Michael C. Jakob Gründer von AlleAktien. Studium von Informatik und Management am KIT/ ETH Zurich/ Massachusetts Institute of Technology. Danach in der Strategie bei UBS und McKinsey&Company.

AlleAktien Geschäftsführer und Chief Technology Officer. Michael analysiert vorrangig globale Software- und Finanzunternehmen mit einer Vorliebe für US- und China-Aktien. Er war zuvor bei McKinsey&Company, UBS, und studierte an KIT, ETH Zurich, und MIT Informatik und Management. Er verfolgt die AlleAktien Cluster-Nummer-1-Strategie: Nur die besten Aktien jeder Branche kommen in das Portfolio.

Starbucks Update: Größter Kaffeeproduzent der Welt überwindet die Coronakrise mit starker Marke und neuen Filialen

▲ Starbucks ist der größte Kaffeeproduzent der Welt. In rund 33.000 Filialen auf der ganzen Welt können die Kunden Kaffee von Starbucks genießen. Starbucks hat dabei eine einzigartige Atmosphäre eingeführt: Den Third Place (neben Wohnzimmer und Arbeitsplatz). Starbucks-Filialen laden zum Wiederkommen ein. Es ist wie ein vertrautes Wohnzimmer in der Stadt. In jeder Stadt. Weltweit. Ein sicherer Ort des wohlfühlens — das ist das Produkt hinter dem Produkt. In der Coronakrise geht das Konzept jedoch nicht mehr ganz auf. Starbucks musste starke Umsatzeinbrüche hinnehmen. Trotzdem steht für 2020 ein Gewinn unter dem Strich. Starbucks konnte mit geeigneten Maßnahmen auf die sinkende Kundschaft reagieren. Und Starbucks hat sich in 10 Monaten so gut neu positioniert, dass sie jetzt von Work-From-Home sogar profitieren werden, egal wie lange der Lockdown anhält. Erfahre jetzt in diesem wissenschaftlich und tiefgründigem recherchierten Update, wieso Starbucks Corona überwunden hat.

 

 

 

Starbucks Aktie und Aktienanalyse
Hauptsitz USA
ISIN US8552441094
WKN 884437
Ticker-Symbol SBUX
Kurs 106 USD
87 EUR
Ausstehende Aktien 1.174 Mio.
Marktkapitalisierung 124 Mrd. USD
Enterprise Value 145 Mrd. USD
Nettoverschuldung 21 Mrd. USD
Bruttomarge 13,6%
EBIT-Marge 6,5%
Gewinnmarge 3,9%
Free Cash Flow-Rendite 2,7%
Dividendenrendite 1,7%
Datum 13.01.2021

Starbucks Aktie

  • #1 Kaffeekette und Pure-Play weltweit. Starbucks ist der weltweite Marktführer für Cafés. Jedes Jahr werden bei Starbucks mehrere Milliarden Becher Kaffee getrunken. Das Unternehmen hat es geschafft, sich als drittwichtigster Platz (neben Arbeitsplatz und Wohnzimmer) im Leben seiner Kunden zu platzieren. Dem sogenannten Third Place. Starbucks verkauft keinen Kaffee, sondern ein sicheres, warmes zweites Wohnzimmer, in dem jeder willkommen ist und sich wohlfühlen darf — egal woher er kommt. Das ist es, was man bei Starbucks verstehen muss. Diese Vision hat Starbucks auf der ganzen Welt geteilt. Vor allem in China hat sich Starbucks breit gemacht und stark in das Wachstum Chinas investiert. Die hohen Preise kommen insgesamt sogar sehr gut an.
  • Neuausrichtung. Die Coronakrise hat Starbucks beeinträchtigt. Die Verkäufe in den Filialen sind um bis zu 50% eingebrochen. Starbucks hat ein ernstes Problem bekommen. Starbucks hat jedoch mit Preiserhöhungen den richtigen Schritt getan und den Einbruch gestoppt. Durch neue Filialen sollen in Zukunft die Profitabilität und das Wachstum steigen. Durch Work-From-Home profitiert Starbucks langfristig sogar vom COVID-19 Virus: zu Hause wird uns schnell langweilig. Warum nicht mal einen oder zwei Tage vom Starbucks aus arbeiten?
  • Aktie steigt trotz sinkender Gewinne. Es wirkt paradox. Die Starbucks-Aktie ist mit 106 USD an einem Allzeithoch angekommen. Das aktuelle KGV liegt bei über 100. Das KGV für 2021 bei 32. Ist die Starbucks-Aktie noch kaufenswert oder sollte man sie lieber auf die Watchlist setzen? Erfahre es jetzt in diesem Update als Text oder Podcast.

