Jonathan Neuscheler AlleAktien-Gründer, Value-Investor, Aktienanalyst, Betriebswirt

Mein Ziel ist es, jährlich steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei denke und agiere ich langfristig. Suche mir in Aktienanalysen systematisch unterbewertete Aktien mit einer hohen Renditeerwartung und gleichzeitig geringen Risiken aus. Dann bleibe ich meist viele Jahre investiert. Profitiere von der Wertsteigerung der Unternehmen. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Schlage zu, wenn Aktien besonders preiswert sind.

Mein Aktiendepot: So gut (oder schlecht) bin ich diversifiziert – Grundlagen zu den Aktien Sektoren

Nicht alle Eier in einen Korb legen. Risiken streuen. Sich nicht von einem einzelnen Vermögenswert abhängig machen. Einnahmen aus vielen Quellen erhalten. Das ist der Grundgedanke der Diversifikation. Die Coronakrise hat für einen starken Einbruch am Aktienmarkt geführt. Das war der perfekte Praxistest, um zu sehen, wie sich das eigene Depot in dieser schwierigen Zeit geschlagen hat. In diesem Artikel stelle ich euch mein Depot vor (bin ich gut oder schlecht diversifiziert?). Dabei gehe auf die 11 Aktien Sektoren ein und erkläre, wie man die Schwankungen im eigenen Depot reduzieren kann.

Kapitel

  1. So verhindert man einen starken Einbruch des Depots in Krisen
  2. Aktien Sektoren und Branchen nach den GICS
  3. Blick auf mein Aktiendepot: So gut (oder schlecht) bin ich diversifiziert
  4. Fazit: Diversifikation nach Aktien Sektoren senkt Risiken

 

Podcast zum Artikel “Grundlagen zu den Aktien Sektoren und Branchen (CIGS)” anhören

 

1. So verhindert man einen starken Einbruch des Depots in Krisen

Die Coronakrise war ein Stresstest für jedes Aktiendepot. Jeder Investor hat nach der jahrelangen Aufwärtsbewegung erfahren, was der Begriff “Risiko” in der Praxis bedeutet. Einige Werte haben sich besser gehalten, andere Aktien gaben im Aktienkurs extrem stark nach. Wer stark in den hart getroffenen Branchen investiert ist, dessen Depot wurde besonders heftig abgestraft.

Natürlich weiß im Vorhinein kein Mensch, welche Branchen und welche Aktien in der nächsten Krise besonders stark im Kurs abgeben werden. Doch das muss man auch gar nicht wissen. Wenn das Geld auf ausreichend viele verschiedene Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen verteilt wird, dann wird es immer einige Unternehmen im Depot geben, bei denen die Geschäfte weiterhin gut laufen. Das ist das Konzept der Diversifikation. Optimalerweise diversifiziert man über verschiedene Ebenen:

  • Nach Ländern
  • Nach Unternehmensgröße
  • Nach Sektor
  • Innerhalb des Sektors

Egal welche Branche, welche Region, welcher Sektor von der nächsten Krise besonders hart getroffen wird: Wenn man genug verschiedene Vermögenswerte im Depot hat, dann ist immer ein Teil des Depots verhältnismäßig gering getroffen und kann heftige Verluste in anderen Aktien ausgleichen. Die Folge: Das Depot schwankt nicht mehr so stark. Der Vermögensaufbau verläuft stabiler. Die Risiken werden reduziert.

Bleibt noch die Frage offen, wie diversifiziert man in der Praxis?

 

2. Aktien Sektoren und Branchen nach den GICS

Orientierung am S&P 500-Index: Eine Möglichkeit der Diversifikation besteht darin, sich an einer Benchmark zu orientieren. Die meiner Meinung nach beste Benchmark ist der amerikanische S&P 500-Index. Dieser Index bildet die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA ab.

Einteilung jeder Aktie in einen von 11 Sektoren: Die 500 Aktien des S&P 500-Index können gemäß dem GICS-Modell (Global Industry Classification Standards) in 11 verschiedene Sektoren eingeteilt werden. Dieses Modell wurde 1999 von MSCI & Standard & Poors entwickelt. Jeder einzelne Sektor besteht nochmals aus Unterkategorien wie Industriegruppen und Industrien.

