Bruttomarge bei Aktien

Die Bruttomarge bei Aktien wird auch Gross Margin genannt und ist der prozentuale Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Herstellungskosten beim Unternehmen verbleibt. Die Bruttomargen haben wir auch als festen Bestandteil bei AlleAktien Quantitativ zu jeder einzelnen Aktie verfügbar.

Formel:

Gesamtumsatz – Herstellungskosten (COGS)

 

Wie kosteneffizient und profitabel ist ein Unternehmen?

Die Bruttomarge ist eine Kennziffer, die angibt, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug aller Herstellungskosten verbleiben. Sie macht also eine Aussage über die Kosteneffizienz eines Unternehmens und ist ein guter Anhaltspunkt, um die Profitabilität eines Geschäftsmodells abzulesen. Je höher die Prozentzahl, desto mehr Kapital hat ein Unternehmen zur Verfügung, um in Sales, Marketing, Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Bruttomarge ist nicht mit dem Betriebsergebnis gleichzusetzen.

Die Kennziffer ist überwiegend für den Vergleich innerhalb einer bestimmten Branche geeignet, da unterschiedliche Marktsegmente verschiedene potenzielle Gewinnspannen bergen. Mithilfe der Bruttomarge kann sowohl die Situation des Unternehmens im Zeitverlauf als auch im Vergleich zur Konkurrenz analysiert werden. Auch für die Prognose des Free Cashflow ist die Gross Margin ein wichtiges Instrument.

 

Auch Dividenden werden über die Bruttomarge finanziert

Für Privatanleger ist die Bruttomarge eines Unternehmens so wichtig, weil auch die Dividenden über diese finanziert werden. Nicht nur Ausgaben für Werbung. Grundsätzlich solltest du dich erst einmal nach Unternehmen mit hohen Bruttomargen umschauen. Die Unterschiede je nach Branche sind enorm.

 

Auch auf die Entwicklung der Bruttomarge achten

Wenn du die Bruttomarge eines Unternehmens analysierst, dann achte unbedingt auch auf die Entwicklung der Bruttomarge über die Jahre hinweg. In diesen Zahlen findest du ganz interessante Erkenntnisse. Idealerweise sollte sie über mehrere Geschäftsjahre hinweg steigen, mindestens aber konstant bleiben. Eine sinkende Bruttomarge deutet darauf hin, dass nicht alle Kostensteigerungen an die Kunden weitergegeben werden können. Die Marktmacht schwindet und der Gewinn sinkt in Folge dessen.

Gehen wir davon aus, dass die Umsätze des Unternehmens von Jahr zu Jahr steigen. Gleichzeitig ist die Bruttomarge aber innerhalb von fünf Jahren von ehemals 40 % auf 36 % gesunken. Gleichzeitig hat das Unternehmen weniger in Entwicklung und in Marketing investiert. Das gleicht die sinkende Bruttomarge kurzfristig aus, ja es wird sogar ein steigender Jahresgewinn ausgewiesen. Der wiederum eine höhere Dividendenzahlung zur Folge hat.

 

Was sind Gründe für eine sinkende Bruttomarge?

Doch die Frage, die sich der Anleger stellen sollte ist, woher kommt die rückläufige Bruttomarge? Gründe für eine rückläufige Bruttomarge gibt es viele. Zum Beispiel:

  • Das Unternehmen kann seinen Umsatz nur noch steigern, in dem es die Verkaufspreise senkt. Entweder weil die Produkte zu teuer sind oder preiswerte Konkurrenten in den Markt getreten sind. Also hoher Wettbewerbsdruck.
  • Das Marketingkonzept und die Werbekampagne haben versagt und die Qualität des Produktes wurde nicht richtig kommuniziert
  • Der Zahn der Zeit nagt schon an den Produkten, weil zu lange auf Innovation verzichtet wurde

Bevor du in Aktien eines Unternehmens mit einer rückläufigen Bruttomarge investierst, solltest du genau untersuchen, auf was das Problem zurückzuführen ist.

 

Grenzen der Bruttomarge

Die Bruttomarge enthält keine Gemeinkosten. Und das ist ihr großer Nachteil, respektive hier stößt sie bezüglich Aussagekraft an ihre Grenzen. Ob beispielsweise Vertrieb oder Verwaltung effektiv und kostensparend arbeiten, kann nicht beurteilt werden. Zudem sind nicht nur unternehmensinterne Faktoren für die Bildung der Bruttomarge verantwortlich. Auch externe Einflüsse wie die allgemeine Konjunkturlage oder Preise von Rohstoffen können die Bruttomarge verschlechtern, ohne dass das Unternehmen diese Faktoren beeinflussen kann. Die Auswirkungen einer steigenden oder sinkenden Bruttomarge sind klar abzuleiten, aber die Ursache der Veränderungen bleibt teilweise offen.

 

Unterschied zwischen Brutto- und Nettomarge

Für die Berechnung der Nettomarge, auch Net Profit Margin genannt, werden die nicht produktspezifischen Kosten sowie Steuern und Zinsen eingerechnet. Die Nettomarge entspricht daher beinahe dem operativen Gewinn. Die Bruttomarge ist dagegen nur eine Vorstufe dieser Berechnung und ist ein wenig allgemeiner gehalten als die Nettomarge.

 

 

 

 

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