 

 

 

 

Starbucks Update

  1. Starbucks Geschäftsmodell im Kurzüberblick
  2. Was hat sich für Starbucks seit der letzten Analyse geändert?
  3. Starbucks Bewertung
    1. AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) von 5/10
    2. Bewertung der Aktie im historischen Vergleich
    3. Peter Lynch Kategorie: Starbucks ist ein Fast Grower
    4. AlleAktien DCF-Modell (Discounted Cashflow Modell) und FMV-Modell (Future Multiple Valuation)
    5. Rendite-Erwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs
  4. Starbucks Risiken
    1. Ewigkeitsfaktor
    2. Kaffee verliert stark an Beliebtheit
    3. Die Starbucks-Verschuldung kann nicht mehr bezahlt werden
  5. Starbucks Fazit

 

Aktienkurs von Starbucks

 

Podcast von Starbucks

 

1. Geschäftsmodell von Starbucks

Alle Abschnitte aus-/einklappen

Geschäftsmodell von Starbucks im Kurzüberblick

 

Starbucks verdient sein Geld hauptsächlich mit Kaffeehäusern auf der ganzen Welt. In den rund 33.000 Filialen von Starbucks können die Kunden leckere Kaffeegetränke kaufen und genießen. Die zwei wichtigsten Märkte für Starbucks sind die USA und China.

 

USA. Die USA sind der Heimatmarkt für Starbucks. Hier hat es Starbucks geschafft, den Kaffee als Kultgetränk zu etablieren. Die Marke Starbucks ist hier sehr hoch angesehen. Hier werden 1,7 Tassen Kaffee pro Person und pro Tag getrunken. 620 Tassen pro Person und Jahr.

China. China ist der Wachstumsmotor für Starbucks. In China fängt der Kaffeekonsum gerade erst an. Der Durchschnittschinese konsumiert nur fünf Tassen Kaffee im Jahr. Starbucks eröffnet sehr aggressiv Filialen in China und möchte die Nummer 1 für Kaffee in China werden.

 

 

Starbucks ist der Third Place im Leben

Die Strategie von Starbucks ist, einen sogenannten „Third Place“ zu etablieren. Starbucks-Filialen sind mit bequemen Sesseln und Tischen eingerichtet und haben kostenloses Wifi. Dadurch ist ein Starbucks für viele Leute eine Art zweites Wohnzimmer geworden. Man kann dort arbeiten, sich mit Freunden treffen, ein Startup gründen.

Die „Third Place“-Strategie soll die Filialen zum zentralen Punkt im Alltag eines Menschen machen. Das Zuhause und die Arbeit sind die zwei wichtigsten Orte im Leben jedes Menschen. Starbucks soll der drittwichtigste Ort sein.

Eine Strategie, die in der Vergangenheit sehr gut aufging. Starbucks hat sich so gegen viele andere Konkurrenzunternehmen durchsetzen können. Allerdings bekommt die Strategie in Zeiten von Corona und Kontaktbeschränkungen ein paar Probleme.

 

 

2. Was hat sich für Starbucks seit der letzten Analyse geändert?

Wie Starbucks sich dem Coronavirus stellt

Seit der letzten Analyse gab es einige Änderungen für Starbucks. Starbucks hat zu neuem Wachstum gefunden und der chinesische Konkurrent Luckin Coffee hat seine Umsätze gefälscht. Das sind beides positive Nachrichten für Starbucks-Aktionäre. Jedoch wurde das alles vom Coronavirus überschattet.