 

Die 11 Aktien Sektoren nach dem GICS-Modell (auf deutsch)

Im GICS-Modell kann jede Aktie einem der 11 Sektoren zugeordnet werden. Bildquelle: MSCI

 

Sektor (englisch) Sektor (deutsch) Beispiel-Unternehmen
Energy Energie Shell, Chevron, Total, Exxon Mobil
Materials Grundstoffe BASF, HeidelbergCement, Linde
Industrials Industrie Siemens, GE, Airbus, Boeing
Consumer discretionary Zyklischer Konsum Daimler, BMW, Lufthansa, Delta Air Lines
Consumer staples Nichtzyklischer Konsum Nestle, P&G
Health care Gesundheit Johnson & Johnson, Fresenius, Stryker
Financials Finanzen JP Morgan, Visa, Berkshire, Allianz
Information technology Technologie Apple, Microsoft
Communication services Kommunikation Alphabet, AT&T
Utilities Versorger E.ON, RWE, Brookfield Renewable
Real estate Immobilien Vonovia, Realty Income

Besitzt man als Aktionär Aktien aus allen Sektoren, dann ist man mehr oder weniger am gesamten Wirtschaftsleben beteiligt:

  • Energie: Von der Förderung von Energie (Öl aus dem Boden holen)
  • Grundstoffe: Über die Herstellung von Grundstoffen (z.B. Chemikalien, Beton…aus denen im weiteren Verarbeitungsprozess fertige Produkte hergestellt werden)
  • Industrie: Die Produktion von Maschinen (Industriewerte)
  • Zyklischer Konsum: Über die Herstellung und den Verkauf von zyklischen und nicht lebensnotwendigen Produkten (Automobile, Flugreisen…)
  • Nichtzyklischer Konsum: Bis hin zur Herstellung und dem Verkauf von lebensnotwendigen Produkten, die stets in gleicher Höhe nachgefragt werden (z.B. Lebensmittel, Getränke, Hygieneprodukte)
  • Gesundheit: Außerdem natürlich am Gesundheitswesen
  • Finanzen: Sowie der Finanzierung der gesamten Wirtschaft (im Sektor Finanzen über Banken, aber auch Versicherungen, Kreditkarten-Unternehmen…)
  • Technologie: Der Technologie, die unseren modernen Lebensstandard erst möglich macht
  • Kommunikation: Und die wir benutzen, um zu kommunizieren
  • Versorger: Natürlich brauchen wir dafür auch eine zuverlässige Versorgung mit Strom, Wasser, Gas (diese kommt von den Versorgern)
  • Immobilien: Und leben alle in Immobilien bzw. benötigen die Immobilien auch für gewerbliche Aktivitäten (Supermärkte, Arztpraxen, Büros…)

Kurz: Wer sich als Investor gezielt in allen Bereichen der Wirtschaft beteiligt, der verdient auch überall an der Wertschöpfung mit. Das finde ich persönlich den tollen Gedanken am “Aktionär sein”, selbst als “ganz normaler Angestellter” kann man mit wenigen Mausklicks zum Mitunternehmer werden, erhält von heute an bis in die Unendlichkeit einen Anteil des Unternehmensgewinns über die Dividende und profitiert mittel- und langfristig von der Wertsteigerung der Unternehmen.

Der Technologiesektor anhand des CIGS-Modells

Diese Grafik zeigt die weitere Aufteilung des Technologiesektors in Unterkategorien auf. Dem Technologiesektor werden Softwareunternehmen, Hardwareunternehmen sowie Halbleiterhersteller zugeordnet. Diese können dann nochmals weiter unterteilt werden. Ich denke: Eine Prüfung des Depots auf Sektorenebene sollte für die meisten Anleger ausreichen. Bildquelle: Wikipedia

 

S&P 500-Index aufgeteilt auf die 11 Sektoren nach dem GICS-Modell

Meiner Meinung nach sollte sich jeder Investor überlegen, welche Sektorenaufteilung im Depot angestrebt wird. Natürlich kann anschließend von der Ziel-Gewichtung abgewichen werden. Das sollte aber stets in einem kontrollierten und überlegten Umfang geschehen.

