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Aktie Analyse

Weyerhaeuser Aktie Analyse

WKN
854357
Symbol
WY
Sektor
REITS
Investor Relations
Investor Relations

Weyerhaeuser ist einer der weltweit größten Forstwirtschaftskonzerne. Das Unternehmen aus Sattle beschäftigt aktuell rund 9.300 Mitarbeiter.

Das Unternehmen wurde 1900 gegründet. Friedrich Weyerhaeuser und 15 weitere Partner kauften gemeinsam 360.000 Hektar Wald von der Northern Pacific Railway. Zu Beginn fokussierte sich das Unternehmen auf den Verkauf bestehender Bäume. Nach einem großen Waldbrand änderte sich dies jedoch: Das Unternehmen stellte Holzfäller ein und lies verkohlte Überreste fällen. Um das gefällte Holz besser verkaufen zu können, erwarb Weyerhaeuser in den 1920ern Dampfschiffe, um das Holz günstiger ausliefern zu können. 1937 begann das Unternehmen erstmals damit, abgeholzte Flächen neu zu bepflanzen. Was damals vor allem in Amerika unüblich war, ist heute absoluter Standard. Über die nächsten Jahrzehnte gründete Weyerhaeuser viele ausländische Tochterfirmen, um das Holz im Ausland besser verkaufen zu können.

Der aktuelle CEO ist Devin W. Stockfish. Er ist seit 2019 im Amt und arbeitete zuvor bei Univar Inc., wo er sich auf das Mergers & Akquisitions-Geschäft fokussierte. Ankeraktionäre hat das Unternehmen nicht. 99% der Aktien befinden sich im Freefloat.

Branchenanalyse

Das Unternehmen zählt zur Unterkategorie der Waldland-REITs. Darunter fallen alle Unternehmen, die Waldland halten und dieses Land bewirtschaften.

Der Erfolg der Branche steht und fällt mit dem Preis für Holz. Holz ist ein Rohstoff. Kunden können es von vielen verschiedenen Anbietern beziehen. Die Ertragslage des Unternehmens hängt stark von der Entwicklung des Holzpreises ab und die Kosten dieser Unternehmen fix: Holzarbeiter, Transportfahrzeuge, Setzlinge (junge Bäume) usw müssen in guten sowie schlechten Zeiten bezahlt werden um das Geschäft am laufen zu halten. Dasselbe gilt für die Erntemenge bzw. das Angebot: Jedes Jahr werden (je nach Waldgebiet und Wachstumsgeschwindigkeit der Bäume im entsprechenden Wald) zwischen 1 und 3% des Baumbestands gefällt.

Die entscheidende Variable für die Ertragsentwicklung ist also der Preis pro Holzeinheit. Dieser ist überhaupt nicht fix und unterliegt starken Schwankungen. Wenn er steigt, geht es dem Unternehmen sofort besser. Wenn er fällt, sinken der Gewinn und der Cashflow ab. Daher ist für uns Investoren vor allem wichtig, welche Variablen den Holzpreis beeinflussen. Das geht am besten, in dem wir uns im ersten Schritt ein Bild davon machen, welche Branchen in den USA am meisten Holz nachfragen:

AlleAktien-Weyerhaeuser-Aktien-Analyse-Holznachfrage-USA

Für uns Deutsche mag es komisch klingen, aber in den USA werden die meisten Häuser aus Holz gebaut. Entsprechend stark schwankt die Nachfrage nach Holz mit der Zahl der fertiggestellten Häuser. Daher ist der eigentliche Preistreiber für den Holzpreis in Amerika die Zahl der neu fertiggestellten Häuser in den USA.

Was sind REITs?

REIT-Aktien genießen gegenüber herkömmlichen Aktien steuerliche Vorteile. Es findet keine Besteuerung der Erträge auf Unternehmensebene statt. Dafür sind REIT-Unternehmen verpflichtet, 90% ihres Gewinns auszuschütten. Die übrigen 10% können für neue Immobilen kaufe genutzt werden.

REIT-Aktien gehören in jedes gut sortierte Privatanlegerdepot. Die Rendite ist mindestens gleichwertig mit dem allgemeinen Aktienmarkt, dazu erhöht ein gewisser REIT-Anteil im Aktiendepot die Diversifikation und sorgt damit für geringe Schwankungen. Regelmäßige, planbare und besonders hohe Dividendenrenditen machen die Aktien gerade für einkommensorientierte Investoren interessant. REIT-Aktien eignen sich gut für den Aufbau einer Zusatzrente bzw. für den Aufbau eines passiven Einkommens.

