Anlagestrategie

Eine Anlagestrategie ist der Ansatz, nach dem private oder institutionelle Anleger bei ihren Investmententscheidungen vorgehen. Die Anlagestrategie ist zugeschnitten auf die Ziele, die Risikobereitschaft und die finanzielle Situation des Anlegers.

 

Konservative und aggressive Anlagestrategie

Grundsätzlich existieren die beiden Strategien konservativ und aggressiv. Bei der konservativen Anlagestrategie wird weniger Risiko eingegangen, indem in eher sichere Anlageklassen wie Staatsanleihen investiert wird. Es geht primär um die Werterhaltung, eine hohe Rendite wird nicht angestrebt. Auch werden Wertpapiere länger gehalten. Bei der aggressiven Methode liegt der Fokus auf einer möglichst hohen Performance. Dafür werden größere Risiken in Kauf genommen. So werden beispielsweise risikoreiche Optionen und Zertifikate ins Depot genommen. Auch finden häufige Käufe und Verkäufe statt.

 

Schritt für Schritt zur Anlagestrategie

Schritt 1: Ziel setzen

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum jemand Geld anlegt. Wer ein neues Auto kaufen will, hat einen kürzeren Zeitraum zum Sparen als jemand, der fürs Alters vorsorgen will. Demnach muss sich die Anlagestrategie als erstes nach dem Sparziel und dem damit verbundenen Anlagehorizont richten.

Schritt 2: Risikobereitschaft definieren

Jeder Mensch geht mit Risiko anders um. Darum muss für die richtige Anlagestrategie die eigene Risikobereitschaft eingeschätzt werden. Folgende Fragen helfen für die Selbsteinschätzung:

  • Kannst du es dir finanziell erlauben, auch mal Geld zu verlieren?
  • Wirst du schnell nervös, wenn die Kurse fallen?
  • Hast du Angst vor Verlusten?
  • Magst du den Nervenkitzel von schwankenden Märkten?

Wer Angst vor Verlusten hat, sollte eher risikoarm und in konservative Anlageklassen investieren. Wer gerne zockt und sich von Verlusten nicht abschrecken lässt, der kann auch in risikoreichere Klassen wie Einzelaktien, Optionen oder Hebelinstrumente anlegen. Egal wieviel Risiko jemand bereit ist einzugehen, das Portfolio sollte immer gut diversifiziert sein.

Denn wer diversifiziert, streut das allgemeine Anlagerisiko über mehrere, verschiedene Unternehmen, Länder und Branchen.

Schritt 3: Zeitaufwand nicht unterschätzen

Seriöse Finanzanlagen benötigen viel Information und viel Zeit. Wer sich gerne mit der Wirtschaft und der Börse auseinandersetzt, kann unter anderem aktiv in Fonds und Einzelaktien investieren und so selber handeln. Das Ziel dabei ist es, den Markt zu schlagen.

Wem die Zeit oder das Wissen dafür fehlt, der kann einen professionellen Vermögensverwalter mit der Investition seines Kapitals beauftragen. Dies ist aber mit Gebühren verbunden und erfordert oft einen Mindestbetrag.

Viele investieren darum lieber passiv, zum Beispiel in ETFs. ETFs sind passive Fonds, die einen Index nachstellen, daher entspricht die Rendite langfristig der Aktienmarktrendite.

Schritt 4: Die Wahl der passenden Anlagestrategie

Anlagestrategien gibt es viele und jede hat ihre berühmten Befürworter. Warren Buffett zum Beispiel setzt auf „Buy & Hold“. Er kauft Einzelaktien von Unternehmen, die unterbewertet sind, hält sie langfristig und hofft auf einen stetigen Wertzuwachs.

Ein anderer erfolgreicher Investor ist David Einhorn, der eher eine Zockermentalität hat. Der Hedgefonds-Manager machte 2008 Millionen, weil er auf einen Kursfall der Aktie Lehman Brothers setzte und die Bank wenig später tatsächlich pleite ging. Einhorn ist ein klassischer Trader, der sein Investment auf wenige Titel beschränkt und dadurch kaum diversifiziert. Diese aktive Anlagestrategie ist sehr zeitaufwendig und risikoreich.

Darum muss die gewählte Anlagestrategie immer zum definierten Ziel passen.

 

Aktive Anlagestrategie oder passive Anlagestrategie?

Eine aktive Anlagestrategie hat das Ziel, den Markt zu übertreffen, also eine höhere Rendite als dieser zu erzielen. Dafür werden von der Person, die das Investment managt, zum Beispiel einem Vermögensverwalter oder einem Fondsmanager, sogenannte aktive Anlageentscheidungen getroffen. Das heißt, der Manager wählt die Anlageklassen oder Titel und entscheidet so, in was der Fonds investiert. Fast alle klassischen Fonds und Vermögensverwaltungen betreiben eine aktive Anlagestrategie.

Ein großer Nachteil der aktiv verwalteten Fonds sind die hohen Gebühren, die der Anleger zahlen muss. In Europa betragen die durchschnittlichen Gebühren von aktiv gemanagten Mischfonds 2,26 % pro Jahr. Das heißt, wenn ein Fonds eine Jahresrendite von 3% erwirtschaftet, bleiben dem Anleger gerade mal 0,74% an Ertrag.

Und genau an dem Punkt setzt die passive Anlagestrategie an. Diese hat zum Ziel, die Wertentwicklung des Marktes, respektive eines Vergleichsindexes, möglichst genau abzubilden. Der Anleger investiert in Aktien oder Anleihen im gleichen Verhältnis, wie es die zugrunde liegende Strategie des Index vorgibt. Ein ETF auf den Deutschen Aktienindex (DAX) investiert in die Aktien der 30 Unternehmen, die im DAX vertreten sind. Da ein ETF nicht aktiv gemanagt wird, sind seine Kosten auch viel geringer. Durchschnittlich liegen die Gebühren für einen passiv gemanagten Indexfonds und ETF bei nur 0,31%.

 

 

 

 

 

AlleAktien Premium ♕ testen »