Als Ausgangsbasis für die Sektorgewichtung kann die Gewichtung des S&P 500-Index herangezogen werden:

Sektorverteilung des S&P 500-Index zum 31.03.2020. Bildquelle: S&P Global

Wie unschwer zu erkennen ist, entfallen auf die drei Sektoren Technologie, Gesundheit und Finanzen mehr als 50% des gesamten Index-Gewichtes. Ebenso spannend wie die aktuelle Zusammensetzung ist die Entwicklung der Sektoren im zeitlichen Verlauf:

 

Gewichtung der 11 Aktien Sektoren nach dem GICS-Modell im zeitlichen Verlauf

Im Laufe der Jahre entwickelt sich unsere Wirtschaft weiter. Das sorgt für eine veränderte Gewichtung der einzelnen Sektoren. Während der New Economy-Bubble Anfang 2000 schoss der Anteil der Technologie-Aktien massiv nach oben. Bildquelle: Bespoke Investment Group

Blicken wir nun der Reihe nach auf die Gewichtung der einzelnen Sektoren:

Technologie: Die Bedeutung des Sektors nimmt im zeitlichen Verlauf zu. Anfang 2000 gab es eine Blase. Die Überbewertung des Sektors wurde daraufhin wieder abgebaut. Langfristig ist die steigende Bedeutung klar zu erkennen. Die Coronakrise hat das nochmals deutlich gemacht. Wir nutzen immer mehr Technologie, um unseren Alltag zu bestreiten.

Finanzen: Der Finanzsektor ist zyklisch. Anfang 2000, wie auch während der Finanzkrise, nahm die Bedeutung des Sektors vorübergehend stark ab. Der Grund dafür: Wann immer es eine Wirtschaftskrise gibt, dann kommt es in einigen Branchen zu Kreditausfällen. Da die Banken an alle Branchen Kredite vergeben, sind sie eigentlich immer mit betroffen. Ansonsten scheint die Bedeutung des Finanzsektors im Zeitverlauf stabil zu bleiben. Verwunderlich, denn mithilfe neuer Technologien und der Automatisierung von Prozessen sollten Finanzdienstleistungen immer günstiger werden.

Gesundheit: Die Bedeutung des Gesundheitssektors nimmt dagegen laufend zu. Das ist nur logisch, denn die steigende Lebenserwartung führt zu immer mehr Nachfrage nach medizinischen Leistungen. Außerdem wird in den Schwellenländern erst im Laufe der Zeit ein ähnliches Gesundheitssystem aufgebaut. Die Nachfrage und die Bedeutung des Sektors dürften im Zeitverlauf weiter ansteigen, die Wachstumsaussichten sind besonders gut. Vor einiger Zeit bin ich in einem eigenen Artikel näher auf den Sektor eingegangen.

Nichtzyklischer Konsum: Der Anteil des nichtzyklischen Konsums bleibt etwa stabil. Diese Produkte werden immer nachgefragt, der Absatzmarkt wächst aber kaum noch. Die meisten Aktien des Sektors sind Cash-Cows mit verlässlichen Dividenden, aber ohne große Wachstumsperspektiven.

Energie: Eine sehr zyklische Branche, denn der Ölpreis tendiert zu starken Schwankungen. Das hat auch einen Einfluss auf die Aktienkurse der Ölaktien, sodass der Anteil am Gesamtmarkt mal stark ansteigt, um anschließend wieder abzufallen. Derzeit dürfte sich der Sektor einem zyklischen Tief nähern und sich daher in den nächsten Jahren überdurchschnittlich gut entwickeln.

Industrie: In den letzten 25 Jahren hat die Bedeutung abgenommen.

