Banken in Deutschland

Das Bankensystem erfüllt wichtige volkswirtschaftliche Funktionen, so auch in Deutschland. Der deutsche Banken Sektor kennt vier verschiedene Kategorien von Banken. Ungewöhnlich im internationalen Vergleich ist dabei der sehr niedrige Marktanteil der Privatbanken im Verhältnis zu den öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Kreditinstituten. Internationale Großbanken aus Deutschland sind die Deutsche Bank und die Commerzbank.

 

Banken in Deutschland im Überblick – diese Typen von Banken gibt es

Banken lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Die Unterteilung erfolgt nach Eigentümerstruktur, Organisation und Tätigkeitsfeld. Dabei kann es aber auch Überschneidungen geben. Eine genossenschaftlich organisierte Bank beispielsweise kann durchaus auch als Universalbank tätig sein. Ebenso kann etwa eine private Bank als Spezialbank agieren.

 

Universalbanken in Deutschland

Universalbanken sind Kreditinstitute, die verschiedene Bankdienstleistungen anbieten. Von den knapp 1900 Banken in Deutschland sind ca. 95 % Universalbanken. Dazu zählen neben den Privatbanken auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Universalbanken bieten Produkte des Kredit- und Einlagengeschäfts, Zahlungsverkehrslösungen, Kapitalanlagen und weitere Bankprodukte an. Universalbanken bedienen sowohl Privat- und Geschäftskunden.

 

Private Banken in Deutschland

Private Banken haben die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft und befinden sich mehrheitlich im privaten Besitz. Zu den wichtigsten privaten Banken in Deutschland zählen die Großbanken Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank und HypoVereinsbank.

Seit der letzten Finanzkrise 2008 gab es bei den Großbanken viele Veränderungen. Im Zuge der Finanzkrise musste sich der Staat durch den Erwerb von Anteilen an der Commerzbank beteiligen, die wiederum die Dresdner Bank übernommen hat. Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank. Und die HypoVereinsbank ist Bestandteil der italienischen UniCredit. Außerdem fanden im Frühjahr 2019 erfolglose Fusionsverhandlungen zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank statt.

 

Öffentliche Banken in Deutschland

Im öffentlich-rechtlichen Bankensektor gibt es vor allem die Sparkassen und Landesbanken. Die Träger der Sparkassen und Landesbanken sind Gemeinden, Kreise und Länder.

Eine Besonderheit des Sparkassensektors ist die Beschränkung des Geschäftsgebiets einer Sparkasse auf das Gebiet ihres Trägers (zum Beispiel Landkreis). Sparkassen bieten sowohl Privat- als auch Geschäftskunden Kredite, Konten, Anlagelösungen und Immobilienfinanzierungen an. Neben den regionalen Banken gibt es auch einige zentrale Institute des Sparkassensektors. Die Dekabank Deutsche Girozentrale ist die zentrale Vermögensverwaltung der Sparkassen Finanzgruppe. Unter der Bezeichnung Deka werden hier verschiedene Investmentfonds ausgegeben.

Die Landesbanken (WestLB, Bayerische Landesbank etc.) befinden sich im Besitz der Bundesländer und kann von einem oder mehreren Bundesländern gleichzeitig besessen werden. Die Landesbanken bieten Leistungen an, die die Sparkassen mangels ihrer Größe nicht selbst erbringen können. Dazu zählen grenzüberschreitender Zahlungsverkehr, Wertpapiergeschäfte und das Kreditgeschäft.

Neben den Sparkassen ist auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Kreditinstitut der öffentlichen Hand. Die KfW befindet sich zu 80 % im Besitz des Bundes und zu 20 % im Besitz der Länder.

 

Genossenschaftsbanken in Deutschland

Zu den Genossenschaftsbanken gehören die Volks- und Raiffeisenbanken, PSD Banken und genossenschaftliche Spezialinstitute. Bei Genossenschaftsbanken sind Kunden gleichzeitig auch Mitglieder. Kunden müssen in den meisten Fällen sogenannte Genossenschaftsanteile zeichnen, bevor sie ein Konto eröffnen oder Verträge bei der Bank abschließen können. Genossenschaftsbanken sind ähnlich wie Sparkassen regional und auf dem Land tätig.

 

Investmentbanken in Deutschland

Investmentbanken betreiben das Investmentgeschäft einer Bank, also den Handel mit Wertpapieren und die Vermögensverwaltung. Außerdem sind Investmentbanken an Kapitalmaßnahmen von Unternehmen beteiligt, wie zum Beispiel Börsengängen. Die Bezeichnung als Investmentbank stammt aus den USA, wo zwischen Geschäftsbanken und Investmentbanken unterschieden wurde. Investmentbanken waren die Entgegennahme von Kundeneinlagen nicht erlaubt. Dafür fiel im Gegenzug die Aufsicht weniger streng aus.

 

Spezialbanken in Deutschland

Spezialbanken sind Kreditinstitute, die nur eine einzige oder sehr wenige und sehr spezielle Dienstleistungen anbieten. Zu den Spezialbanken zählen zum Beispiel Pfandbriefbanken und Bausparkassen.

 

In deutsche Banken-Aktien investieren

Wer in Aktien deutscher Banken investieren will, findet hier eine Übersicht.

Bank ISIN
Deutsche Bank DE0005140008
DZ Bank DE000DZ3QC43
Commerzbank DE000CBK1001
Deutsche Pfandbriefbank DE0008019001
Hamburg Commercial Bank DE000A2TST65
Landesbank Berlin DE0008023227

 

 

 

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