Das Coronavirus hat Starbucks 2020 in die Knie gezwungen. Die Verkäufe in den Filialen brachen um bis zu 50% ein. Die Kunden müssen Zuhause bleiben und trinken auch ihren Kaffee daheim. Der Third Place bleibt dagegen leer. Starbucks konnte dem vor allem mit Drive Thrus (Abhol-Service mit dem Auto, wie wir es auch von McDonalds kennen) etwas entgegenwirken. Denn der eigene Kaffee schmeckt nicht so gut wie der Kaffee bei Starbucks. Insgesamt hat es Starbucks geschafft, dass die Umsätze für das Geschäftsjahr 2020 (endete im September 2020) um nur 14% in den bestehenden Filialen gesunken sind.

 

▲ In der Vergangenheit konnte Starbucks ein stabiles Wachstum von rund 5% pro Jahr in bestehenden Filialen erzielen. Das Coronavirus trübt diese Entwicklung. Die Umsätze sind um rund 14% eingebrochen. Allerdings kann man bereits 2021 von einer vollständigen Erholung ausgehen. Starbucks hat sich der Coronakrise erfolgreich angepasst.

 

Starbucks reagiert exzellent auf das Coronavirus

Starbucks hat vor allem auf zwei Weisen reagiert:

Deutliche Preiserhöhung. Viele Unternehmen haben ihre Preise in der Krise angehoben, um die zusätzlichen Kosten zu bewältigen. Starbucks hat auch die Preise erhöht. Um durchschnittlich 17% weltweit im vierten Quartal 2020. Die Preiserhöhung hat geholfen, die Kundenzahlen etwas auszugleichen. Gleichzeitig ist so eine starke Preiserhöhung für Starbucks eine einmalige Gelegenheit. Kein Kunde erinnert sich mehr an die alten Preise. Nach Corona können die Preise also teilweise beibehalten werden.

 

Neue Strategie. Starbucks hat einen Strategiewechsel beschlossen. Die Krise hat deutlich gezeigt, dass viele Kunden keinen Third Place brauchen. Deshalb errichtet Starbucks in den kommenden Quartalen 400 neue Filialen in den USA. In diesen „Pickup“-Filialen kann man nur noch Kaffee kaufen und mitnehmen. Dadurch kann Starbucks auf das geänderte Kundenverhalten reagieren. Außerdem sollten die Umsätze und Gewinne durch diesen Schritt steigen. Starbucks kann sich diesen Schritt vor allem erlauben, weil sie die mächtigste Kaffee-Marke der Welt haben. Die Kunden bezahlen den höheren Preis für Starbucks-Kaffee. Der Kaffee bleibt auch ohne Third Place wettbewerbsfähig.

 

▲ Starbucks setzte bisher auf den Third Place als Rückzugsort für Stadtbewohner. In den neuen Starbucks-Filialen soll nur noch Laufkundschaft bedient werden. Die Kosten sinken dadurch und gleichzeitig kann Starbucks den Umsatz erhöhen. Eine riskante Strategie für Kaffeehäuser ohne starke Marke. Bei Starbucks sollte die Strategie gelingen. Die Starbucks-Marke ist weltweit bekannt und beliebt.

 

 

 

3. Bewertung der Starbucks-Aktie: Trotz Covid-19 ist Starbucks kein Schnäppchen

AAQS: Starbucks erzielt 5 von 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore

1. AlleAktien Qualitätsscore von Starbucks

▲ Starbucks kommt auf einen AAQS von nur noch 5/10. Die Coronakrise fordert von Starbucks ihre Opfer. Der starke Gewinneinbruch und die hohe Verschuldung kosten Starbucks ganze fünf Punkte. Es ist aber faszinierend, dass Starbucks bereits 2021 wieder auf den Wachstumspfad kommt. Die Coronakrise hinterlässt nur einen kleinen Einbruch. Hier beweist Starbucks, dass sie sich in der letzten Analyse die 10/10 Punkten verdient haben. Nur Qualitätsunternehmen kommen so gut durch eine Krise.