Zyklischer Konsum: Während der Finanzkrise 2008/2009 besonders stark getroffen, hat die Bedeutung des Sektors in den Jahren nach der Finanzkrise wieder zugenommen. Beide Entwicklungen sind logisch, denn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können die Konsumenten den Kauf des nächsten Autos oder die nächste teure Urlaubsreise leicht verschieben. Daher sinkt die Nachfrage vorübergehend ab und das bekommen die Unternehmen des Sektors besonders stark zu spüren. Umgekehrt steigt die Bedeutung in guten Zeiten deutlich an, denn nach Bezahlung aller Fixkosten (Miete, Lebensmittel…) bleibt bei den Konsumenten besonders viel Geld für “überflüssige”, aber auch angenehme Ausgaben und Anschaffungen übrig.

Grundstoffe: Die Bedeutung ist in den letzten 25 Jahren abgesunken.

Versorger: In den letzten 20 Jahren ist der Anteil am Aktienmarkt relativ stabil geblieben. Versorger werden benötigt, um unser modernes Leben zu ermöglichen.

Telekommunikation: Dieser Sektor wurde 2018 in “Kommunikation” umbenannt. Und es wurden Social-Media-Unternehmen wie Alphabet und Facebook neu hinzugefügt, die zuvor dem Technologiesektor zugeordnet waren.

 

3. Blick auf mein Aktiendepot: So gut (oder schlecht) bin ich diversifiziert

So viel zur Theorie und zu den 11 Sektoren, in die Aktien eingeteilt werden können. Jetzt folgt der Praxistest: Wie gut (oder schlecht) bin ich mit meinem eigenen Depot diversifiziert?

Dafür bin ich im ersten Schritt auf die Website von Bloomberg gegangen und habe in der Suche jede einzelne der im Depot enthaltenen Aktien eingegeben. Im Abschnitt “Compare” zeigt Bloomberg den Sektor des jeweiligen Unternehmens an. So kann herausgefunden werden, welche Aktie welchem Sektor zuzuordnen ist.

Apple wird dem Technologie-Sektor zugeordnet, denn unter “Compare” steht in der Zeile “Sector” das Wort “Technology”. Bildquelle: Bloomberg

Das habe ich für alle meine Aktien gemacht und anschließend die in meinem Depot enthaltenen Aktien in den 11 Sektoren gebündelt. Herausgekommen ist folgende Sektoraufteilung:

Auch in meinem Depot sind fast 50% des Vermögens in den drei großen Sektoren Technologie, Gesundheit und Finanzen angelegt.

 

Setzt man meine Depotgewichtung ins Verhältnis zur Gewichtung des S&P 500, so ergeben sich teilweise starke Abweichungen.

 

Übergewichtet habe ich:

Nichtzyklischer Konsum: Mein Ziel ist es, jedes Jahr mehr Dividenden zu erhalten. Auch in Krisen. Daher investiere ich in meinem Depot besonders gerne in den nichtzyklischen Konsumsektor. Ich habe mich also bewusst für die Übergewichtung entschieden.

Finanzen: In meinem Depot befinden sich u.a. Aktien von Mastercard und PayPal. Ich traue diesen Unternehmen noch viele Jahre lang ein starkes und profitables Wachstum zu. Ich bin also weniger in klassischen Banken investiert und mehr im Payment-Bereich, der aber ebenfalls dem Sektor “Finanzen” zugeordnet wird.

Immobilien und Versorger: Auch hier strebe ich gegenüber der Benchmark eine leichte Übergewichtung an, da diese Sektoren typischerweise besonders verlässliche und hohe Dividenden ausschütten.

Grundstoffe: Die Übergewichtung dieses Sektors ist auf eine Aktie zurückzuführen, deren Bewertung ich für viel zu günstig halte und daher kräftig zugegriffen habe. Die nächsten Monate werde ich verstärkt in anderen Sektoren zukaufen, sodass sich die Übergewichtung Stück für Stück abbauen sollte.

 

Untergewichtet sind folgende Sektoren:

Technologie: In den nächsten Monaten werde ich Stück für Stück weiter Technologie-Aktien in mein Depot hinzukaufen, um die Untergewichtung abzubauen.

Gesundheit: Auch diesen Sektor möchte ich künftig aufstocken.