Zusätzlich verhalten sich REITs antizyklisch zur Zinsentwicklung: Steigen die Zinsen, sinkt der Wert der REIT Unternehmen. Dies liegt daran, da das Fremdkapital teurer wird, von welchem Immobilienunternehmen eine Menge benötigen, um neue Wohnungen zu bauen. Außerdem bietet bei einem Zinsanstieg das klassische Bankkonto ebenfalls Rendite, wodurch Aktien an Attraktivität verlieren.
Ein weiterer Vorteil: Der Cash-Zufluss ist quasi garantiert. Das macht diese Kategorie von Aktien zu einer (besseren) Anleihen-Alternative:

Wieso das KGV bei REITs nicht aussagekräftig ist
Durch Abschreibungen wird der Gewinn von REITs künstlich nach unten verzerrt. Der Buchwert der Immobilien/Grundstücke wird jährlich mit 2-3 % pro Jahr abgeschrieben. Im Gegenzug steigt der reale Wert der Immobilie/Grundstücke in gut gefragten Gegenden (dort, wo Immobilienunternehmen bevorzugt vermieten) meist an. Deshalb wirkt es so, als würden diese Unternehmen nur sehr geringe Gewinne erzielen und mehr Dividende als Gewinne ausschütten. Dies ist jedoch nicht der Fall! Anstatt des KGVs sollte für diese Unternehmen die FFO verwendet werden. FFO steht für Funds from Operations. Um diese Kennzahl zu bestimmen, wird der Jahresüberschuss mit den Abschreibungen und Amortisationen addiert und anschließend der Gewinn aus Veräußerungserlösen subtrahiert:
FFO= Nettoeinkommen + Abschreibungen + Amortisation – Gewinn aus Grundstücksverkäufen.

Teilt man den Preis einer Aktie durch die FFO erhält man ein alternatives KGV, welches sich sehr gut zur Bewertung von Immobilen eignet.

Geschäftsmodell

Weyerhaeuser gehören über 5 Mio. Hektar Waldland. Dieses liegt in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der enorme Grundbesitz stellt einen echten Sachwert dar. Dieses Portfolio an werthaltigen und inflationsgeschützten Assets muss durch nachhaltige Bewirtschaftung (Aufforstung, Pflanzen von kleinen Bäumen) nach der Ernte des Holzes erhalten werden.

AlleAktien-Weyerhaeuser-Aktien-Analyse-3-Geschäftssegmente

Timberlands 45%

In diesem Segment bewirtschaftet Weyerhaeuser Wälder. Dazu gehört das Fällen alter Bäume und Pflanzen neuer Bäume. Rund 1-3% des Baumbestandes werden pro Jahr abgeholzt. Das Unternehmen erntet Jahr für Jahr nur so viel Holz, wie auch nachwachsen kann.

Real Estate, Energy & Natural Resources 10%

Wer derart viel Fläche wie Weyerhaeuser besitzt, besitzt auch enorme Bodenschätze. Das Unternehmen vergibt Lizenzen zur Förderung von Bodenschätzen an andere Unternehmen. Die Lizenzeinnahmen sind äußerst profitabel, da ihnen keine Kosten gegenüberstehen. Weitere Einnahmequellen dieses Segmentes sind Mieteinnahmen aus der Vermietung von Fläche an Energieversorger (Strommasten, Windräder, Solarparks) sowie der Einräumung von Durchfahrtsrechten.

Oftmals grenzt der Waldbestand auch an Wohngebiete und Gewerbegebiete. So ergibt sich immer wieder die Möglichkeit, Teile des Waldbestands zu besonders hohen Preisen zu verkaufen. So wird aus Waldland plötzlich teures Bauland.

Wood Products 45%

Das Unternehmen betreibt darüber hinaus zahlreiche Sägewerke, in denen Holz zu Baumaterialien (Platten, Balken etc.) weiterverarbeitet wird. Weyerhaeuser arbeitet in diesem Segment besonders wettbewerbsfähig, produziert also hohe Qualität zu geringen Kosten.

Dividende

Weyerhaeuser schüttete für das Geschäftsjahr 2021 eine Dividende von 0,64 Euro aus, welche damit in den letzten Jahren um durchschnittlich -11% gesenkt wurde. Das lässt sich auf die Auswirkungen der Pandemie zurückführen: Wenn das wirtschaftliche Umfeld unsicher ist, wartet man lieber noch ein, zwei Jahre bis man sein Haus baut. Vor den Einbrüchen der letzten zwei Jahre abgesehen, wurde die Dividende zuvor um durchschnittlich 6% erhöht.

Die Gewinne des Unternehmens sind stark vom Holzpreis abhängig und damit zyklisch. Gemäß Peter Lynch ist Weyerhaeuser damit ein Zykliker. Diese sollte man am besten während eines zyklischen Tiefs kaufen.

Wie auch in den letzten Jahren, wird der Holzpreis in Zukunft, starken Schwankungen unterliegen. Das wirkt sich auf den Ertrag des Unternehmens aus. Der Aktienkurs pendelt daher wild hin und her. Anleger können dies zu ihrem Vorteil nutzten und während eines zyklischen Tiefs Aktien mit dem Wissen nachkaufen, dass das nächste zyklische Hoch nur eine Frage der Zeit ist.