 

Bewertung der Starbucks-Aktie: Derzeit unterbewertet?

2. Bewertung im historischen Vergleich: KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)

je niedriger, desto günstiger

▲ Die Starbucks-Aktie wird für 2021 mit einem KGV von rund 32 bewertet. Das ist historisch nicht günstig. Die Aktie gab es in der Vergangenheit zu einem durchschnittlichen KGV von etwa 25. Andererseits ist 32 kein übertriebener Wert für ein Qualitätsunternehmen, das so attraktiv wächst.

 

3. Starbucks ist ein Fast Grower nach Peter Lynch

▲ Starbucks ist ein Fast Grower. Die Gewinne wachsen mit über 10% pro Jahr. Aber Starbucks hat auch schon Anzeichen eines Average Growers. Die Investitionen in das Geschäft fallen nicht mehr so hoch aus und Starbucks schüttet eine attraktive Dividende von 1,7% aus. Fast Grower soll man dann kaufen, wenn das Wachstum intakt ist. Bei Starbucks sehe ich noch jahrelanges Wachstum durch den Fokus auf den chinesischen Markt. Hier wird Starbucks die nächsten Jahre ein ordentliches Gewinnwachstum erzielen können.

 

4. AlleAktien DCF-Modell (Discounted Cashflow Modell) und FMV-Modell (Future Multiple Valuation)

AlleAktien DCF-Modell als Excel-Datei herunterladen »

Im AlleAktien DCF-Modell berechne ich die Rendite der Starbucks-Aktie basierend auf den zukünftigen Gewinnen des Unternehmens. Meine Annahmen sind dabei, dass Starbucks in den nächsten Jahren die Umsätze um 7% pro Jahr steigern kann. Dieses Wachstum wird erzeugt durch:

  • Durchschnittlich 3% neue Filialen pro Jahr
  • 3% höhere Preise pro Jahr in bestehenden Filialen
  • 1% mehr Verzehr in bestehenden Filialen

Durch das Pickup-Konzept und den steigenden Verzehr erhöht sich die operative Marge auf 20%. Gleichzeitig muss Starbucks in den kommenden Jahren seine Schulden zurückzahlen und hat dadurch eine zusätzliche Belastung.

Mit diesen Parametern kommt die Starbucks-Aktie auf eine Renditeerwartung von rund 8% pro Jahr bzw. einen fairen Wert von 75 USD.

 

Im AlleAktien FMV-Modell berechne ich den fairen Wert der Starbucks-Aktie anhand der zukünftigen Gewinnentwicklung aus dem DCF-Modell und einem KGV für 2030. Ich halte ein KGV von 25 für 2030 realistisch, da Starbucks die Nummer 1-Kaffeekette ist mit rund 7% Wachstum pro Jahr. Unternehmen wie McDonald’s und Yum! Brands haben weniger Umsatzwachstum und werden zu ähnlichen Multiples gehandelt. Mit diesen Parametern komme ich ebenfalls auf eine Renditeerwartung von 8% pro Jahr.

 

▲ Starbucks ist im AlleAktien DCF- und FMV-Modell etwas überbewertet. Die Renditeerwartungen liegen bei jeweils 8% pro Jahr. Trotz des attraktiven Wachstums hat die Starbucks-Aktie wenig Luft nach oben.

 

5. Renditeerwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs

Je niedriger der Einstiegskurs, um so höher die langfristige Renditeerwartung

Einstiegskurs Renditeerwartung pro Jahr
50 USD 17,9%
70 USD 14,0%
90 USD 11,2%
110 USD 9,0%
130 USD 7,2%
150 USD 5,7%
170 USD 4,4%
190 USD 3,2%
210 USD 2,2%
230 USD 1,2%
250 USD 0,4%

 

Fazit zur Bewertung

Starbucks kommt im AAQS auf 5/10 Punkten und ist damit streng genommen kein Qualitätsunternehmen mehr. Die Umsätze und Gewinne wachsen nach wie vor stark. Trotz Corona konnte der Umsatz mit über 8% pro Jahr wachsen. Der Gewinn konnte in ähnlichem Tempo wachsen.

