Tenbagger-Aktie

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Peter Lynch war Fondsmanager beim „Magellan fund“ und prägte dort den Begriff „Tenbagger“.

Eine Tenbagger-Aktie ist eine Aktie, deren Kurs sich mehr als verzehnfacht hat. Generell gesagt, ist eine Multibagger-Aktie, eine Aktie, deren Wert sich vervielfacht hat. Aus jedem einzelnen investierten Euro wurden also 10 Euro oder Mehr. Der Begriff wurde geprägt vom erfolgreichsten Fondsmanager der Welt, Peter Lynch. Peter Lynch geht dabei nicht darauf ein, in welchem Zeitraum die Verzehnfachung erreicht werden muss, wobei die vergangene Zeit jedoch einen starken Einfluss auf die erreichte Rendite hat. Eine Verzehnfachung über 20 Jahre hinweg entspricht „nur“ einer jährlichen Rendite von 16 % pro Jahr, eine Verzehnfachung innerhalb von 5 Jahren jedoch eine Rendite von 85% pro Jahr.

Peter Lynch hat sich systematisch auf die Suche nach Aktien gemacht, die das Potential haben, sich im Kurs mindestens zu verzehnfachen. Dabei sind wir auch darauf eingegangen, wie Privatanleger Aktien mit Verzehnfachungspotential finden können.

Es gibt auch Twentybagger-Aktien (20x), ja gar Fourtybagger-Aktien (40x). Das sind dann Aktien, deren Kurs sich im Laufe der Zeit mehr als verzwanzigfacht bzw. vervierzigfacht hat.

Wie man Tenbagger findet

  1. Neue Technologien: Neue Technologien wie das Internet of Things (IoT, z.B. Infineon) oder Online-Marktplätze (Amazon, Zalando) haben die Aktienmärkte wie im Sturm erobert und wurden schnell zu Tenbaggern oder Twentybaggern. Hier ist besonders wichtig, dass die neue Technologie skalierbar und leicht zugänglich ist.
  2. Urbanisierung ist einer der globalen Megatrends. Unternehmen, die von diesem Bereich massiv profitieren können, haben eine gute Wahrscheinlichkeit in ~10 Jahren als Tenbagger dazustehen.

    Mega-Trends: Viele Studien von Beratungsunternehmen und Markforschungsunternehmen belegen mehrfach, dass 70 % des Unternehmenserfolges dem Markt zuzuordnen sind, in dem sich das Unternehmen befindet. Das Wachstum des Marktes als stärkster Kurstreiber des Unternehmens. Beispiele gibt es viele: Alterung der Gesellschaft, Automatisierung, Digitalisierung, Urbanisierung, Individualisierung, Globale Konnektivität, Neo-Ökologie, Gesundheit, Gender-Shift und Diversität, Mobility, und viele weitere [1].

  3. Regulatorische Änderungen / Eingriff der Regierung: Bei der Erlassung neuer Gesetze (z.B. GDPR, Cookie-Gesetz, neue Banken-Regulierung, Eigentumsgesetze, Gesundheitsrichtlinien, …), Geldpolitik (z.B. Zinsanhebungen), Fiskalpolitik (Besteuerung von Kapitalerträgen und Vermögen, Geplante Regierungsinvestitionen) oder Zuweisung von Ressourcen an private Unternehmen (z.B. Privatisierung eines Staatsunternehmens, Zuweisung von Fischerei-, Luftfahrt-, oder Baurechten an Einzelunternehmen, Zuweisung von Nutzungsrechten der Eisenbahnlinien, Mobilfunknetze, Bergungsrechte von Öl- und Mineralvorkommen) haben einen maßgeblichen Einfluss auf die jeweiligen privaten Unternehmen und deren Gewinnen. Wer diese regulatorischen Veränderung vor anderen Marktteilnehmern erkennt, kann rechtzeitig in die davon profitierenden Unternehmen investieren.
  4. Neue Produkte: Ähnlich zu neuen Technologien können auch neue Produkte der Haupttreiber einer Vervielfachung des Unternehmenswertes darstellen. Bekannte Beispiele sind Uber, Dropbox, Apple Computer, Airbnb, Nescafé, oder Dunkin‘ Donuts, die allesamt ein neues Produkt geschaffen haben, aufbauend existierenden Technologien: Handy (Uber), Internetverbindung (Dropbox), Elektronikbausteine (Apple), Kaffee (Nescafé), Donuts (Dunkin‘ Donuts). Der entscheidende Unterschied war jedoch die Vermarktung und Verpackung des Produktes, und wie das Produkt genutzt wird. Häufig steht im Vordergrund eine starke Vereinfachung der Nutzung (z.B. Uber App öffnen und sofort eine geringe Preisgarantie für eine Fahrt erhalten vs. ein Taxi bestellen, lange warten, und ungewiss hohe Preise) oder die Einführung eines ganz neuen Produktes (Apple iPhone).
  5. Investoreninteresse: Blue Chip Aktien wie Google, Amazon, Apple, Facebook und Microsoft werden von Millionen von privaten und institutionellen Investoren täglich bis ins kleinste Detail hinein verfolgt und Informationen aggregiert und verarbeitet. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass diese Unternehmen relativ fair bewertet sind und alle ausschlaggebenden Informationen bereits in den Aktienkurs hineingepreist sind. Anders sieht es aus bei Unternehmen, die kaum Investoreninteresse geniessen und nicht im stündlichen Rampenlicht der Medien stehen. Oft sind das Unternehmen, die eine kleine Nische erfüllen oder kaum jemand kennt. Sie sind nicht im DAX, MDAX, SDAX, oder TecDax gelistet.

 

Beispiel einer Multibagger-Aktie

Die Aktienkurs der im DAX notierten Infineon Technolgies AG hat sich seit 2009 von im Tief unter 0,50 EUR je Aktie auf zuletzt rund 25 EUR je Aktie verfünfzigfacht. Damit ist Infineon ein Fiftybagger.

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Der Aktienkurs der im DAX notierten Infineon AG hat sich seit 2009 von unter einem Euro auf zuletzt über 20 Euro mehr als verzwanzigfacht. Damit ist Infineon ein Twentybagger und eine der Aktien, die jeder Investor gerne im Depot gehabt hätte.

Beispiele von historischen Tenbaggern

Logo Unternehmen Zeitraum
Dunkin‘ Donuts 1990 – 2000
Amazon 2012 – 2018
Infineon AG 2009 – 2017
Apple 2005 – 2012
The Priceline Group / Booking.com 2008 – 2014
Boston Beer Co. 2005 – 2013
General Electric 1991 – 2000
Tesla Motors 2012 – 2018
Charles Schwab 1990 – 2000
Dell Computer 1990 – 2000
Microsoft 1990 – 2000
Home Depot 1990 – 2000
Intel 1990 – 2000

 

 

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