Zyklischer Konsum: In diesem Sektor habe ich mir dieses Jahr etwas die Finger verbrannt, denn ich habe unmittelbar vor dem Ausbruch der Coronakrise in eine große US-amerikanische Airline investiert. Damals schienen die Aussichten exzellent, die Profitabilität der gesamten Branche hat sich über volle 10 Jahre hinweg jedes Jahr verbessert. Die Bewertungen waren sehr günstig. Leider wurde diese Aktie von der Krise besonders hart getroffen, sie notiert mittlerweile 60% im Minus. Daher hat sich der Sektoranteil stark reduziert. Im Rückblick war der Einstieg ein klarer Fehler.

Industrie: Hier hat sich bisher keine passende Einstiegsgelegenheit ergeben, Werte aus anderen Sektoren erschienen mir aussichtsreicher. Das könnte sich aber in Zukunft ändern.

Energie: Obwohl der Ölpreis immer weiter abfällt, halten sich die Ölaktien bisher vergleichsweise stabil. Daher habe ich bisher noch nicht zugegriffen. Das könnte sich in den nächsten Wochen ändern.

 

Fazit: Mein Depot weicht teilweise deutlich von der Benchmark ab. Durch die Neuinvestition in untergewichteten Sektoren werde ich die Balancierung des Depots in den kommenden Monaten verbessern. Doch wer sich zu stark der Benchmark annähert, wird auch eine immer “durchschnittlichere” Performance erzielen. Wann immer ich in einzelnen Sektoren vorübergehend besonders günstige Gelegenheiten erkenne, werde ich auch in Zukunft bewusst von der Benchmark abweichen und in diesen Sektoren besonders viel Geld investieren.

Im Laufe der Zeit wird sich durch Zukäufe in anderen Sektoren die Übergewichtung wieder abbauen.

 

Performance meines Depots

Das ist die Performance meines Aktiendepots vs. dem thesaurierenden MSCI World-ETF sowie dem DAX in den letzten 12 Monaten. Obwohl mein Depot teilweise stark von der Benchmark abweicht, entwickelt es sich bisher nahezu auf Augenhöhe mit dem MSCI World. Bildquelle: Rentablo.de

Besonders wichtig: Während der Coronakrise hat sich das Depot verhältnismäßig stabil entwickelt und weniger abgegeben als die Vergleichsindizes MSCI World und DAX. Und das, obwohl ich mit dem Airline-Investment mehr als 60% verloren habe. Doch genau dieses Beispiel zeigt doch perfekt auf, warum Diversifikation so wichtig ist und warum sie funktioniert. Obwohl ich einen Fehler gemacht habe, der Stand heute 60% Minus eingebracht hat, hat sich das Depot gut gehalten. Denn diese üble Performance wurde durch andere Aktien in meinem Depot mehr als ausgeglichen (so haben sich bspw. Microsoft oder Activision Blizzard besonders gut entwickelt).

Alles in allem bin ich daher mit der Diversifikation des Depots zufrieden, denn das Depot hat sich in der Coronakrise gut gehalten.

 

4. Fazit: Diversifikation nach Aktien Sektoren senkt Risiken

Nicht nur von einer Ertragsquelle abhängig sein, sondern an vielen verschiedenen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, Sektoren und Ländern beteiligt sein. Das sorgt für einen stabileren Ertrag. Auch wenn gewisse Aktien vorübergehend keine Dividende ausschütten, bei anderen Unternehmen laufen die Geschäfte weiterhin gut.

Das Ziel dieses Artikels war es, wichtige Grundlagen zum Aufbau eines Aktiendepots mitzugeben. Ich wollte anhand der Case-Study “Coronakrise und mein Aktiendepot” aufzeigen, wie wichtig die Diversifikation über alle 11 Sektoren hinweg ist. Obwohl ich mit einem Investment in eine US-Airline rückblickend einen Fehler gemacht habe, hat sich das Depot besser als die Benchmark entwickelt. Das wird mir in Zukunft nicht in jedem Zeitintervall gelingen, so viel ist klar. Denn wer von der Benchmark abweicht, der wird zeitweise eine deutlich bessere Performance erzielen, zeitweise aber auch eine schlechtere Performance. Entscheidend ist, wie sich das Depot langfristig (sprich auf Sicht von 10 Jahren) gegenüber der Benchmark entwickelt.

