sind. Ein weiterer Vorteil des Geschäftsmodells von Twilio ist, dass sich die Entwickler abhängig machen. Funktioniert die Lösung von Twilio einmal in der Anwendung von dritten Entwicklern, ist es ein großer Aufwand diese wieder auszubauen und sich vom Kommunikationsdienstleister unabhängig zu machen. Verkauft Twilio seine Webservices also einmal an einen Neukunden, hat es dieser schwer kostengünstig eine Alternative zum Funktionieren zu bringen.