Starbucks ist historisch recht teuer bewertet. Die Aktie kommt auf ein 2021er KGV von 32, was über dem historischen Schnitt von 25 liegt. Nach Peter Lynch ist Starbucks als Fast Grower trotzdem noch kaufenswert. Das Unternehmen profitiert von einem intakten Wachstumstrend.

Im AlleAktien DCF- und FMV-Modell kommt Starbucks auf eine Renditeerwartung von 8% pro Jahr. Die Aktie ist damit zu hoch bewertet und kommt nicht auf meine geforderte Rendite von 10% pro Jahr.

Ich sehe die Renditeerwartung von Starbucks bei 9% pro Jahr, weil Starbucks nach Peter Lynch trotzdem kaufenswert ist. Aktuell ist die Aktie jedoch zu hoch bewertet.

 

 

4. Risiken von Starbucks

Ewigkeitsfaktor: Wie wahrscheinlich ist es, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute?

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass es Starbucks in 10 Jahren besser geht als heute, auf über 95% ein. Das Unternehmen wächst stark und hat eine der wertvollsten Getränkemarken der Welt. Durch den großen Fußabdruck in China gehe ich davon aus, dass Starbucks in 2031 deutlich größer sein wird als heute. Ich sehe allerdings zwei größere Risiken:

Substanzielles Risiko 1: Kaffee verliert stark an Beliebtheit

Substanzielles Risiko 1: Der Bedarf nach Kaffee sinkt

Starbucks lebt vom Erfolg von Kaffee. Starbucks profitiert enorm davon, dass die Menschen Kaffee in großen Mengen genießen und bereit sind, dafür mehr zu zahlen. Es gibt theoretisch auch andere Getränke, die die Kaffeemacht gefährden könnten: Fruchtsäfte, Wasser, Tee, Softdrinks…

 

Fundamentale Auswirkung bei Eintritt: hoch

Der Schaden wäre für Starbucks sehr hoch. Starbucks verkauft zwar auch Tee und Snacks, aber der Großteil wird mit Kaffee erwirtschaftet. Wenn Kaffee wirklich stark an Beliebtheit verlieren würde, dann gehe ich von über 50% Gewinneinbruch langfristig aus.

 

Eintrittswahrscheinlichkeit innerhalb von 12 Monaten: gering

Kaffee ist nicht ohne Grund so beliebt. Kaffee ist kalorienfrei, enthält Koffein und ist natürlich. In vielen Ländern beginnt der Kaffeekonsum erst. Ich gehe nicht davon aus, dass diese Entwicklung abrupt aufhört.

 

Fazit: Mittleres Risiko. Die Gefahr für Starbucks ist insgesamt recht hoch, aber da Kaffee ein Teil der Kultur in vielen Ländern ist, sehe ich Starbucks nur mittelmäßig gefährdet.

Substanzielles Risiko 2: Die Starbucks-Verschuldung kann nicht mehr bezahlt werden

Substanzielles Risiko 2: Starbucks steigen die Schulden zu Kopf

Starbucks hat sich bereits vor der Coronakrise stärker verschuldet. Ein Großteil des Geldes wurde in Aktienrückkäufe an die Aktionäre investiert. Bei einem aktuellen Zinssatz von rund 1,8% pro Jahr ergibt das Sinn. Jedoch ist es möglich, dass die Zinsen ansteigen oder die Gewinne für einige Jahre zurückgehen. Dann wäre die Verschuldung schlecht bezahlbar.

 

Fundamentale Auswirkung bei Eintritt: mittel

Die Verschuldung von Starbucks liegt beim Fünffachen des 2019er EBITs. Das ist definitiv sehr hoch. Aber die Zinsen auf diese Verschuldung sind sehr gering. Starbucks hat außerdem Zugang zum Kapitalmarkt. Sie können eigene Aktien wieder in Umlauf bringen und so die Schulden reduzieren. 10% der Aktien würden bereits reichen, um die Verschuldung sehr stark zu senken.