Um zusätzliche Renditechancen mitzunehmen, weiche ich gerne vorübergehend von der Benchmark ab. Allerdings nur in einem kontrollierten Rahmen und ohne dabei das hart erarbeitete Vermögen komplett aufs Spiel zu setzen.

Ich selbst vergleiche von Zeit zu Zeit die Gewichtung der 11 Sektoren in meinem Depot mit der Benchmark. So stelle ich fest, ob ggf. ein Anpassungsbedarf besteht. Das hilft langfristig dabei, einen stabileren Vermögensaufbau zu erreichen. Wichtiger noch: In Krisen wie der Coronakrise sorgt eine ausreichende Diversifikation dafür, dass sich das Depot verhältnismäßig stabil entwickelt. So geht die Freude am Investieren nicht verloren.

 

Werfe einen vollständigen Blick in mein privates Depot

In diesem Artikel bin ich mit wenigen Ausnahmen bewusst nur auf die Sektorengewichtung meines Depots eingegangen. Einzelne Aktien habe ich nicht vorgestellt. Falls du wissen möchtest, welche konkreten Einzelaktien ich in mein Realgeld-Depot gekauft habe, dann teste unsere Premium-Mitgliedschaft für volle 30 Tage 100% kostenfrei aus. Direkt nach der Anmeldung erhältst du den vollen Zugriff auf alle unsere Premium-Inhalte (alle Aktienanalysen, kompletter Blick in mein Depot, Zugang zur exklusiven Facebook-Gruppe).

Ich freue mich auf dich!

Liebe Grüße und bis zum nächsten Update,
Jonathan Neuscheler

 

Quellen & Links zum Artikel: “Grundlagen zu den Aktien Sektoren und Branchen (CIGS)”

Beschreibung
Website von Rentablo.de
Wikipedia-Artikel zu den GICS (englisch)
Offizielle Website zu den GICS (MSCI, englisch)
Artikel zu den S&P 500 Sektoren inkl. Infografiken der Bespoke Investment Group
Aktuelle Gewichtung der 11 GICS Sektoren (S&P Dow Jones Indices, englisch)
Apple-Aktie auf Bloomberg.com (Sektor jeder Aktie heraussuchen)

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält u.a. Aktien von Mastercard, Microsoft, PayPal und Activision Blizzard.

19 Antworten

  1. Marco Rosasco sagt:

    Super Artikel! Für mich als Einsteiger im aktuellen Marktumfeld besonders aufschlussreich!

  2. Carl Ulrich Kümmeke sagt:

    Hallo Jonathan, ich bin Premium Mitglied finde aber dein Depot nicht.

    Lieben Gruß macht weiter so und bleibt gesund

    Carl Ulrich Kümmeke

  3. Moustafa Rehan sagt:

    Ein wirklich starker Beitrag.
    Ich bin absolut überzeugt von eurer Arbeit…

  4. Searching4value sagt:

    Bzgl der US Airline Kaufs:
    ‘Im Rückblick war der Einstieg ein klarer Fehler.’
    Warum war es genau ein Fehler, nur weil die Performance (stand heute) schlecht war? Du hast ja durchaus Gründe für den Kauf gehabt.
    Beste Grüße, s4v

  5. Amina Bourimi sagt:

    saubere Arbeit und sehr ausführlich ! TOP Leistung

  6. Jan Teusch sagt:

    Sehr schöne Darstellung! Habe für mein Depot auch die Sektorenaufteilung nach GICS zugrundegelegt, weil die recht klar und nicht so kleinteilig ist und man früh erkennt, wenn sich eine Fehlgewichtung „einschleicht“. Eine Frage hätte ich mal zu den von Dir explizit erwähnten Werten Paypal und Mastercard: Diese hast Du dem Finanzsektor zugeordnet, nach GICS gehören sie doch eigentlich zum IT-Sektor. Weichst Du davon bewusst ab oder hat sich die GICS-Zuordnung mittlerweile geändert?

