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Aktie Analyse

Fresenius Aktie Analyse

WKN
578560
Symbol
FRE.DE
Sektor
Gesundheit
Webseite
Fresenius
Investor Relations
Investor Relations

Fresenius ist ein deutscher Medizin- und Gesundheitskonzern mit Sitz in Bad Homburg. Das Unternehmen bietet Produkte für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante Versorgung an und stellt insgesamt über 300.000 Mitarbeiter ein.

Die Geschichte von Fresenius geht zurück bis in das Jahr 1462. Die in diesem Jahr in Frankfurt gegründete “Hirsch-Apotheke” gelangt im 19. Jahrhundert in den Besitz der Familie Fresenius. Dr. Eduard Fresenius baut neben dem Apothekengeschäft ein kleines Pharmaunternehmen auf und verkauft u. A. Injektionslösungen. Das Geschäft läuft gut an und schnell wird die Produktion nach Bad Homburg verlegt.
1952 übernimmt die Pharmaziestudentin Else Kröner das Unternehmen. In den folgenden Jahrzehnten baut sie Fresenius langsam zu einem Weltkonzern auf. Die Produktpalette wird immer wieder erweitert: Erst der Verkauf von Dialyse-Produkten, dann die Entwicklung von verbesserten Dialyseverfahren. Heute stellt Fresenius Dialysegeräte selber her und betreibt Dialyse-Kliniken.
Der Wachstumskurs wird bis heute fortgeführt. Durch zahlreiche Innovationen und kluge Übernahmen gelingt es Fresenius dauerhaft und stabil zu wachsen.

Heute wird Fresenius von dem studierten Betriebswirt Stephan Sturm als Vorstandsvorsitzender geführt. Er ist seit 2005 im Konzernvorstand. Davor war er als Managing Director bei Credit Suisse First Boston tätig.

Die 4 Geschäftssegmente von Fresenius

Der Fresenius-Konzern ist in vier Segmente aufgeteilt:

Fresenius Medical Care (32 % der Anteile)

Fresenius Medical Care ist im Bereich der Dialyse tätig. Patienten mit Nierenversagen und ohne Spenderniere sind auf eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) angewiesen. Die Patienten werden dazu an sogenannte Dialysegeräte angeschlossen. Diese reinigen das Blut der Patienten und führen es anschließend wieder in den Körper zurück. Fresenius Medical Care stellt dabei die Dialysegeräte selber her und betreibt 4.092 Dialyse-Kliniken mit einer Kapazität von 350.000 Patienten.
Das Segment wächst stabil mit ca. 5 % im Jahr an. Durch Übernahmen werden die Kapazitäten ständig ausgebaut. Fresenius Medical Care ist selber ein gelistetes Unternehmen, an dem der Fresenius-Konzern rund 32 % der Anteile hält.

Fresenius Kabi (100 % der Anteile)

Mit Kabi spezialisiert sich Fresenius auf lebensrettende Arzneimittel, Dienstleistungen und Technologien.
Das Portfolio umfasst folgende Produkte:

  • Intravenös zu verabreichende Medikamente (zum Beispiel in der Intensivmedizin)
  • Intravenöse, klinische Ernährung
  • Infusionstherapien
  • Biosimilars (Nachahmpräparate von Biopharmazeutika, die meist günstiger sind)
  • Medizinische Produkte wie Einwegartikel
  • Transfusionstechnologie (z. B. Produkte zur Entnahme von Blutkomponenten

Das Segment wuchs im Geschäftsjahr 2020 um 4 % an. Hier hält Fresenius 100 % der Anteile.

Fresenius Helios (100 % der Anteile)

Unter der Helios-Sparte betreibt Fresenius Krankenhäuser, medizinische Versorgungszentren /MVZ) und Präventionszentren in Deutschland, Spanien und Lateinamerika. Rund 20 Millionen Patienten werden jährlich in Helios-Kliniken behandelt, die meisten ambulant.
Der Segmentumsatz wuchs 2020 mit ca. 4 % an. Zudem wurde vier Krankenhäuser und 6 MVZs in Deutschland übernommen.

Fresenius Vamed (77 % der Anteile)

Das mit Abstand kleinste Segment ist Fresenius Vamed. Hier werden Dienstleistung für Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette angeboten.
Das umfasst beispielsweise Facility-Management oder die Planung von schlüsselfertigen Gesundheitseinrichtungen.

Wachstum, Kennzahlen und Bilanz

Fresenius ist in der Gesundheitsbranche tätig. Diese wächst stabil und kaum zyklisch an.

Fresenius kann von folgenden “Trends” profitieren:

  • Alternde Gesellschaft: Die Lebenserwartung steigt immer weiter, unsere Gesellschaft wird immer älter. Umso älter wir werden, umso öfter müssen wir medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Davon profitiert Fresenius.
  • Steigende Zahl an chronisch erkranken Menschen: Durch Volkskrankheiten wie ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel steigt die Zahl der chronisch Kranken.
  • Gesundheitssystem in Entwicklungs- und Schwellenländern: Stück für Stück wird die medizinische Versorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern ausgebaut. Fresenius gestaltet hier aktiv mit und gewinnt so an Patienten.

Diese Trends sorgen bei Fresenius seit Jahren für stabiles und – vor allem für einen so großen Konzern – schnelles Wachstum. Mit fast 10 % wuchs der Umsatz gemittelt über das letzte Jahrzehnt.

Auch 2020 konnte der Umsatz (leicht) gesteigert werden, der Gewinn vor Zinsen und Steuern ging minimal zurück. In Zukunft wird sich das Wachstum wohl etwas verlangsamen. Es sind keine großen Übernahmeziele bekannt – Fresenius muss also erstmal organisch wachsen.

Bilanziell fällt auf, dass Fresenius vergleichsweise viel Fremdkapital aufweist. Das ist aufgrund der stabilen Ertragslage und niedrigen Zinsen aktuell kein Problem, könnte aber im Falle von anhaltender Zinserhöhungen die Erträge für Investoren drücken. Fresenius ist trotzdem ein finanziell stabiles Unternehmen, erhält von Standard & Poor's immer noch die Bewertung “Investment Grade” (mit BBB).

Fresenius zahlt auch eine sehr attraktive Dividende. Seit 27 wurde die Dividende jedes Jahr angehoben, gemittelt um über 10 % pro Jahr. Die Dividendenrendite bewegte sich historisch immer rund um 1 %, aufgrund der schlechten Kursperformance der letzten Jahre lag sie 2021 bei knapp 2 %. Die Ausschüttungsquote liegt bei solide 25 %, der restliche Gewinn wird zur Finanzierung von Übernahmen einbehalten.

Fresenius AAQS AlleAktien Qualitätsscore

Im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) erzielt Fresenius 6 von 10 Punkten.

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