 

Eintrittswahrscheinlichkeit innerhalb von 12 Monaten: gering

Durch den geringen Zinssatz und die Stabilität der Gewinne gehe ich nicht davon aus, dass Starbucks auf eine Kapitalerhöhung angewiesen ist. Es ist möglich, dass die neuen Lockdowns Starbucks nochmals härter treffen, aber ich denke, Starbucks hat das Schlimmste bereits überstanden.

 

Fazit: Geringes Risiko. Das Risiko hält sich für Starbucks in Grenzen. Die hohe Verschuldung ist unerfreulich, aber noch nicht kritisch.

 

 

5. Fazit zu Starbucks: Exzellentes Unternehmen mit Perspektive nach der Krise

Ich halte die Starbucks-Aktie für haltenswert

Geschäftsmodell. Starbucks ist ein spannendes Unternehmen aus dem zyklischen Konsum. Sie haben es geschafft, ihre Restaurants bei vielen Kunden als drittwichtigsten Platz im Leben zu platzieren. Dadurch gibt es sehr viele Kunden, die täglich bei Starbucks einen Kaffee trinken.

Strategische Neuausrichtung. Starbucks hat die Coronakrise bewältigt. Die Umsätze sind knapp unter dem 2019er Niveau. Starbucks hat es geschafft, die Preise stark zu erhöhen und sollte in Zukunft von diesem neuen Preisniveau stark profitieren. Außerdem investieren sie in den kommenden Quartalen in neue Filialen. Diese sind auf mehr Laufkundschaft ausgelegt und sollten für Starbucks zu einem echten Gewinnbringer werden.

Bewertung. Starbucks kommt auf einen AAQS von 5/10 und ist damit kein Qualitätsunternehmen mehr. Das Unternehmen wurde durch die Coronakrise zu stark im Gewinn getroffen und musste neue Schulden aufnehmen. Das KGV für 2021 liegt bei 32. Nach Peter Lynch ist die Aktie dennoch kaufenswert. Mit dem AlleAktien DCF- und FMV-Modell kommt Starbucks auf rund 8% Renditeerwartung im Jahr.

Risiko #1. Das größte Risiko für Starbucks wäre die Abkehr vom Kaffee. Das wäre für Starbucks fatal. Ich sehe dieses Risiko jedoch als nicht sehr realistisch an. Kaffee ist zu dominant in unserer Kultur.

Meinung. Ich halte Starbucks für haltenswert bei einer Renditeerwartung von 9% pro Jahr. Das Unternehmen ist eine der spannendsten Aktien im ganzen Restaurantbereich mit hohen Margen und einem einzigartigen Konzept. 9% Renditeerwartung sind mir allerdings zu wenig, um die Aktie als kaufenswert einzustufen. Bei einem Kurs von 90 USD und weniger wird Starbucks aber bereits attraktiv.

 

Liebe Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Gründer

 

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit keine Aktien von Starbucks.

2 Antworten

  1. Niklas Jung sagt:

    Sehr schönes Update. Ich habe immer das Gefühl bei Starbucks sind die Aktionäre wie die Kunden und bezahlen einfach gerne für den Namen. Ich fände sie aktuell auch zu teuer, halte aber und freue mich über die Kursgewinne neben meinem regelmäßigen Dividenden.

    • Hallo Niklas,

      für einen Namen zu bezahlen finde ich bei einem Unternehmen aber nicht dumm. Der Name ist die Marke und nur dank der Marke wird es möglich profitabler als andere zu arbeiten und schneller zu expandieren.
      Ich finde die Aktie aktuell auch recht teuer (KGV21e von 42). Aber bei Starbucks handelt es sich auch um ein einzigartiges Unternehmen, das definitiv einen Aufpreis im Vergleich z.B. zu McDonald’s wert ist.

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