Flash Crash

Als Flash Crash, im Deutschen auch Flashcrash (Blitzabsturz), werden Kurseinbrüche an den Finanzmärkten bezeichnet, die nur Minuten andauern. Auf den plötzlichen Einbruch folgte jeweils eine ähnlich schnelle Erholung.

Jedoch kann es in der Praxis mit der Erholung auch mal länger dauern, wie man bei dem Flash Crash am 05.02.2018 erlebt hat, der Dow Jones verlor innerhalb von 15 Minuten mehr als 800 Punkte, in der Spitze rund 1.600 Punkte und schloss mit einem Minus von rund 1.100 Punkten, was 4,6 % entspricht. Der genaue Auslöser ist unbekannt, aber u.a. soll die Zinsangst der Anleger eine Rolle gespielt haben.

Flash Crash Definition

Erstmalig tauchte der Begriff im Jahre 2010 auf. Eher war es technisch kaum möglich, da diese Form eines Crashs einen Hochfrequenzhandel benötigt. Die US-Behörden fanden später heraus, dass ein einziger Händler große Kaufaufträge in den Markt brachte und diese mit einem speziellen Programm gleich wieder löschte, dadurch fiel z.B. der S&P 500 innerhalb 6 Minuten um 6 Prozent. Der Dow-Jones fiel über 9 % (Siehe Grafik). Einzelne Aktien verloren 99 % ihres Wertes. Seitdem gelten strengere Regeln im S&P 500.

In der Theorie funktioniert ein Flash Crash so, dass ein Ereignis eintritt, dadurch die Kurse so weit fallen, dass der von vielen Aktionären eingegebene Stoppkurs unterschritten und so eine Verkaufswelle ausgelöst wird. Die dadurch freiwerdenden Aktien fluten den Markt, die Kurse sinken.

Der Flash Crash im Dow Jones 2010 | Quelle: https://money.cnn.com/2010/10/01/markets/SEC_CFTC_flash_crash/index.htm (02.06.2019)

 

Die wichtigsten Flash-Crashs der Geschichte

  1. Am 06.05.2010: Die Mutter aller Flash Crashs (siehe oben)
  2. Am 06.02.2014: Ein Flash Crash im Dax während eines EZB-Zinsentscheides
  3. Am 24.08.2015: Flash Crash bei ETFs
  4. Am 07.10.2016: An asiatischen Devisenmärkten brach das britische Pfund ein, durch den Beschluss Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszutreten
  5. Am 05.02.2018: An der Wall Street vermutlich durch Zinsangst (siehe oben)
  6. Am 03.01.2019: Hier erschütterte ein Flash Crash die Devisenmärkte vermutlich durch eine Umsatzwarnung von Apple

Flash Crashs sind für uns langfristige Anleger eigentlich ohne Bedeutung, da die Verluste relativ schnell wieder kompensiert werden, für den aufmerksamen Daytrader kann es ein Schnäppchen bringen. So oder so sollte man Ruhe bewahren und positiv bleiben.

 

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