Thomas Wachinger |

Bei meinen Aktieninvestments geht es um den langfristigen privaten Vermögensaufbau insbesondere für die Altersvorsorge. Ziel ist es, Unternehmen zu finden, die zuverlässig Dividenden ausschütten, und in der Lage sind, diese auch in Krisenzeiten stetig zu steigern oder zumindest konstant zu halten.

Was von der Dividende nach Steuern bei uns ankommt

Bei der Berechnung der Dividendenrendite lassen wir ja üblicherweise steuerliche Betrachtungen außer Acht. Ich habe mir jetzt aber doch mal den Spaß erlaubt, und meine Dividendenabrechnungen nach Ländern sortiert etwas genauer angeschaut.

Steuerliche Behandlung von Dividenden in Deutschland

Die Kapitalertragssteuer (KapESt) in Deutschland beträgt ja bekanntermaßen 25%. Hinzu kommen 5,5% Solidaritätszuschlag (SolZ) und ggf. Kirchensteuer (KiSt) – in meinem Fall 8%. Wenn man Kirchensteuer zahlt, reduziert sich interessanterweise die Kapitalertragssteuer ein wenig, nämlich um unglaubliche 0,49%, auf 24,51%.

Glück hat man, wenn der Sparer-Pauschbetrag von 801 € pro Jahr und Person noch nicht ausgeschöpft ist. Dann sind die Dividendenerträge steuerfrei. Nachdem wir aber hier in dieser Gruppe langfristig finanziell frei werden wollen, werden wir früher oder später hoffentlich über den Sparer-Pauschbetrag kommen – bei 3% Brutto-Dividendenrendite ist das ab einem Depotwert von ca. 27.000 € der Fall.

Für Dividendenerträge ergeben sich je nach Land, in dem das Unternehmen ansässig ist, unterschiedliche steuerliche Gesamtbelastungen (ggf. Quellensteuer + KapESt + SolZ + ggf. KiSt). Mit einem entsprechenden Antragsformular kann man sich in vielen Ländern die einbehaltenen Quellensteuern zurückholen. In Italien, Frankreich und Spanien gestaltet sich dies jedoch schwierig. Die Schweiz, Österreich und Dänemark sind da wesentlich anlegerfreundlicher.

Lange Rede — kurzer Sinn:

 

Wie viel kommt den nun tatsächlich auf dem Konto an?

In den Diagrammen habe ich dargestellt, wieviel Euronen von 1.000 € Bruttodividende letztendlich dem Konto gutgeschrieben werden (blau) und was man sich per Erstattungsantrag zusätzlich holen kann (grün). Auf die Beträge in den weißen Balken hat man zwar theoretisch Anspruch, in der Praxis ist es jedoch aus Kosten- und Zeitgründen nahezu aussichtslos, diese tatsächlich zurückerstattet zu bekommen.

Ich habe das Ganze mit großer Sorgfalt berechnet und anhand meiner eigenen Dividendenabrechnungen überprüft. Natürlich bin ich nicht unfehlbar und übernehme daher für die Richtigkeit keine Haftung. Falls jemand einen Fehler findet, bin ich für die entsprechende Rückinfo dankbar. Die zuvor geschilderten Überlegungen gelten für meinen persönlichen Fall. Je nach persönlicher Situation können sich steuerlich natürlich abweichende Beträge ergeben.
Erfolgreiche Investments wünscht Euch

2 Antworten

  1. Danke für diesen tollen Artikel!

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