Jonathan Neuscheler | AlleAktien Gründer, leidenschaftlicher Value-Investor, 4 Jahre Berufserfahrung in der Aktienanalyse und Abschluss als Bachelor of Arts (B.A.)

Ich bin begeisterter Value-Investor mit Fokus auf Dividendenaktien. Meine Strategie: Ich strebe langfristig die finanzielle Freiheit an. Mein Ziel ist es, von Jahr zu Jahr steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei bin ich langfristig denkend und agierend. Ich suche mir in Aktienanalysen systematisch Aktien mit einer hohen Renditeerwartung aus. An diesen beteilige ich mich dann und bleibe meist viele Jahre investiert. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Eine rationale Vorgehensweise ist mir sehr wichtig. Daher analysiere ich genau, was ich kaufe, bevor ich kaufe. Ich achte darauf, so wenig Risiken wie möglich einzugehen. Dies gelingt durch eine genaue Aktienanalyse und eine sinnvolle Diversifikation.

Was ist an den Märkten los?

Was ist an den Märkten los?

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Der DAX seit 1970. Langfristig steigen die Aktienkurse. Zwischenzeitlich kommt es jedoch zu starken Schwankungen. Im Januar 2018 erreichte der DAX ein neues Allzeithoch bei 13.600 Punkten. Seitdem ging es rund 20% bergab. Damit ist der DAX jetzt in einem Bärenmarkt angekommen. Bildquelle: Ariva.de

Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr euch gerade die Frage stellt, warum die Aktienkurse plötzlich so deutlich abfallen. Denn der Kursverfall verläuft sehr schnell und aggressiv.

 

Was passiert da gerade?

AlleAktien-Crash-Aktie-faellt-sinkender-Aktienkurs

Einige Aktienkurse fallen in etwa so schnell nach unten wie diese Fallschirmspringer 😉

  • Nun ja, ich weiß es nicht.
  • Ein paar Auffälligkeiten gibt es dennoch:
    Konjunktursensible Aktien (Chemiebranche-Covestro und BASF, Automobilbranche…) werden besonders heftig abverkauft.
  • Wenig gehandelte Aktien und Nebenwerte ebenso. Beispiele dafür: Freenet, KUKA, Frosta, Sixt. Obwohl es operativ sehr gut läuft, wurden diese Aktien stark abgestraft.
  • Wer noch einmal nach oben scrollt und sich den langfristigen DAX-Kursverlauf anschaut, der wird feststellen, dass derartige Korrekturen völlig normal und nichts außergewöhnliches sind. Da die Aktienkurse in den letzten Monaten und Jahren außergewöhnlich ruhig und stetig nach oben geklettert sind, wirkt das jetzige Umfeld außergewöhnlich. Das ist es aber nicht. Die ruhige Phase war außergewöhnlich.

 

Mögliche Ursachen für diesen starken Abverkauf sind:

  • Die steigenden Zinsen in den USA (Theorie: Das würgt den Wirtschaftsaufschwung ab und bringt Schwellenländer in Bedrängnis)
  • Der Handelsstreit zwischen China und den USA
  • Angeblich nachlassendes Wirtschaftswachstum in China
  • Verstärkt worden sein dürfte dieser Abverkauf durch die zahlreichen Stop-Loss-Orders, die bei fallenden Kursen gegriffen haben. Dadurch kamen zahlreiche Aktien auf den Markt, was wiederum zu sinkenden Kursen geführt hat und das hat wiederum neue Stop-Loss-Orders ausgelöst.

 

Wie reagiere ich auf diese Situation?

  • Zuerst einmal bleibe ich ganz ruhig. Solche Situationen sind an der Börse ganz normal.
  • Der Wert eines Unternehmens ergibt sich aus allen zukünftigen Free Cash Flows. Wenn diese deutlich mehr wert sind, als es der aktuelle Aktienkurs andeutet, dann ist das eine klare Kaufgelegenheit.
  • Bisher ist in den Wirtschaftsdaten noch keine Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu sehen. Der Spuk kann also schnell wieder vorbei sein. Es kann aber auch sein, dass es weiter bergab geht und die sinkenden Börsenkurse einem Wirtschaftsabschwung vorauslaufen.
  • Im Finanzielle Freiheit Depot achte ich bereits seit Beginn auf eine Balance:
    • 1) Der Anteil an zyklischen Aktien (wie unser Depotwert aus der Logistikbranche) sollte nicht zu groß werden. Unser nichtzyklisches Gegengewicht (Stromversorger mit stabilen und garantierten Cashflows) hat sich hervorragend geschlagen. Ich werde tendenziell eher bei nichtzyklischen Aktien einsteigen, um im Falle einer sich anbahnenden Konjunkturkrise keinen großen Kursverlust im Depot einzufangen.
    • 2) Nach Möglichkeit werde ich in den nächsten Jahren den Anteil an US-Aktien bei ca. 50% und mehr belassen. Die USA verfügen über eine sehr stabile Binnenkonjunktur und sind nicht so exportabhängig wie Deutschland. Daher sind die Rückschläge dort typischerweise geringer. Außerdem gibt es keine strukturellen Probleme im Bankensystem oder der Währungsunion.
    • 3) Ich achte stärker als je zuvor auf eine geringe Verschuldung. Unser größter Depotwert aus dem Technologiesektor ist gar schuldenfrei und verfügt über 100 Mrd. Cash. Bei demnächst 3% Zinsen in den USA wird alleine die Cashposition einen Zinsgewinn von ca. 3 Mrd. USD pro Jahr abwerfen. Unternehmen, deren Verschuldung gering ist, können auch sehr schwere Krisen unbeschadet überstehen und von ihnen sogar profitieren. Sie sind nicht von Banken und Fremdkapitalgebern abhängig.
    • 4) Große Aktien sollten sich in einem möglichen Abschwung stabiler verhalten als Nebenwerte. Der Anteil an chancenreichen Nebenwerten werde ich daher unter 25% halten.

 

Fazit: Sinkende Kurse sind für die langfristige Vermögensentwicklung sehr positiv

  • Mit diesem Instrumentarium an strategischen Vorgaben bin ich sehr zuversichtlich, dass wir im Finanzielle Freiheit Depot in den kommenden Monaten den Grundstein für den langfristigen Erfolg legen können.
  • Langfristig profitieren wir extrem von günstigeren Kaufkursen. Würden wir alle Aktien zum halben Preis bekommen, dann hätten wir dank einer vorübergehenden Schwächephase in diesem Zeitraum die doppelte Menge an Aktien einsammeln können.
  • Im nächsten Aufschwung würde sich das extrem positiv bemerkbar machen.

Liebe Grüße,
Jonathan Neuscheler

2 Antworten

  1. Philipp sagt:

    Hallo Jonathan,
    mal wieder ein toller Artikel!
    Hast du eine genaue Definition von „Nebenwert“?
    Zum Beispiel eine Abgrenzung nach Marktkapitalisierung?

    LG Philipp

    • Hallo Philipp,
      Wikipedia schreibt dazu: „Ein Nebenwert ist eine Aktie, die nicht zu den Standardwerten (engl. blue chips) zählt. Ein Nebenwert ist also hinsichtlich Kriterien wie Unternehmensgröße, Handelsumsatz und Marktkapitalisierung (engl. market capitalization, kurz market cap) zu klein, um ein Standardwert zu sein.“ Ich finde, diese Definition ist perfekt.

      Liebe Grüße, Jonathan

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