  7. Max sagt:

    Anmerkung: Visa/Mastercard gehören nicht zum Finanzsektor, sondern zu Information Technology

  8. Marc Lau sagt:

    hallo jonathan. vielen dank für diesen beitrag! ich habe eine andere strategie. ich nutze aktien mit aaqs von 8 bis 10. ich nutze die bewertungsfunktion von traderfox. ich geh auf die suche nach aktien und analysiere diese dann mit der bewertungsfunktion. ich achte auf eine sehr gute performance. ich achte auf hohe werte bei quality und growth. laut der 15 punkte quality skala von traderfox achte ich dort auf sehr hohe werte. ich hole mir also nur sehr hochwertige aktien ins depot. ich habe eine starke übergewichtung auf technologie und kommunikation. die meistens meiner aktien sind hardware und software hersteller. starkes gewicht haben bei mir alphabet, amazon, apple, facebook und microsoft. ich glaube das 2029 die technologische singularität sein wird (ray kurzweil) und das wir danach uns in ein methaversum hoch laden lassen können. in diesem spielen gesundheits, lebensmittel, auto, flugzeug aktien etc. keine rolle mehr weil alles digital erzeugt wird. lediglich die rechenzentren müssen dann noch mit rohstoffen und energie versorgt werden. biologische körper werden dann der vergangenheit angehören. krankheit, alter und tot sind dann vorbei (die büchse der pandora). herzliche grüße marc

  9. Astronuss sagt:

    Vonovia und Realty Income gehören laut Bloomberg zum Sector Financials und zur Industry Real Estate. Irgendwie komisch…
    Sonst ein richtig spannender Artikel. An die Prozentwerte halte ich mich auch nicht, wer will denn schon eine durchschnittliche Performance, aber als Anhangspunkt sehr gut geeignet. Ich habe nur SAP im Bereich Technology…also da muss mehr her! ☺️

    • Sebastian sagt:

      Hi, sehr schöner Artikel. Danke.

      Wie sieht dein grundlegender Ansatz bei der Diversifizierung nach Ländern aus? In welchen Zusammenhang siehst das im Kontext der Sektoren Diversifizierung?

      Beste Grüße

      • Auf die Diversifikation nach Ländern sollte man auch achten, ich halte die Bedeutung aber für nicht ganz so wichtig. Warum? Coca-Cola, McDonald’s, Visa, Microsoft…sie alle haben ihren Hauptsitz zwar in den USA. Die Gewinne aber stammen aus der ganzen Welt und sind nicht von einem Land/Absatzmarkt abhängig. Ich persönlich betrachte diese Unternehmen daher als “globale Unternehmen”.

  10. Torsten Kutzer sagt:

    Hallo Jonathan, benötigt man für diese Analyse bei Bloomberg ein Abo? Ich habe den Pfad bis jetzt leider nicht gefunden, wo man einzelne Aktien zuordnen kann, vielleicht kannst Du mir da bitte noch einmal helfen? Vielen Dank und liebe Grüße, Torsten !

  11. Michal Masika sagt:

    Hallo Jonathan,
    vielen Dank für diesen Beitrag.
    Ich wusste schon, dass ich diversifizieren soll und dachte ich, dass ich das schon auch so mache. Dank deinem Artikel habe ich gesehen, dass einige Sektoren bei mir stark übergewichtet sind.

    Ich habe jetzt eine Frage zur Klassifizierung. Ich habe jetzt die Bloomberg-Seite mit deinen Watchlists verglichen und habe einige Nicht-Übereinstimmungen gefunden.

    Hier einige Beispiele – 2. Spalte: Bloomberg, 3. Spalte: Dein Watchlist
    Walt Disney – Communications – Zyklischer Konsum
    Alibaba – Consumer Discretionary – Technologie
    Amazon – Consumer Discretionary – Technologie

    Ich finde mehrere Solche Beispiele. Wieso ist es so? Von wo nimmst du deine Zuordnungen?
    Vielen Dank
    Michal

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