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Aktie Analyse

E.ON Aktie Analyse

WKN
ENAG99
Symbol
EOAN.DE
Sektor
Versorger
Webseite
E.ON
Investor Relations
Investor Relations

E.ON ist ein fokussierter Energieversorger mit Hauptsitz in Essen, Deutschland. Das Unternehmen hat im Jahr 2019 den Konkurrenten Innogy übernommen.

Seit der Übernahme fokussiert sich das Unternehmen auf zwei Geschäftsbereiche: Erstens den Betrieb von Energienetzen, dieses Geschäft liefert staatlich garantierte Einnahmen und aufgrund der Energiewende werden Stromnetze mehr denn je gebraucht. Zweitens ist E.ON im Verkauf und der Abrechnung von Energie mit Endkunden tätig. Im dritten Geschäftsfeld der Energieerzeugung ist E.ON hingegen mit wenigen Ausnahmen nicht mehr tätig, dieses Geschäft wurde 2016 abgespalten. Die schnell durchgeführte Energiewende und der nach Fukushima beschlossene vorzeitige Atomausstieg haben das Unternehmen viel Geld gekostet und der deutsche Energieversorger hat schwere Jahre hinter sich. Doch E.ON hat reagiert und das Geschäftsmodell radikal gewandelt. Das Geschäft mit fossilen Kraftwerken wurde abgespalten. E.ON fokussiert sich nun hauptsächlich auf den Betrieb von Stromnetzen. Die Netze liefern garantierte Erträge und die neue Strategie wirkt: Seit 2017 steigt die Dividende bereits wieder jährlich an.

Das Unternehmen ist im Jahr 2000 aus der Fusion der beiden deutschen Mischkonzerne VIAG und VEBA entstanden. Zunächst waren unter diesem Dach mehrere Aktivitäten gebündelt: Die Energieversorgung, Spezialchemie und auch ein Telekom-Unternehmen. 2001 beschloss das Management eine Strategieänderung, E.ON wollte sich zum reinen Energieversorger wandeln und alle anderen Geschäftsbereiche wurden verkauft. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz aus dem Jahr 2000 sorgte für einen Verfall der Strompreise, denn durch die neu gebauten Solaranlagen und Windparks wurde jährlich mehr Strom produziert. Diese Anlagen erhielten fortan staatlichen Vorrang und das dadurch entstehende Überangebot ließen den „normalen Strompreis“ einbrechen. 2011 folgte nach der Fukushima-Katastrophe der nächste Schlag. Ein erneuter staatlicher Eingriff sorgte für eine Zwangsabschaltung von sieben Atomkraftwerken, die verbliebenen Atomkraftwerke müssen allesamt bis 2022 stillgelegt werden. Damit brach der Gewinn in der Stromerzeugung mit konventionellen Kraftwerken massiv ein. Erst 2014 ging es dank einer Aufspaltung wieder Bergauf. Das Geschäft mit der konventionellen Energieerzeugung wurde im Jahr 2016 separat an die Börse gebracht. Seitdem fokussiert sich das Unternehmen ausschließlich auf den Betrieb von Stromnetzen und den Verkauf von Strom. Im Jahr 2019 folgte die Übernahme von Innogy und E.ON stieg zum größten Betreiber von Energienetzen in Europa auf.

Dr. Johannes Teyssen führt E.ON bereits seit Mai 2010. Er hat VWL und Rechtswissenschaften studiert und ab 1989 arbeitete er bei einer Vorgängergesellschaft von E.ON als Leiter der Hauptabteilung Recht. Seit 2004 gehört er dem Vorstand von E.ON an.

Geschäftsmodell

Die Geschäftsaktivitäten von Energieversorgern können in drei Bereiche eingeteilt werden:

  1. Energieproduktion(Kohle, Gas, Atom oder auch über erneuerbare Energien)
  2. Übertragung von Energie(Betrieb und Instandhaltung von Stromnetzen)
  3. Abrechnung/Verkauf von Energie

Bis 2016 war E.ON in allen drei Bereichen aktiv, dann wurde das Geschäft der Energieproduktion mit konventionellen Kraftwerken abgespalten. 2019 hat E.ON mit der Übernahme von Innogy die verbliebenen beiden Geschäftsbereiche ausgebaut und im Gegenzug dafür das Geschäft mit erneuerbaren Energien verkauft.

Mit ganz wenigen Ausnahmen produziert E.ON nun keinerlei Strom mehr, sondern ist nur noch in der Übertragung und in der Abrechnung von Energie tätig.

E.ON betreibt mit Strom- und Gasnetzen kritische und wichtige Infrastruktur. Das Unternehmen ist eine Art Monopolist, denn in jedes Haus und jedes Unternehmen führt in der Regel nur eine Stromleitung. Entsprechend schwer ist das Unternehmen aus dieser Marktstellung wieder zu verdrängen. Um den Kunden eine unendlich hohe Stromrechnung (durch Ausnutzung der Marktposition) zu ersparen, hat der Staat das Geschäftsmodell von E.ON stark reguliert. E.ON darf nur einen begrenzten Gewinn erwirtschaften – dieser ist dafür aber staatlich garantiert.

  1. Geschäftsbereich Energienetze

Der Geschäftsbereich „Energienetze“ trägt rund 80% zum operativen Gewinn des Unternehmens bei. E.ON betreibt Strom- und Gasnetze in acht europäischen Ländern. Dazu gehören die Instandhaltung, Reparatur und Wartung der Energienetze sowie der Ausbau der Infrastruktur, falls der Bedarf ansteigt.

Durch die Stromnetze von E.ON wird der in Kraftwerken produzierte Strom zu den Verbrauchern gelenkt. Durch Gasnetze wird Gas zu den Verbrauchern gelenkt. E.ON betreibt damit kritische Infrastruktur.

  1. Geschäftsbereich Kundenlösungen

Im Geschäftsbereich Kundenlösungen erzielt E.ON rund 20% des operativen Gewinns. In diesem Geschäftsbereich versorgt E.ON Kunden (private Haushalte, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen) mit Strom und Gas und rechnet die verbrauchte Energiemenge ab.

Außerdem betreibt das Unternehmen bereits mehr als 9.000 Ladestationen für E-Autos. Diese Geschäfte leisten aber (noch) keinen nennenswerten Beitrag zum Gewinn.

Es ist mit sehr geringen Gewinnmargen verbunden, denn es gibt hunderte Stromanbieter. E.ON erreicht mit der enormen Kundenbasis aber gewisse Größenvorteile.

Dividendenentwicklung und Umgang mit der Verschuldung

Bis 2016 wurde die Dividende aufgrund der sich eintrübenden Gewinnentwicklung immer wieder gekürzt. Seitdem erhöht E.ON die Dividende wieder jährlich. Die Dividendenrendite von E.ON beträgt aktuell etwas mehr als 5%. E.ON kann sich eine jährlich steigende Dividende leisten. Die Ausschüttungsquote liegt aktuell bei ca. 60-70% des Gewinns. E.ON möchte den Gewinn je Aktie in den nächsten drei Jahren um ca. 12,5% pro Jahr steigern, die Dividende um 5%. Daraus ergibt sich eine im Zeitverlauf absinkende Ausschüttungsquote, die einen zügigen Abbau der Verschuldung nach der Innogy-Übernahme möglich macht.

E.ON AAQS AlleAktien Qualitätsscore

Im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) erzielt E.ON 3 von 10 Punkten.